Hello From The Other Side…

Meine ersten 3 Monate in Neuseeland

Ja es war ruhig auf dem Blog. Nicht nur ruhig sondern es herrschte großes Schweigen. Nun, dafür gibt es folgende Gründe: Zum einen war das Internet in Indonesien eine Katastrophe. Und zum Anderen hat mir meine 3 monatige Divemaster- Ausbildung auf Gili Trawangan so gut wie keine freie Minute gelassen, um mich dem Blog zu widmen. Wirklich, ich habe 3 Monate nicht nur bis zu 4 Tauchgänge am Tag absolviert sondern mir auch die Theorie angeeignet und zu dem noch die Special Ausbildungen des PADI Deep Divers (juhuu, ich darf offiziell bis 40 m tauchen – war aber bereits auf 45 m in Komodo, war auch kein großer Unterschied 😉 ) und des Enriched Air Divers. Meine Ausbildung habe ich erfolgreich am 26.8. abgeschlossen und ich bin jetzt PADI Divemaster und habe mittlerweile 155 Tauchgänge . Die Zeit war lehrreich, ereignisreich, ich bin nicht nur an meine physischen sondern auch an meine persönlichen Grenzen gestoßen und ich habe viel für mich selbst mitgenommen.
Ob ich die Ausbildung zum PADI Instructor mache weiß ich noch nicht, ich weiß nicht ob ich wirklich in der Tauchindustrie arbeiten möchte. Vielleicht behalte ich mir das Tauchen eher als das was es für mich aktuell ist: Eine Leidenschaft die aus meinem Leben nicht mehr missen möchte. Und nach 8 Monaten Reisen kann ich auch sagen: Ich mag es eine gewisse Routine zu haben, einen Alltag, einen Job der mich fordert und fördert in einem angenehmen Arbeitsumfeld. Und das ist gut, das auf dieser Reise herausgefunden zu haben. Aber man weiß nie was das Leben so bringt, daher bin und bleibe ich für alles offen und schau einfach mal, was da so kommt.

Bye bye Indonesien – Hello Auckland !

Der Abschied aus Indonesien fiel mir schwer, zeitweise hatte ich sogar vor, mein Work-Holiday-Visa für Neuseeland einfach verfallen zu lassen. Eine Freundin hat mir aber kräftig den Kopf gewaschen – zum Glück – und ich hab nach unserem Gespräch mein One-Way-Ticket gebucht.

Am 30.8. bin ich also von Bali nach Auckland geflogen. Vom Flieger schon sieht Neuseeland wunderschön aus: Alles ist so grün, dazwischen ist es tiefblau und die weißen Punkte die man sieht, sind die unzähligen Schafe.

Meinen ersten Monat hier habe ich bei Renata, Juri, Ruby und Bubble (die Katze) verbracht. Und ich bin ihnen super dankbar, dass ich so lange auf der Couch schlafen durfte. Ruby ist fast 2 Jahre alt und auf jeden Fall bin ich als heißgeliebte Tante Linda direkt adoptiert worden, ich kenne jetzt eine große Anzahl toller Spielplätze in Auckland – schaukeln finde ich selbst übrigens wieder ziemlich cool, ich konnte mein Wissen an Kinderliedern und Kinderbüchern auffrischen und bin jetzt quasi der perfekte Babysitter (Wink mit dem Zaunpfahl).


Ich hatte am Anfang keinen wirklichen Plan was ich hier eigentlich machen will. Reisen ? Tauchen ? Als Divemaster arbeiten ? In meinen alten Job zurück ? Backpackerjobs ? Nun ja, nach einer Woche Überlegung habe ich beschlossen, erst mal in AKL zu bleiben und mir eine Job im Marketingbereich zu suchen. Mittlerweile habe ich beschlossen Auckland zu meiner Homebase zu machen und bis zum Ende meines Visa hierzubleiben. Ich fühle mich hier  wohl und mag die Stadt echt ganz gern.

Die Jobsuche – Ein Job für sich

Nun  hieß es Bewerbungen schreiben und Recruitment Agencies kontaktieren. Ich bin mittlerweile bei drei Agenturen eingeschrieben, die eine hat mir auch innerhalb einer Woche meinen ersten Job beschafft 🙂 Und ein Interview in einer neuseeländischen Firma hatte ich auch, die haben jemanden für Sales & Marketing Coordination gesucht. Der erste Satz des Inhabers der Firma – eine Kiwi Firma die Promotion und Print-Supply verkauft – war: Hi, Welcome, this is what we sell: We sell shit, but people wanna buy shit !!! Haha, es war total locker und entspannt, der Job wäre ok gewesen und gut bezahlt aber eben total außerhalb von AKL. Er hat sich dann auch – obwohl ich seine favorisierte Bewerberin war – für einen Kandidaten entschieden der in seinem vorherigen Job genau das gleiche getan hat. Aber: Er hat meinen CV und meine Telefonnummer an 2 Recruiter weitergeleitet und mich quasi weiterempfohlen weil er so begeistert von mir war. MEGA !!!! Das ist mir bis jetzt noch nie passiert.

