Eine Woche tauchen in Iboih Beach, Pulau Weh – Sabang Island, Aceh

9.- 15.03.2016

Auf meiner Reise durch Indonesien darf Pulau Weh, bekannt für seine schönen Tauchspots, nicht fehlen. Ich verbrachte hier vor allem Zeit unter Wasser.
Weh, indonesisch Pulau Weh oder Pulo Weh sowie bei Einheimischen Sabang, ist eine Vulkaninsel in der Andamanensee im Indischen Ozean.  Die 156,3 km² große und bis zu 617 m hohe Insel liegt nordwestlich von Sumatra in der indonesischen Provinz Aceh. Die Insel wurde beim Erdbeben im Indischen Ozean 2004 stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach der Katastrophe waren viele internationale Organisationen, u. a. das Deutsche Rote Kreuz während der folgenden drei Jahre mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Das Deutsche Rote Kreuz hat auf der Insel mehrere Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Wohnhäuser in drei Dörfern errichtet.

Die Insel gehört mit zu den schönsten Tauchspots in Indonesien. Zudem ist das Tauchen hier vergleichsweise günstig, ein Fundive kostet weniger als 20 € (Equipment inklusive).
Ich hatte im Vorfeld über die Tauchschulen auf Pulau Weh recherchiert und bin auf Rubiah Tirta Divers gestoßen. Der Diveshop war damals der erste auf Pulau Weh und wird von Einheimischen geführt. In Singapur habe ich Sergei und Nico getroffen, die seit 7 Jahren als Tauchlehrer auf Pulau Weh arbeiten und nun seit einem Jahr ihre eigene Tauschule Monster Divers haben. Somit hatte ich bereits zwei Anlaufstellen.

An meinem ersten Tag ging ich direkt zu Rubiah, da diese in Iboih Beach und unweit von meiner Bungalow Anlage sind. Im Diveshop angekommen traf ich Atim, er ist ein Freund von einem Freund aus Bukit Lawang und somit hatte ich schon mal einen Kontakt auf der Insel. Er war mir direkt sympathisch. Nach der Anmeldung machten wir erst einmal einen Refresh-Dive, das heißt eine kurze Wiederholung der wichtigsten Skills unter Wasser, wie die Maske leeren, Simulation eines Notfalls unter Wasser und Beatmung über den Notfallregulator vom Divebuddy.

Ich war seit Oktober 2015 nicht mehr tauchen und daher war es mir ganz lieb den Refresh-Dive zu machen. Ich tauche auch noch nicht so lange: 2014 kam ich das erste Mal nach Bali und nach Gili Meno und habe auf Gili Meno meinen Discover Scuba Dive gemact. Eigentlich hatte ich Angst und war absolut unsicher ob ich es überhaupt ausprobieren soll. Aber nach dem ich einen Tag mit Schnorcheln verbracht hatte war ich so fasziniert dass ich die Angst einfach weit von mir geschoben habe. Und was soll ich sagen: Es war einer der schönsten Momente – ohne Übertreibung – meines Lebens den ich nie vergessen werde. 2015 kam ich wieder nach Gili Meno und machte hier mit meinem Tauchlehrer Sulman den PADI Open-Water und war quasi angefixt so dass ich den Advanced-Open-Water direkt auch gemacht habe. Und da mir das Tauchen so viel Spaß macht habe ich in Düsseldorf bei Underwater No 1  mit meiner Freundin und ehemaligen Kollegin Nadine den Rescue-Diver gemacht um dann hier in Indonesien den Divemaster zu machen. Aber bevor ich mit der Ausbildung beginnen kann heißt es erst mal Tauchgänge sammeln: mindestens 40 geloggte Tauchgänge muss ich vorweisen. Und um zu Tauchen ist Indonesien wirklich perfekt.

