Ruhig, ruhiger – Toba See, Nord-Sumatra

28.02. – 03.03. 2016

Nun am Sonntag den 28.2. nahm ich Abschied von Bukit Lawang um zum Toba-See zu fahren.

Der Tobasee ist geschichtlich gesehen ziemlich interessant: Der Tobasee (Indonesisch Danau Toba) ist ein 87 km langer und 27 km breiter See im Norden der indonesischen Insel Sumatra in der Provinz Sumatera Utara.
Der Tobasee liegt in einem vulkanisch-tektonischen Kesseleinbruch, 77 km südlich der Provinzhauptstadt Medan. Das Niveau des Sees liegt 905 Meter über dem Meeresspiegel die Uferlänge beträgt 294 km. Mit einer Gesamtfläche von 1776,5 km2 (zum Vergleich: Bodensee 536 km2), einschließlich der 647 km2 großen Halbinsel Samosir, ist er der größte Kratersee der Erde. Parapat am Ostufer ist die größte und wichtigste Stadt am See. Weitere, für die Infrastruktur wichtige Städte in der Umgebung des Sees sind Berastagi im Nordosten, Pematang Siantar im Osten und Sibolga am Indischen Ozean. Das der Länge nach durch Sumatra verlaufende Barisangebirge ist eine plattentektonische Auffaltung, entstanden durch die Anpressung der von Südwesten sich heranschiebenden Indo-ozeanischen Platte. Nach dem niederländischen Geologen Reinout Willem van Bemmelen entstand bei diesem Prozess zwischen dem Pliozän und dem Pleistozän im Bereich und in der Umgebung des heutigen Tobasees eine domförmige, bis über 2000 m hohe Aufwölbung, der er den Namen „Batak-Tumor“ gab. Die Ausdehnung dieser Aufwölbung geht weit über die des heutigen Sees hinaus: Die Länge entlang der Längsachse Sumatras beträgt 275 km, die Breite bis zu 150 km. Während der Aufwölbung entstanden nach und nach immer größere und tiefere Dehnungsrisse, bis vor etwa 74.000 Jahren durch diese Risse das gasreiche Magma des nur wenig tiefer liegenden Batholithen in einer gigantischen Eruption seinen Ausweg fand. An den Tobasee grenzen die ruhenden Vulkane Dolok Pusukbukit (im Westen) und Dolok Tandukbenua (im Nordwesten). Entwässert wird der Tobasee durch den 150 km langen Fluss Asahan, im äußersten Südosten aus der Bucht von Porsea. Stromabwärts durchbricht der Asahan mit einer bis zu 300 m tiefen Schlucht das östliche Randgebirge des Kesseleinbruchs. Als Folge dieser Tiefenerosion hat sich der Spiegel des Sees um etwa 250 m gesenkt.
Entstanden ist der Kessel des Tobasees durch die Eruption des Supervulkans Toba vor 73.880 ± 320 cal BP Jahren. Man geht davon aus, dass es sich um den größten Vulkanausbruch der vergangenen zwei Millionen Jahre gehandelt hat. Vulkanische Asche des Ausbruchs findet man im gesamten Indischen Ozean und in weiten Teilen Indiens. Es war neben der Oruanui-Eruption des Taupo in Neuseeland vor 26.500 Jahren die einzige Eruption, die in diesem Zeitraum einen Vulkanexplosivitätsindex (VEI) von 8 erreichte. Schätzungen zufolge wurden 2800 Kubikkilometer vulkanischen Materials (davon 800 km3 Asche) bis in 80 km Höhe geschleudert und verteilten sich in der Atmosphäre. Darauf folgte eine Abkühlung des Weltklimas, ein so genannter vulkanischer Winter. Schätzungen sprechen von 3 bis 5 K Abkühlung. Modellrechnungen ergaben, dass je nach Auswahl der Eingabewerte für das Modell die Abkühlung einige Jahrzehnte vorhielt und zu Beginn dieser Kälteperiode die Abkühlung sogar 8 bis 17 K betragen haben könnte. Der Ausbruch könnte demnach die kältesten Jahre der Würmeiszeit verursacht haben.

Ich war die gesamte Fahrt über schlecht gelaunt und irgendwie genervt, ich hatte auch nicht wirklich Lust mit dem Fahrer zu sprechen, kurz ich hatte wohl einen Anti-Social-Day. Ach war ich einfach genervt dass wir aufgrund der schlechten Straßen in Sumatra wieder den ganzen Weg nach Norden nach Medan zurück legen mussten um dann nach Süden Richtung Toba-See zu fahren. Damn. Naja kann man nichts ändern.
In Berastagi hielten wir an um dort noch drei weitere Leute ein zu sammeln. Lustigerweise hielten wir in dem Guesthouse, in dem Lu und Lena, die ich bereits in Bukit Lawang getroffen hatte, untergekommen waren. Die beiden waren gerade beim Aufbruch, sie wollten ebenfalls mit ihren Rollern zum Lake Toba.  Ich hätte mich sehr gefreut die beiden dann nochmal zu treffen.