Nun, eine der Recruitment agencies hat meinen CV tatsächlich für eine Archivierungs-Stelle weitergeleitet…tsss also ehrlich, dafür brauch man niemanden mit einem Master-Abschluss und 5 Jahre Arbeitserfahrung. Ist auch nichts draus geworden da die andere Agentur meinen CV wirklich für alle möglichen Marketingstellen gepusht hat und ich innerhalb einer Woche 2 Interviews hatte. Eines war bei SKYCITY, die betreiben Restaurants, Casinos und den Skytower hier in AKL. Die GM für Marketing meinte dann tatsächlich während dem Gespräch: Ich empfehle Ihnen keine allzu vielen sozialen Kontakte mit den Kollegen zu schließen, denn sie sind ja nach 3-4 Wochen sowieso wieder weg. Bitte was ??!! OK als temp Mitarbeiter wird man dort anders behandelt, schön.

Und dann hatte ich mein Interview bei WhereScape wo ich über 6 Wochen als Marketing & Event Coordination Assistant gearbeitet hab. Ganz ehrlich: Absoluter Jackpot als erste Kiwi-Workexperience ! Great place to work: der CEO ist ein Triathlet, läuft und ist Vegetarier also bewirbt er einen gesunden Lifestyle bei seinen Mitarbeitern, wenn immer man bei einem Lauf oder anderem Sportevent teilnehmen  will, zahlt WhereScape die Teilnahme Gebühr. Jede Woche gibt es eine Riesenlieferung an Obst für alle. Und im Büro gibt es  Dart, Flipper, eine Tischtennisplatte und Minigolf Stationen. Und wer in der Mittagspause joggen oder ins Gym gehen mag, kann das jederzeit gerne tun. Und ansonsten sind alle Kollegen wahnsinnig nett, meine beiden Chefs sind super cool und easy going und allzeit begeistert dass ich so einen guten Job mache .

Leider endete mein Vertrag am 16.11., alle waren bemüht mich irgendwie in der Firma behalten zu können aber leider gibt es nicht den Workload der eine Weiterbeschäftigung von mir rechtfertigen würde. Nun aber ich habe wunderbare Leute kennengelernt, einiges gelernt und meine erste Kiwi-Workexperience hätte besser nicht sein können. Und als Referenz ist die Firma wirklich super.

Am 7.12. laufe ich den sogenannten Santa-Run mit dem WhereScape Team, es ist ein Charity-Lauf , an dem man als Weihnachtsmann verkleidet 3 km läuft 😉 Es wird sicherlich lustig.

Generell kann ich nach meiner ersten Arbeitserfahrung hier sagen: Die Kiwis sind absolut entspannt und relaxed. Die Work-Life-Balance ist hier besonders wichtig und das macht sich auch in der Arbeitskultur bemerkbar. Man arbeitet um zu leben aber man lebt nicht um zu arbeiten. Aber die Leute arbeiten auch umständlich und nicht wirklich durchdacht. Man muss berücksichtigen, dass Neuseeland eben eine kleine Insel mit 4,5 Milionen Menschen ist – und manchmal sind sie sehr small minded. Als mein Chef mich beeindruckt fragte, wie ich bei dem Stress gerade so ruhig bleiben konnte war ich ehrlich gesagt verwirrt den ich hatte gar keinen Stress. Nein, ich fand den Job im Vergleich zu allen anderen sehr entspannt 🙂 Ich bin wohl anderes gewöhnt. …nun gut, wie sagt man so schön: Der kulturelle Unterschied eben ^_^
Zudem Menschen sind hier sehr aktiv, auch während der Lunch-Break. Und natürlich macht man hier am Wochenende was in den Outdoors: Hiken oder trampen wie man hier sagt, surfen, an den Strand etc. Und es bietet auch einfach nur an, da Neuseeland einfach ein Naturparadies ist.