Nachmittags ging es dann endlich auf zum Tauchen.
Pulau Weh bietet eine absolut schöne Unterwasserwelt: Es gibt eine enorme Vielfalt an Korallen in den unterschiedlichsten Farben, unzählige Arten von Fischen und andere Unterwasserlebewesen. Ich war einfach glücklich wieder in die bunte Unterwasserwelt eintauchen zu können. Somit tauchte ich jeden Tag zwei Mal. Meine Tage konnte man kurz mit „Eat – Dive – Sleep – Repeat“ beschreiben.
Ein Highlight war mein Nachttauchgang mit Ralf und Birgit, ein Ehepaar aus Deutschland die gerade als Tauchlehrer bei Rubiah arbeiteten.
Hier starteten wir vom Ufer aus was nicht ganz einfach war da sich dort Nachts unzählige Seeigel breit machen. Nachttauchgänge finde ich immer besonders faszinierend da man dann die Möglichkeit hat, die Unterwasserwelt in einem vollkommen anderem Licht zu sehen.
Mit Taschenlampen ausgestattet erkundeten wr Felsen und ein Schiffswrack (von außen): Wir trafen auf Papageifischen, Babymuränen, schlafende Blue-Spotted-Stingrays und einen 60 cm großen Hummer ! Wirklich schön. Für einen Moment schalteten wir die Taschenlampen aus und wirbelten das Plankton unter Wasser auf das wunderschön fluoresziert. Ich bin immer wieder fasziniert von Nachttauchgängen und werde auch bei den kommenden Tauchspots versuchen wieder ein oder zweimal nachts tauchen zu gehen.

Vom Tauchen gelernt: Lass Dir nicht die Luft ausgehen

Ich bin seit Oktober letzten Jahres Rescue-Diver – aber das heißt noch lange nicht dass ich total viel Erfahrung habe. Am Ende meiner Woche in Iboih hatte ich 19 geloggte Tauchgänge.
Bei einem Tauchgang gingen wir auf 38 m . Die Strömungen können in Pulau Weh sehr stark sein und ich verbrauchte mehr Luft. Nun und irgendwann checkte ich dann meinen Flaschendruck. Etwas erschrocken stellte ich fest, dass mein Finimeter nur noch 40 Bar anzeigte. Nicht so gut. Man sollte immer 50 Bar haben um in Ruhe den Aufstieg und den Sicherheitsstopp zu machen. Also signalisierte ich Atim dass ich nur noch 40 Bar in meinem Tank hatte. Da wir relativ tief waren, mussten wir eben entsprechend Zeit für den Aufstieg und den Sicherheitsstopp einplanen. Und in der Zeit ging mir im wahrsten Sinne die Luft aus. Also nahm ich den zweiten Regulator von Atim und atmetet aus seinem Tank. Also alles gut. Allerdings sollte so etwas natürlich nicht passieren. Aber aus solchen Erfahrungen zieht man immer eine Lektion und seitdem checke ich regelmäßig meinen Flaschendruck um einen solchen Fall zu vermeiden.

Folgende Tauchspots habe ich in der Zeit auf Pulau Weh erkundet:
– Arus Badee
– Beatee Tokong
– Peunateung
– East Selako
– Canyon
– Seagarden Rubiah
– Iboih Beach

…und konnte hier unzählige Weißspitzen-Riffhaie, Schwarzspitzen-Riffhaie, Silberspitzen-Riffhaie, Blaupunktrochen, Einhornfische, Meeresschildkröten, Seesterne, Marmorrochen, unterschiedlichste bunte Fische wie etwa Papageienfische sowieTintenfische, Krebse, Nudibranches und etliches mehr entdecken.

Iboih Beach ist aber nicht nur zum Tauchen optimal sondern auch zum Schnorcheln. Man muss gar nicht soweit raus ins Meer und erst Recht nicht so tief gehen um die tolle Unterwasserwelt zu Gesicht zu bekommen.
Man sollte darauf achten, dass Pulau Weh zur Region Aceh gehört und hier ein konservativer Islam gelebt wird und das Schariah-Gesetz gilt. In Iboih-Beach ist es kein Problem westliche Badebekleidung wie Bikini, Badeanzug und Shorts zu tragen. Aber es gibt auch Strände an denen darauf hingewiesen wird, dass Frauen keine Bikinis und Badeanzüge tragen dürfen sondern Shorts und T-Shirts anziehen sollen. Ich finde das auch vollkommen ok. Und generell sollte man als Frau darauf achten, Schultern und Knie zu bedecken. Ich bin der Meinung, wenn man in ein Land mit einer anderen Kultur reist, hat man sich anzupassen. Das hat nichts damit zu tun, dass ich die Gesetze für gut befinde aber ich bin hier eben zu Gast und passe mich an und akzeptiere die einheimische Kultur.