Nun ist die Zeit gerade absolut ungünstig um einen Job zu bekommen. Die Räder drehen sich hier langsamer wenn nicht sogar zurück. Dass man erst 4 Wochen nach Bewerbungseingang eine Rückmeldung von der Firma erhält ist normal. Nun es ist zäh. Und wenn man nur ein Work-Holiday-Visa hat ist es nicht einfach da die Firmen denken, man will sowieso wieder weg. Aber genau das will ich ja nicht: Ich möchte gerne hierbleiben. Denn es gefällt mir hier einfach verdammt gut. Die Lebensqualität ist super, die Natur und die Landschaften sind großartig aber vor allem die Kiwis machen es aus: Ich war noch nie in einem westlichen Land wo die Menschen so freundlich, offen und entgegenkommend sind. Das hat mich echt verblüfft. Und was natürlich für mich wichtig ist: Der Ozean ist nie weit weg 🙂 Und Auckland ist ca. 2-3 Stunden von den tollsten Divespots in Neuseeland entfernt. Ich bin schon ganz hippelig endlich hinzufahren und sie auszuchecken. Ich muss gestehen, dass es mir gerade jetzt noch zu kalt ist 😉 Wenn man nur 28°C Grad kaltes Wasser beim Tauchen gewöhnt ist dann sind 15°C dann doch sehr hart.

Also habe ich mich gerade damit abgefunden, dass ich im Dezember wohl nicht arbeiten werde. Sämtliche Versuche einen Retailjob als Casual-Assistant über den Sommer zu bekommen sind gescheitert und da ich nicht wirklich Erfahrungen im Hospitality-Bereich habe, ist das auch keine Option.
Also werde ich die Zeit nutzen und erst mal meinen CV optimieren, Online-Kurse im Bereich Online und Digital-Marketing sowie Social Media Marketing zu machen, regelmäßig bei LesMills zum Schwitzen kommen (LesMills ist die hießige Fitnesskette hier und ich L I E B E es, nach 10 Monaten Pause habe ich hier realisiert wie sehr mir mein Sport gefehlt hat) und um Auckland besser kennen zu lernen.

Natürlich habe ich auch schon Gelegenheiten gehabt, etwas von der Umgebung zu erkunden. Mit Renata und Ruby war ich bei Piha Beach, ein Strand mit schwarzem Sand. Renata ist eine Freundin aus Dortmund, die ich im Studium in La Rochelle kennengelernt habe. Dann sind hier noch Marco und Sigrid, beide aus DA, die ich hier über meinen guten Freund Simon kennengelernt habe, die beiden sind schon seit 2 Jahren hier und sind damals ausgewandert, total sympathisch und es ist schön jemanden von zu Hause hier zu haben. Im Oktober sind wir zusammen für einen Tag nach Matakana in den Tawharanui Regional Park gefahren. Das war ein toller Tag mit Hiking und Beach.
Meine Ex-Flatmate aus den US, Brianna, 27, ist eine super liebe, wir waren zusammen auf Waiheke Island und in Wangharei. Waiheke Island ist bekannt für seine Vineyards und natürlich haben wir eine Weinprobe gemacht. Whangarei ist ca. 3 Stunden nördlich von Auckland und dort gibt es eine Reihe schöner Strände.

Letzte Woche habe ich bei einem Expat Meetup Jini, 28 aus Kanada kennengelernt. Gemeinsam mit Brianna und ihr sind wir zusammen nach Hobbiton gefahren und hatten einen wunderschönen lustigen  Tag. Hobbiton ist eine pure Touristenattraktion aber was war süß, man fühlte sich ein bisschen in eine Fantasy-Welt versetzt.

Unten sind Fotos von den verschiedenen Locations, mehr Text brauche ich glaube ich nicht, mehr wissen mag kann ja google befragen 🙂

 

Oh ein weiteres Highlight war das Ben Harper Konzert auf dem ich war. Wie ich es von Paris nicht anders gewohnt bin dachte ich, es wird brechend voll und war bereits über eine Stunde vor Beginn bei der Vector-Arena – und mit mir waren vielleicht gerade mal 30 andere Leute da. Und als um 19h die Türen zum Saal geöffnet wurden gab es überhaupt keinen Andrang so dass ich ganz entspannt in die erste Reihe laufen konnte und von der Frontrow das gesamte Konzert miterleben konnte 🙂 es war super.

Ich versuche hier mehr Leute zu treffen, Meetups zu den verschiedensten Themen sind eine gute Möglichkeit hierfür.