Die restliche Zeit in Iboih habe ich oft mit Locals und anderen Reisenden verbracht. Oft bei abendlichen Gitarrenspiel und Gesang oder einfach nur in einer Runde zum Quatschen. Auch hier wurde ich so lieb und freundlich aufgenommen und habe tolle Leute kennengelernt. Meine Reisebuddies Maya und Sergio, die ich zwei Wochen zuvor am Toba-See kennengelernt hatte blieben ebenfalls eine Woche und wir verbrachten die Abende mit gemeinsamen Abendessen und Gesprächen.
Eines Abends waren wir auf der Suche nach Bier. Aber wir mussten feststellen, dass es auf der ganzen Insel keinen Alkohol gab – und wenn, dann nur auf dem Schwarzmarkt in Sabang wie wir erfuhren. Das hat nichts damit zu tun, dass die Insel konservativ muslimisch ist sondern es gab in der Vergangenheit Probleme mit einheimischen Männern die im betrunkenen Zustand Touristinnen belästigt hatten. Somit entschied die Inselregierung, Bier und anderen Alkohol zu verbannen.

An einem Abend fuhr ich mit Atim zu den Jungs von Monster Divers da Sergio Geburtstag feierte. Die Freude über das Wiedersehen war groß. Ich wäre auch bei Monster Divers tauchen gegangen aber da das Divecenter außerhalb von Iboih liegt war es eben nicht so einfach dort vorbeizuschauen – und um ehrlich zu sein bekommt man Rubiah einen Discount je mehr Tauchgänge man dort absolviert desto günstiger wird es.

Natürlich konnte ich es mir auf Pulau Weh nicht entgehen lassen, die Sonnenuntergänge am Meer anzuschauen. Atim nahm mich mit zu 3 verschiedenen Spots: Secret Beach, zum Swallow Cave und zum Kilometer Nol, der Nullpunkt. Es gibt für mich fast nichts schöneres als einen Tag mit einem Sonnenuntergang am Meer ausklingen zu lassen.
Atim nahm mich an meinem letzten Tag, an dem ich nicht Tauchen  ging, mit auf eine Insel-Tour mit dem Motorrad.
Warum ich nicht tauchen gegangen bin ? Nun  ich hatte zwei Tage darauf meinen Flug nach Java. Bewusst machen sollte man sich, dass in einem Flugzeug ein Druck herrscht, wie in etwa 2.500 Metern Höhe. Liegt der letzte Tauchgang erst kurz zurück und wird dann eine Flugreise angetreten, besteht die Gefahr, dass es zu einem Dekompressionsunfall kommen kann. Auslöser kann der rapide Druckabfall im Flugzeug sein. Dies ist zu vergleichen mit einem zu schnellen Aufstieg im Wasser, bei dem ebenfalls ein schneller Wechsel von einem höheren zu einem niedrigeren Umgebungsdruck vorliegt. In einer Flugzeugkabine herrschen während eines Flugs lediglich 0,75 Bar.  Weiterhin liegt hier ein geringerer Sauerstoffgehalt vor. Dies beeinflusst die Sauerstoffsättigung im Organismus negativ, was eine nachträgliche Dekompressionskrankheit fördert. Aber nicht nur weniger Sauerstoff wird dem Körper während eines Fluges zugeführt, ihm wird auch Feuchtigkeit entzogen. Dies liegt an der erheblich trockeneren Luft im Flugzeug, die für eine geringe Luftfeuchtigkeit sorgt. Diese Faktoren zusammengenommen stellen bereits eine große Belastung für den Körper dar. Wurde zudem erst kürzlich ein Tauchgang absolviert, wird die Gefahr einer Dekompressionskrankheit im Nachhinein noch verstärkt . Empfohlen wird daher die sogenannte Flugverbotszeit, nach der man mindestens 24 Stunden nach einem Tauchgang vergehen lassen sollte, bevor ein Flugzeug bestiegen wird [http://www.taucher.de/fliegen-und-tauchen-was-ist-zu-beachten].

Ich habe mich sehr gefreut, dass sich Atim die Zeit für mich genommen hat, mir die Insel zu zeigen. Somit sah ich dann ein wenig mehr als die Unterwasserwelt und Iboih Beach .
Als erstes kamen wir an einem Wasserfall vorbei. Hier stoppten wir und gingen schwimmen. Und sammelten bevor wir gingen einiges an Müll auf. Dann kamen wir an einem Vulkan vorbei, der auch noch aktiv ist und penetrant reichenden Schwefelgeruch freisetzt. Dann stippten wir an einem einsamen Strand wo kein einziger Tourist zu sehen war. Ganz ruhig und entspannend. Es gibt auf Pulau Weh übrigens auch zahlreiche Makaken. Ihnen ist mit Vorsicht zu begegnen, sie können ganz schön aggressiv sein. Zwei versuchten mich während der Motorrad-Tour anzuspringen. Und ein Affenbiss bedeutet den direkten Weg ins Krankenhaus da sie Tollwut und anderes Krankheiten übertragen können.