Kalte Häuser und noch mehr Gründe umzuziehen

Ich bin nun auch schon zwei Mal umgezogen seit dem ich hier bin. Das erste Mal bin ich bei Renata und Juri von Grey Lynn nach Ponsonby gezogen. Da habe ich es aber nicht lange ausgehalten. Als ich meinen Jobzusage hatte, habe ich angefangen, ein WG-Zimmer zu suchen. Und habe eben auch mein gefunden. Ich dachte ja,die Hauptmieterin (ich will hier keine Namen nennen), wäre ganz nett und hab mich auch gefreut, als ich die Zusage bekommen habe. Nur musste ich dann feststellen, dass sie A) nicht nur ein Obsessive Cleaner ist sondern B) auch ein Diktator was die Hausregeln angeht. ALLES muss nach ihren Richtlinien ablaufen. So durften wir z.B. kein Essen in Plastik oder so im Kühlschrank lagern sondern mussten alles in Tupperdosen packen (sie hasst ja Plastik), denn es ist ja viel sauberer so. Dann wurden regelmäßig unsere Sachen im Kühlschrank umgestellt – das würde angeblich weniger Strom verbrauchen. Aso und die anderen Lebensmittel werden auch umgeräumt – fürs Optische vielleicht ???

Unsere Rechnungen wurden auch nicht wie normalerweise üblich gesplittet, nein für Energie und Wasser berechnete  sie unseren KWH-Verbrauch basierten auf ihren Erfahrungswerten !!!! Bitte was ??!! Oh aber natürlich werden Dinge wie Gärtner (ja ihr lest richtig GÄRTNER, der den Rasen mäht), IHR Analog-Telefon und was sonst noch durch 3 geteilt. Ich hatte somit eine Rechnung von 74$ für nur 2 Wochen. Zur Info: i.d.R. sind die Bills pro Person ca. 15-25$ pro Woche (das ist das, was ich von anderen Inseraten und von Freunden und Kollegen weiß). Zudem kommt noch, dass das Haus in dem ich gewohnt habe eine alte Villa ist die einfach verdammt schlecht bw. gar nicht isoliert ist. Und diese Frau ist ein Frischluftvernatiger bis zum Gehtnichtmehr, also Fenster und Türen ließ sie bis abends um 23h offen und es ist einfach scheisse kalt im ganzen Haus gewesen – I’m sooo sick of that shit ! Die hat so einen Schaden, dass kann man sich gar nicht vorstellen. Wäsche durfte ich eh nur an schönen Tagen waschen da ich die Sachen nicht im Haus aufhängen durfte.

Und seitdem ich ihr ganz sachlich mitgeteilt habe, dass ich ausziehe – ich habe die 3 wöchige Kündigungsfrist respektiert und habe gesagt, dass meine finanzielle und berufliche Situation gerade nicht stabil ist  und ich daher gerne in eine Wohnung ziehe möchte, in der ich weniger zahle – ignorierte sie mich vollkommen und redete quasi nicht mehr mit mir.
Long story short: Am 19.11. bin ich umgezogen, nach Grafton. Jetzt wohne ich zusammen mit Mikayla , 22, aus Hamilton und Dan, 28, aus Malaysia in einem gemütlichen Haus. Hier fühle ich mich absolut wohl, meine flatties sind total sympathisch und es ist total relaxed.

Ansonsten schmiede ich ein paar Reisepläne – soweit es meine finanziellen Mittel gerade erlauben. Das ist eine Sache, die ich einfach unterschätzt habe: Neuseeland ist einfach immens teuer. Und ich meine damit nicht extra ordinäre Tätigkeiten, nein, ich meine die ganz normalen Lebenshaltungskosten. Und in Auckland sind die Mieten zudem noch sehr hoch so dass es genauso teuer ist wie in Paris. Tja hätte ich nicht gedacht, ist aber so.

Im Februar werde ich für ein paar Tage nach Christchurch fliegen , um eine Freundin zu sehen, die ich auf Flores beim Tauchen kennengelernt habe. Dann möchte ich Anfang Januar, wo hier die großen Ferien, sind auf die Halbinsel Coromandel, zusammen mit Brianna, meiner Ex-Flattie.

Und ansonsten werde ich den Sommer genießen der jetzt gerade anfängt, die Strände erkunden und die Zeit hier genießen 🙂

In Weihnachtsstimmung bin ich nicht, das liegt wohl an den hohen Temperaturen und daran, dass es sich einfach nicht wie Weihnachten anfühlt.

Eine wunderschöne Vorweihnachtszeit und alles Liebe von der anderen Seite.

Ruhig, ruhiger – Toba See, Nord-Sumatra

28.02. – 03.03. 2016

Nun am Sonntag den 28.2. nahm ich Abschied von Bukit Lawang um zum Toba-See zu fahren.