Iboih Beach und Pulau Weh haben mir sehr gut gefallen. Vor allem auch deswegen, weil ich hier liebe Menschen kennengelernt habe und mich im Diveshop Rubiah Tirta Divers absolut wohl gefühlt habe. Nun bin ich am Überlegen, im Juni und Juli wieder zurückzukommen um den Divemaster hier zu machen. Ich habe zwei Jungs, Jaquomo und Moritz hier kennengelernt, die den Divemaster bereits gemacht bzw. gerade dabei waren ihn zu absolvieren und die mir Rubiah Tirta wärmstens empfohlen haben.

Dann hieß es Abschied nehmen der mir schwer fiel. Ich schließe auf meiner Reise die Menschen hier einfach so schnell in mein Herz.
Mit dem Bus fuhr ich zur Fähre und nahm wieder die langsame Fähre zurück nach Banda Aceh. Dort übernachtete ich eine Nacht in einem Guesthouse und am nächsten Morgen ging es für mich weiter nach Jakarta um am 18.3. pünktlich zur Hochzeit meiner Freundin Niha in Temanggung, Zemtraljava anzukommen.

Infos zu Pulau Weh / Iboih Beach

Hinkommen:
Es gibt Flüge nach Banda Aceh bei verschiedenen Airlines und es gibt auch Flüge nach Sabang (limitiert), beispielsweise von Jakarta oder Medan:
Ich habe den Nachtbus von Binjai (in der Nähe von Medan) genommen, würde dies aber auf keinen Fall wieder machen aufgrund von großen Sicherheitsbedenken: Die Nachtbusse werden mit Steinen attackiert – wie auch meiner – und wer Indonesien bereits mit dem Bus bereist hat weiß, dass der Verkehr einfach verrückt ist.

Unterkünfte:
Iboih Beach bietet zahlreiche Unterkünfte. In der Regel sind es Bungalows die entweder direkt am Meer sind oder zurückgelegen im Inland- Je nach Lage variiert der Preis. Ich habe beim Ohlala-Cafe & Bungalows für eine Nacht 80.000 Rp bezahlt, mein Bungalow lag nicht direkt am Meer sondern etwas weiter im Inland. Die Bungalows sind mit Ventilator ausgestattet und verfügen über ein eigenes Bad- In der Nebensaison (der Zeitpunkt als ich dort war) kann man die Preise verhandeln (das haben auch wir getan).

Diveshops:
Rubiah Tirta Divers
Iboih Beach – Pulau Weh
Tel: +62 652 3324555
Email: info@rubiahdivers.com
http://rubiahdivers.com

Monster Divers
Gapang beach – Pulau Weh
EN/ES +62 812 69 60 68 57
ID/EN +62 812 65 76 87 55
http://www.monsterdivers.com

Ein vergrauter Adolf Hitler, eingeschlagene Scheiben, Karaoke im Bus und Ziegen auf der Fähre: Von Bukit Lawang nach Pulau Weh

08. / 09.03.2016

Am Dienstag entschied ich, dass es nun mal Zeit war, Bukit Lawang zu verlassen. Ich weiß, dass ich wieder komme, daher war der Abschied auch nicht soo schwer wie beim ersten Mal. Am Nachmittag nahm ich also den Public Bus von Bukit Lawang nach Binjai um von dort aus weiter  den Nachtbaus nach Banda Aceh zu fahren. Bobi brachte mich zur Bushaltestelle und sagte auch dem Fahrer ganz genau wo ich hinwollte, das stimmte mich zuversichtlich, dass ich auch dort ankommen würde wo ich hinwollte.