Der Tobasee ist geschichtlich gesehen ziemlich interessant: Der Tobasee (Indonesisch Danau Toba) ist ein 87 km langer und 27 km breiter See im Norden der indonesischen Insel Sumatra in der Provinz Sumatera Utara.
Der Tobasee liegt in einem vulkanisch-tektonischen Kesseleinbruch, 77 km südlich der Provinzhauptstadt Medan. Das Niveau des Sees liegt 905 Meter über dem Meeresspiegel die Uferlänge beträgt 294 km. Mit einer Gesamtfläche von 1776,5 km2 (zum Vergleich: Bodensee 536 km2), einschließlich der 647 km2 großen Halbinsel Samosir, ist er der größte Kratersee der Erde. Parapat am Ostufer ist die größte und wichtigste Stadt am See. Weitere, für die Infrastruktur wichtige Städte in der Umgebung des Sees sind Berastagi im Nordosten, Pematang Siantar im Osten und Sibolga am Indischen Ozean. Das der Länge nach durch Sumatra verlaufende Barisangebirge ist eine plattentektonische Auffaltung, entstanden durch die Anpressung der von Südwesten sich heranschiebenden Indo-ozeanischen Platte. Nach dem niederländischen Geologen Reinout Willem van Bemmelen entstand bei diesem Prozess zwischen dem Pliozän und dem Pleistozän im Bereich und in der Umgebung des heutigen Tobasees eine domförmige, bis über 2000 m hohe Aufwölbung, der er den Namen „Batak-Tumor“ gab. Die Ausdehnung dieser Aufwölbung geht weit über die des heutigen Sees hinaus: Die Länge entlang der Längsachse Sumatras beträgt 275 km, die Breite bis zu 150 km. Während der Aufwölbung entstanden nach und nach immer größere und tiefere Dehnungsrisse, bis vor etwa 74.000 Jahren durch diese Risse das gasreiche Magma des nur wenig tiefer liegenden Batholithen in einer gigantischen Eruption seinen Ausweg fand. An den Tobasee grenzen die ruhenden Vulkane Dolok Pusukbukit (im Westen) und Dolok Tandukbenua (im Nordwesten). Entwässert wird der Tobasee durch den 150 km langen Fluss Asahan, im äußersten Südosten aus der Bucht von Porsea. Stromabwärts durchbricht der Asahan mit einer bis zu 300 m tiefen Schlucht das östliche Randgebirge des Kesseleinbruchs. Als Folge dieser Tiefenerosion hat sich der Spiegel des Sees um etwa 250 m gesenkt.
Entstanden ist der Kessel des Tobasees durch die Eruption des Supervulkans Toba vor 73.880 ± 320 cal BP Jahren. Man geht davon aus, dass es sich um den größten Vulkanausbruch der vergangenen zwei Millionen Jahre gehandelt hat. Vulkanische Asche des Ausbruchs findet man im gesamten Indischen Ozean und in weiten Teilen Indiens. Es war neben der Oruanui-Eruption des Taupo in Neuseeland vor 26.500 Jahren die einzige Eruption, die in diesem Zeitraum einen Vulkanexplosivitätsindex (VEI) von 8 erreichte. Schätzungen zufolge wurden 2800 Kubikkilometer vulkanischen Materials (davon 800 km3 Asche) bis in 80 km Höhe geschleudert und verteilten sich in der Atmosphäre. Darauf folgte eine Abkühlung des Weltklimas, ein so genannter vulkanischer Winter. Schätzungen sprechen von 3 bis 5 K Abkühlung. Modellrechnungen ergaben, dass je nach Auswahl der Eingabewerte für das Modell die Abkühlung einige Jahrzehnte vorhielt und zu Beginn dieser Kälteperiode die Abkühlung sogar 8 bis 17 K betragen haben könnte. Der Ausbruch könnte demnach die kältesten Jahre der Würmeiszeit verursacht haben.

Ich war die gesamte Fahrt über schlecht gelaunt und irgendwie genervt, ich hatte auch nicht wirklich Lust mit dem Fahrer zu sprechen, kurz ich hatte wohl einen Anti-Social-Day. Ach war ich einfach genervt dass wir aufgrund der schlechten Straßen in Sumatra wieder den ganzen Weg nach Norden nach Medan zurück legen mussten um dann nach Süden Richtung Toba-See zu fahren. Damn. Naja kann man nichts ändern.
In Berastagi hielten wir an um dort noch drei weitere Leute ein zu sammeln. Lustigerweise hielten wir in dem Guesthouse, in dem Lu und Lena, die ich bereits in Bukit Lawang getroffen hatte, untergekommen waren. Die beiden waren gerade beim Aufbruch, sie wollten ebenfalls mit ihren Rollern zum Lake Toba.  Ich hätte mich sehr gefreut die beiden dann nochmal zu treffen.

Kurz darauf stiegen Camille, Hanna und Steffi dazu. Camille und Hanna kamen aus den Niederlanden und Steffi aus Deutschland. Alle noch sehr viel jünger als ich.
Zusammen saßen wir also im Bus. Später hielten wir am Sipisopiso Wasserfall , der auf dem Weg zum Toba See liegt.

Gegen 16:30h kamen wir in Prabat an. Das ist der Ort wo die Fähren zur Insel Samosir abfahren. Samosir ist der eigentliche interessante Ort am Toba See. Wir hatten noch Zeit eine Kleinigkeit zu essen und um 17:30h ging unsere Fähre. Ich hatte noch keine Idee wo ich unter kommen sollte. Die Mädels aus meinem Bus hatten bereits ein Unterkunft aber ich hatte nicht so sonderliche Lust, mich ihnen anzuschließen. Ein Angestellter auf dem Schiff zeigt mit dem Finger auf ein Pärchen das weiter vorne saß und meinte die beiden würden im Sibayak Guesthouse absteigen. Also beschloss ich ihnen  zu folgen.
Es ist ganz amüsant dass die Fähre die Bootsstege der Gasthäuser in Tuk Tuk – größte Stadt und Touristenzentrum auf Samosir –  anfährt die die Gäste gebucht hatten. Das erspart unnötige Wege später.
Als wir am Steg vom Sibayak Guesthouse ankamen stieg ich mit Maya und Sergio aus. Wir fragten den Eigentümer Vitoh ob er noch 2 Zimmer frei hätte. Hatte er. Ich entscheid mich für ein Zimmer im ersten Stock mit Seeblick.
Später saßen Maya, Sergio und ich noch zum Dinner und mit einigen Bintangs zusammen. Mir wurde aber eins klar: ich wollte gerade eigentlich gar nicht hier sin. Ich vermisste Bukit Lawang und die Leute. Aber auf der anderen Seite wollte ich dem Toba-See auch eine Chance geben. Also beschloss ich am Montag direkt meinen Transport zurück nach Bukit Lawang zu buchen und bis Donnerstagmorgen in Tuk Tuk auf Samosir zu bleiben.

Shit happens – oder warum es Sinn macht ein Erste-Hilfe-Kit dabei zu haben

Am Montag beschloss ich dann, eine Sache auf meiner To-Do-List abzuhaken, nämlich: Einen Roller mieten und selber fahren. Das hatte ich mich vorher noch nie getraut, weder auf Bali noch wo anders. Dazu bietet sich die Insel echt gut an da sie so groß wie Singapur ist und an mit Laufen nicht wirklich weit kommt. Gesagt getan und um 9h ging’s los. Ich fuhr Richtung Osten nach Siamandiom. Erst musste ich mich mal aufs Fahren konzentrieren, nach einer Zeit hatte ich den Bogen aber raus und konnte dann auch die Landschaft genießen. Schnell bin ich eh nicht gefahren, ich wurde die gesamte Strecke von allen überholt aber egal. Um 10h war ich im Batak Musuem. Dort sollte es auch Vorführungen von traditionellem Batak-Tanz geben.
Eigentlich war eine Aufführung für 10:30h vorgesehen. Um 10:45h war dann immer noch nichts los so dass ich mal einen der Angestellten fraget. Der offenbarte mir dann dass es erst um 11:45h eine Vorführung gibt weil ich die einzige Zuschauerin bin. Oh man. Was mich dabei genervt hat: Warum kann man das mir nicht einfach mitteilen sondern lässt ich wie einen Idiot dort rumsitzen ? Nun ja ich ging ein bisschen durch die Gegend um Fotos zu machen. Und was soll ich sagen. Schön ist es absolut nicht den Müll auf den Wiesen und die schwimmenden Plastikflaschen im See treiben zu sehen. Es tut wirklich weh zusehen zu müssen, wie ein so wundervolle Landschaften von uns Menschen in Besitz genommen und zerstört werden…

Den Rest der Zeit wartete ich in einem schattigen Warung. Und tatsächlich es kamen dann auch noch 4 Besucher aus den Niederlanden die ich ebenfalls die Performance ansehen wollten. Nun ich war enttäuscht: Von den angeblichen 45 min wurde nur 20 min getanzt. Die Tänzer hatten absolut keine Motivation, es sah alles nicht echt und nicht wirklich authentisch aus, alles wirkte steif und gestellt , eben Fake. Das hätte ich mir wirklich schenken können. Ich bin dann weiter gefahren um die Hälfte der Insel zu erkunden.