Gegen 16h ging es los, über sämtliche Dörfer nach Binjai und der Bus hielt auch gefühlt alle 200 m. Die Indonesier sind übrigens Profis in logistischer Effizienz: Wenn ein Bus für 12 Leute bestimmt ist, fahren sicherlich noch 5 Personen mehr mit und wenn es noch Platz gibt steigen die anderen aufs Dach. Ja und wenn dann noch Kapazitäten frei sind werden noch 3 Hühnerkäfige samt Inhalt dazugestellt. Bei mir war es zum Glück nur voll, die Hühner blieben mir erspart.
Bei einer Baustelle kurz vor Binjai musste der Bus einen Umweg über grüne Reispaddies und kleine Dörfer machen – ich ertappte mich bei dem Gedanken Angst zu bekommen, nicht dort anzukommen wo ich hinwollte. Aber nach 15 min kehrte der Bus wieder auf die asphaltierte Straße zurück und ich war erleichtert. Als wir in Binjai  ankamen fragte ich – auf Indonesisch – wo ich denn aussteigen müsste da ich ja mit dem Nachtbus nach Binjai wollte. Juhu, der Fahrer verstand mich sogar und nach kurzer Weiterfahrt hielt er direkt vor einem der Büros, in denen man Tickets kaufen konnte.
Ich kaufte mein Ticket für den Preis, den ich von Freunden auch mitgeteilt bekommen, hatte, es wurde nicht versucht mich irgendwie über den Tisch zu ziehen, was hier häufig vorkommt.
In einem Warung nebenan ging ich etwas essen. Das klappte auch mit meinen Indonesisch echt gut, es sprach zwar niemand englisch aber im Notfall geht es immer mit Händen und vor allem einem großen Lächeln.
Nach dem Essen beschloss ich, im Ticket-Büro der Reiseagentur zu warten. Mein Blick schweifte gedankenverloren über die Wände, der ehemalige Präsident hing dort, schon etwas vergilbt, Familienfotos und What the Fuck ?!! Auf einem großen DNA 3 Poster blickte doch tatsächlich Adolf Hitler auf mich herab. Crazy. Ich glaube die Indonesier wissen nicht, dass er der größte Geisteskranke der europäischen Geschichte war. Ich habe dann auch mal gegooglet, ganz interessant:
Die Indonesier wissen meist gar nichts über den Holocaust und auch nicht über Adolf Hitler. Das Problem ist, dass Indonesien zwischen 1967 und 1998 vom autoritären Suharto-Regime beherrscht wurde. Der Lehrplan der Schulen wurde natürlich ebenfalls vom Regime bestimmt. Die Schüler lernten nichts außer Geschichten über die Größe und den Ruhm Indonesiens. Das Bildungsministerium untersagte den Lehrern, die Schüler über internationalen Völkermord, politische Gewalt oder Rassenkonflikte zu unterrichten. Die meisten Schüler machten ihren Abschluss, ohne jemals etwas vom Holocaust gehört zu haben. Am einfachsten lässt sich das Verhalten der Indonesier damit erklären, was im Land selbst während des Zweiten Weltkriegs geschah. Nachdem die japanische Besatzung (die von 1942 bis 1945 andauerte) beendet war, marschierten die Holländer ein und übernahmen die Kontrolle. All das endete, als die Republik Indonesien im Jahre 1949 unabhängig wurde. Absolut jede Geschichtsstunde, in der diese Periode behandelt wurde, widmete sich voll und ganz der Unabhängigkeit von Indonesien. Niemand kümmerte sich um die Judenverfolgung.
Hier ist ein kurzer Artikel darüber:
http://www.vice.com/de/read/hitler-und-nazi-merchandise-in-indonesien

Binjai, Nord-Sumatra

Adolf Hitler in Binjai

Um 20h wurde ich von der Mitarbeiterin des Reisebüros zum Bus gerufen. Der war komplett ausgebucht und ich war soweit ich sehen konnte die einzige Weiße. Zu meiner Verblüffung war der Bus nicht nur klimatisiert sondern auch mit Karaoke-Musik ausgestattet, die dröhnend durch den Bus schallte. Ich betete innerlich, dass das doch bitte bald aufhören würde.
Ich nahm meinen Platz ein und fand dort eine Decke und ein Kissen vor Das war ganz gut denn irgendwie hatte ich blöderweise mein Sweatshirt in meinem Backpack verstaut und war auch so nicht wirklich für einen Trip im Nachtbus vorbereitet.
Ein Mann, der vor mir saß, drehte sich um und fragte mich, wohin ich denn wollte und was ich so vorhatte, auf Englisch.
So gegen 22h döste ich ein und war gerade dabei einzuschlafen, da tat es hinter mir eine  heftigen Schlag: Ich drehte mich erschrocken um und stellte fest, dass die Scheibe eingeschlagen war und nun zu bersten drohte. Das Geräusch von schleichend brechendem Glases war deutlich zu hören. Was soll das denn bitte ? Mein Vordermann drehte sich um und erklärte mir, dass dies normal sei und oft vorkommt. Tatsächlich passierten wir 20 min später einen weiteren Bus und er hatte ebenfalls eine eingeschlagene Scheibe, genau an der gleichen Stelle. Am Weg warten wohl Idioten, die Riesensteine auf die Busse warfen. Warum konnte mir niemand erklären, ich vermute es liegt an Konflikten zwischen der Region Aceh und der Region um Medan.
Die Fotos stammen nicht von mir da ich nicht geistesgegenwärtig genug war aber es sah ganz genauso aus:


Einer der Fahrer kam nach hinten und klebte das Fenster mit Tape – der Bus fuhr weiter als wäre nichts gewesen. Nun verstand ich auch, warum die Frontscheibe des Busses mit einem Gitter aus Metall und Stäben geschützt wurde. Etwa eine Stunde später hielten wir, und mehrere Mitarbeiter stabilisierten die zerbrochene Scheibe mit Holzstäben und Tape.
Nun ich versuchte zu schlafen – was eine schiere Unmöglichkeit war. um Mitternacht wurde die Musik wieder aufgedreht und der Bus hielt in jedem Pups-Dorf um Leute ein- und aussteigen zu lassen. Ich gab es einfach auf. Als es sich etwas lichtete wechselte ich den Platz und hatte nun zum Glück zwei Plätze für mich alleine.
Oh an dem Morgen konnte man in Indonesien auch die Eklipse beobachten. Ich konnte das Schauspiel ein wenig aus dem Bus verfolgen, sehr beeindruckend.

Gegen 8h erhielt ich dann eine SMS von Firman einem Freund von Bobi, der in Banda Aceh Bejak-Fahrer ist und den Bobi am Vortag kontaktiert hatte um ihn zu bitten, ich abzuholen. Er schrieb mir, dass er auf mich wartet sobald er von seiner anderen Fahrt zurück ist.

Als ich in Banda Aceh um kurz nach 8h ankam, war ich verdammt froh zu wissen, dass mich jemand abholt. Ich konnte nicht mal aus dem Bus aussteigen, von außen hatten mich ca. 15 Taxi-Fahrer erspäht und jeder wollte mich irgendwo hinfahren. Sorry aber mich hat das in dem Moment einfach nur genervt: Ich hatte eine miese Fahrt, hatte nicht geschlafen und jetzt rissen sich hier alle um mich wie Aasgeier um einen toten Hasen.
Ich sagte einfach. dass mich jemand abholt. Und das mit extrem unfreundlichem Gesicht. Ich weiß, sowas kommt hier in den asiatischen Kulturen absolut nicht gut an und die Menschen machen sich eher noch über einen lustig aber in dem Moment ging es nicht anders. Dann meinte sie doch allen Ernstes : Wenn Dein Freund nicht kommt, dann kann ich Dich ja fahren…
Hallo kapiert’s doch, ich habe jemandem der mich abholt und der auch sicherlich kommt.
10 in später war Firman auch schon da und brach mit mir auf eine kleine Stadtrundfahrt auf. gleich bei der ersten Station traf ich Maya und Sergio wieder, die ebenfalls mit ihrem Fahrer auf der Tour waren. Die Freude über das Wiedersehen war groß. Wir machten dann im großen und ganzen die gleiche Tour: Tsunami-Sights, Boote und ein Informationszentrum.  Das Tsunami-Museum war aufgrund des Nyepi-Feiertages geschlossen.