Nun und dann passierte es: Ein Auto überholter ein anderes beladenes Auto auf der Gegenseite und ich fuhr noch weiter auf die linke Seit – und rutschte auf dem Sand aus. Tadaaa. Nun ich kam mit ein Paar Schrammen auf meinem Bein und einem aufgeschrammten Ellebbbogen und einem Riesen blauen Fleg auf meiner linke Hüfte davon. Es ist nichts passiert und die Schrammen habe ich direkt vor Ort mit Trinkwasser gereinigt, desinfiziert und verpflastert. In weiser Voraussicht und unter der Annahme dass es an schiere Unmöglichkeit grenzt das erste Mal in Asien einen Roller ohne Blessuren oder Unfall zu fahren hatte ich antispetischen Puder, Pflaster und Desinfektionsmittel dabei. Zwei nette indonesische Männer halfen mir, den Roller wieder aufzustellen und sorgten sich um mein Wohlergehen, ich glaube meine Erste-Hilfe-Kit hat sie beeindruckt 😀

Ich fuhr dann noch ein Stück weiter bis in die Nähe der heißen Quellen und drehte dann wieder um.
Auf dem Rückweg musst ich unbedingt im Buddha-Café stoppen, das war ein veganes und vegetarisches Cafe und Restaurant und die hatten veganes Eis. Ich nahm Matcha und Mango-Kokosnuss und war in Foodheaven. Echt sehr sehr lecker (aber für Indonesien ziemlich teuer, naja man muss sich auch mal was gönnen könne, besonders nach einem ersten Scooter-Unfall).
Ich habe übrigens nicht nur Blessuren vom Scooterfahren sondern auch einen krassen Sonnenbrand auf den Oberschenkeln – ich hatte die Sonne trotz der Wolken komplett unterschätzt und meine Oberschenkel waren einfach nur knallrot. Wieder was gelernt…

Als ich zurückkam lernte ich Eric, einen amerikanischen Aussteiger und Langzeitreisenden kennen und Reiner, eine deutschen Touristen der eben im Sibayak angekommen war.
Abends traf ich Maya und Sergio und wir tranken noch ein paar Bintangs in einer Bar.
Wir waren dort die einzigen Gäste. Sowieso ist in Tuk Tuk alles irgendwie ausgestorben. Vielleicht hatte der Ort seine größte Zeit des Tourismus bereits hinter sich. Oder es lag an der Nebensaison. Aber egal ob es Abends oder Mittags war, in keinem der Restaurants war viel los, alles wirkte irgendwie leer. Es war einfach verdammt ruhig. Die perfekte Ruhe zum Entspannen und lesen.

Am Dienstag schlief ich erst einmal aus und nach den Frühstück leihte ich mir ein Fahrrad aus. Nun nach ca. 1,5 km flog die Kette raus und verklemmte sich so sehr dass weder ich noch eine freundliche Indonesiern sie aus dem Rad holen konnten. Es blieb mir also nichts anderes übrig als das Rad zum Verleih zurückzuschieben und mir ein Neues zu holen. Das mag sich harmlos anhören aber es ist auf Samosir relativ bergig und Radfahren nur bedingt spaßig, von Schieben gar nicht erst zu reden.
Beim Verleih angekommen tauschte ich mein Rad um. Nach ca. 5 min stellte ich fest, dass sie Vorderbremse nur noch bedingt funktionstüchtig war . Schön. Also ganz vorsichtig fahren. Ich fuhr Richtung Tomok und noch weiter hinaus aber die Straßen waren irgendwann nur noch buckelig und steinig und s war absolut kein Spaß zu fahren. Also kehrte ich um und hielt dann in Tomok um dort in einem Warung Mittag zu essen und um frisches Obst zu kaufen. Die Verkäuferin schenkte mir sogar zwei sehr reife Avocados.
Zurück in Tuk Tuk chillte ich einfach noch in der Hängematte und las ein Buch, das ich im Guesthouse entdeckt hatte in meinem Zimmer und traf später Maya und Sergio zum Abendessen.

Am Mittwoch widmete ich mich mal einen Fotos und deren Sicherung und surfte einfach online. Außerdem hatte ich vor mir endlich ein Buch zu kaufen. Ich habe seitdem ich auf Reisen bin endlich wieder Muse, zu lesen aber leider kein Buch mitgenommen. Somit konnte ich auch keinen Book-Exchange machen. In einem Book-Shop kaufte ich  dann ein gebrauchtes Buch für ca. 6 €.
Zum Mittagessen ging ich in ein kleines Warung und bekam dort den besten Avocado-Schokoladen-Juice den ich bis jetzt hatte. Hier in Indonesien bekommt man Avocado-Juice mit Schokolade. In der Regel ist das Schokoladen-Sirup. Nicht so hier. Hier war es schon kein Juice ehr sondern eigentlich Avocado-Creme mit Schoko-Creme, ein Dessert zum Löffeln. Einfach nur geil.
Ich war nach dem Saft eigentlich schon satt, hatte aber noch ein Nasi Goreng.