Da wir alle ziemlich kaputt waren, baten wir unsere Fahrer uns doch bitte zur Fähre zu bringen auch wenn wir noch gen Zeit hatten.
Am Hafen aßen wir eine Kleinigkeit und warteten auf die Fähre nach Pulau Weh.
Nach Pulau Weh kann man entweder die Fast-Ferry oder die Slow-Ferry nehmen. Wir haben natürlich die Slow-Ferry genommen und hatten total viel Spaß. Auf der Fähre wurde von Personen über Ziegen und Hühner über Roller alles transportiert was transportabel ist. Da viele Einheimische aufgrund des Feiertages frei hatten, waren viele Menschen auf der Fähre um 4 Tage auf Pulau Weh zu verbringen. Wir waren die einzigen Touristen und eine kleine Attraktion.
Alle sprachen uns an und wollten Fotos mit uns machen. Ich weiß nicht, auf wie vielen Facebook-Accounts ich in Indonesien erscheinen werde.‘
Ein Frau malte den Mädchen in ihrer Familie wunderschöne Henna-Tattos auf die Hände. Ich ging zu ihr und sagt ihr auf Indonesisch, dass ich das serhr schön finde : „Itu sangat indah“ . Und sie fragte mich, ob ich nicht auch eines haben möchte. Natürlich wollte ich. So malte Jana mir, Maya und sogar Sergio wunderschöne Hennatattos auf die Hände. In Aceh ist dies ein Brauch zu Hochzeiten.


Die zwei Stunden auf der Fähre gingen rum wie im Flug.
Im Hafen suchten wir dann einen Fahrer. Sergio war der Meister im Handeln: Er schaftet es, den Preis für ein Bejak nach Iboih Beach (ca. 40 min vom Hafen entfernt) für 90.000 Rp runterzuhandeln (normalerweise wollen sie 50.000 Rp / Person).
ZU dritt ging es also mit dem Bejak nach Iboih. Auf dem Weg kamen uns einige Makaken entgegen und wir fuhren an schönen Panorama-Punkten vorbei- es war wirklich sehr schön.

Pulau Weh, Bejak,

Sergio, Maya und ich im Bejak auf dem Weg nach Iboih

Pulau Weh, Blick von der Fähre aus
In Iboih angekommen machten wir uns auf die Suche nach einer Unterkunft. Wir hatten ein paar Namen im Kopf und versuchten es zunächst bei Normas. Leider gab es keine freuen Bungalows mehr. Schließlich entschieden wir uns für das Olala. Auch hier hatte Sergio den Preis für einen Bungalow auf 80.000 Rp runtergehandelt – eigentlich hätten wir 120.000 Rp zahlen sollen. Die Chefin bat uns, das für uns zu behalten 😉
Ich hatte einen Bungalow mit Bad, Terrasse und Hängematte mit Meerblick. Total gemütlich. Das ist typisch für Iboih: Die Unterkünfte sind Bungalows die entweder direkt am Meer stehen, Meerblick haben oder etwas weiter im Innern stehen und je nach Blick variiert der Preis.

Am Abend meldete sich dann auch Atim bei mir: Er ist ebenfalls ein Freund von Bobi und wusste von ihm, dass ich nach Iboih zum Tauchen komme. Er ist Divemaster bei Rubiah Tirta Divers, dem ältesten Diveshop von Puau Weh der zudem auch Einheimischen gehört. Es ist echt schön wenn man weiß, dass es Menschen gibt die ich um einen kümmern wenn man alleine irgendwo ankommt. Mir macht das Alleine reisen niemals Angst und – ich klopfe auf Holz – ich war  bis jetzt auch noch nie in einer brenzlichen Situation (bis auf diese Sache im Nachtbus) aber nichts desto trotz tut es gut, jemanden zu kennen.
Wir verabredeten uns also für den nächsten  Morgen im Diveshop.

Mit Maya und Sergio aß ich zusammen zu Abend und dann machen wir uns vergeblich auf die Suche nach Bintang. Tja auf der ganzen Insel gibt es in den normalen Läden keinerlei Alkohol. Und nein, wie ich später erfuhr hat das nichts damit zu tun, dass Aceh muslimisch ist.
Da wir alle ziemlich kaputt waren, hielten wir uns auch nicht mehr lange auf den Beinen und gingen schlafen. Ich war voller Vorfreude am nächsten Tag endlich tauchen gehen zu können.

Hätte ich im Vorfeld gewusst, dass Nachtbusse attackiert werden und die Fahrer so fahren wie sie fahren hätte ich NIEMALS den Nachtbus genommen. Ich bin der Meinung, dass Sicherheit vorgeht und unter den Umständen wäre ich sicherlich von Medan nach Aceh geflogen. Aber ich kannte bis dato nur die sehr komfortablen Nachtbusse aus Malaysia und es hat mir auch im Vorfeld niemand erzählt, dass die Nachtbusse attackiert werden. Ich rate absolut davon ab zu mal die Flüge nicht sonderlich viel teurer sind.