Den Nachmittag verbrachte ich lesend in der Hängematte. Abends ging ich in eine Bar in der es Live-Musik geben sollte. Dort traf ich lustigerweise Phillip, den ich nach meiner Rückkehr auch schon in Bukit Lawang getroffen hatte und noch ein paar andere Jungs. Ist ganz lustig wenn ich 7 Jahre  jüngeren erzähle, dass ich alles hingeschmissen habe um zu reisen. Ich bekomme ziemlich viel Bewunderung. Und viele sagen, ich bin so mutig.

Mein Herz tanzt – mit dem Gefühl unendlicher Freiheit

Hm ich sehe das gar nicht, dass es so mutig ist. Für mich gab es einfach keinen anderen Ausweg oder keine andere Alternative. Wenn einen einmal das Fernweh gepackt hat, dann kommt man davon auch nicht los.
Und ich kann bereits jetzt, nach weniger als 2 Monaten Reisen sagen: Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Schon jetzt bin ich so viel reicher an Erfahrungen, an Erlebnissen. Ich knüpfe Freundschaften und treffe wunderbare tolle Menschen, seien es Einheimische oder  Reisende. Es ist unglaublich toll. Und dieses Gefühl der unendlichen Freiheit ist unbezahlbar. Das möchte ich um keinen Preis der Welt eintauschen. Ich bin glücklich, dass ich meinen netten Hintern aus meiner Komfortzone bewegt habe. Ich bin glücklich, mich von allem materiellen Balast befreit zu haben. Und ich bin glücklich, meinen Traum zu leben und das mache was mein Herz zum Tanzen bringt: REISEN ! Neues ausprobieren, neue Orte entdecken, neue Kulturen und Menschen kennenlernen. Zu Lernen. Zu Wachsen. Und auch um mich selbst zu finden. Denn das ist sicherlich auch ein Grund. Reisen als eine Art Therapie ? Vielleicht. Selbst nach kurzer Zeit habe ich viel erfahren, über mich. Was ich mag, was ich nicht mag, was mir wichtig ist, worauf ich nicht verzichten will.
Vielleicht wird aus dem Thema mal ein weitere Blogpost, mal sehen.

Der Donnerstagmorgen begann mit einem Stressmoment: Die Fähre sollte um 07:30h vom Bootssteg abfahren. Mein Bus nach Bukit Lawang ging um 9:30h, die Fähre benötigt ca. 50 min.
Nun um 07:45h war die immer noch nicht da, ein Brite, Martin, der ebenfalls mit mir wartete meinte, dass wir uns wohl nach einer Alternative umsehen mussten. Ich wusste nur, dass um 8 h die Fähre vom Haupthafen von Tuk Tuk abfahren sollte. Ich beeilte mich um wieder ins Sbayak zu kommen und bat Vitoh, ob er mich nicht zum Hafen fahren könnte. leider hatte er seine beiden Motorräder an Gäste vermietet und keine Schlüssel. Damn. In dem Moment kam einer seiner Freunde auf dem Motorrad vorbei, Der lieh uns zum Glück das Motorrad und so konnte Vito mich noch rechtzeitig zum Hafen bringen und ich konnte die Fähre nehmen.
In Prabat ging ich zu der Agentur über die ich den Bus nach Bukit Lawang gebucht hatte. Da ich noch einige Zeit hatte frühstückte ich erst einmal: Nasi Goreng. Das war das erste Mal dass ich ein indonesische Frühstück hatte. Aber es war echt lecker. Ungewöhnlich aber gut. Und eine echte Frühstücksalternative gab es nicht wirklich.

Mit mir fuhr noch ein malaysisches Pärchen 60+ im Bus mit. Ich bekam die Krise: An JEDER Panorama-Station mussten wir halten damit die beiden Fotos machen konnten. Ungelogen, alle 100 m…. Ich hätte Ihnen am liebsten die Kamera weggenommen. Die beiden wollten ja eh nur nach Berastagi  aber ich wollte weiter nach Bukit Lawang und das sind 9 Stunden !!!
Also die beiden dann ausstiegen drehte der Fahrer unerträgliche indonesische Popmusik in voller Lautstärke auf. ER sprach so gut wie kein Englisch und somit konnte ich mich auch nicht wirklich verständigen. Nun ja, ich gab auf und packte mir Oropax ins Ohr und las mein Buch. Der Weg zog sich ungemein.
Um 18h kam ich endlich  in Bukit Lawang an. Das war eine echte Überraschung denn ich hatte niemanden auch nur ein Wortgesagt und alle haben mich aufs herzlichste Willkommen geheißen.