Kurz darauf stiegen Camille, Hanna und Steffi dazu. Camille und Hanna kamen aus den Niederlanden und Steffi aus Deutschland. Alle noch sehr viel jünger als ich.
Zusammen saßen wir also im Bus. Später hielten wir am Sipisopiso Wasserfall , der auf dem Weg zum Toba See liegt.

Gegen 16:30h kamen wir in Prabat an. Das ist der Ort wo die Fähren zur Insel Samosir abfahren. Samosir ist der eigentliche interessante Ort am Toba See. Wir hatten noch Zeit eine Kleinigkeit zu essen und um 17:30h ging unsere Fähre. Ich hatte noch keine Idee wo ich unter kommen sollte. Die Mädels aus meinem Bus hatten bereits ein Unterkunft aber ich hatte nicht so sonderliche Lust, mich ihnen anzuschließen. Ein Angestellter auf dem Schiff zeigt mit dem Finger auf ein Pärchen das weiter vorne saß und meinte die beiden würden im Sibayak Guesthouse absteigen. Also beschloss ich ihnen  zu folgen.
Es ist ganz amüsant dass die Fähre die Bootsstege der Gasthäuser in Tuk Tuk – größte Stadt und Touristenzentrum auf Samosir –  anfährt die die Gäste gebucht hatten. Das erspart unnötige Wege später.
Als wir am Steg vom Sibayak Guesthouse ankamen stieg ich mit Maya und Sergio aus. Wir fragten den Eigentümer Vitoh ob er noch 2 Zimmer frei hätte. Hatte er. Ich entscheid mich für ein Zimmer im ersten Stock mit Seeblick.
Später saßen Maya, Sergio und ich noch zum Dinner und mit einigen Bintangs zusammen. Mir wurde aber eins klar: ich wollte gerade eigentlich gar nicht hier sin. Ich vermisste Bukit Lawang und die Leute. Aber auf der anderen Seite wollte ich dem Toba-See auch eine Chance geben. Also beschloss ich am Montag direkt meinen Transport zurück nach Bukit Lawang zu buchen und bis Donnerstagmorgen in Tuk Tuk auf Samosir zu bleiben.

Shit happens – oder warum es Sinn macht ein Erste-Hilfe-Kit dabei zu haben

Am Montag beschloss ich dann, eine Sache auf meiner To-Do-List abzuhaken, nämlich: Einen Roller mieten und selber fahren. Das hatte ich mich vorher noch nie getraut, weder auf Bali noch wo anders. Dazu bietet sich die Insel echt gut an da sie so groß wie Singapur ist und an mit Laufen nicht wirklich weit kommt. Gesagt getan und um 9h ging’s los. Ich fuhr Richtung Osten nach Siamandiom. Erst musste ich mich mal aufs Fahren konzentrieren, nach einer Zeit hatte ich den Bogen aber raus und konnte dann auch die Landschaft genießen. Schnell bin ich eh nicht gefahren, ich wurde die gesamte Strecke von allen überholt aber egal. Um 10h war ich im Batak Musuem. Dort sollte es auch Vorführungen von traditionellem Batak-Tanz geben.
Eigentlich war eine Aufführung für 10:30h vorgesehen. Um 10:45h war dann immer noch nichts los so dass ich mal einen der Angestellten fraget. Der offenbarte mir dann dass es erst um 11:45h eine Vorführung gibt weil ich die einzige Zuschauerin bin. Oh man. Was mich dabei genervt hat: Warum kann man das mir nicht einfach mitteilen sondern lässt ich wie einen Idiot dort rumsitzen ? Nun ja ich ging ein bisschen durch die Gegend um Fotos zu machen. Und was soll ich sagen. Schön ist es absolut nicht den Müll auf den Wiesen und die schwimmenden Plastikflaschen im See treiben zu sehen. Es tut wirklich weh zusehen zu müssen, wie ein so wundervolle Landschaften von uns Menschen in Besitz genommen und zerstört werden…

Den Rest der Zeit wartete ich in einem schattigen Warung. Und tatsächlich es kamen dann auch noch 4 Besucher aus den Niederlanden die ich ebenfalls die Performance ansehen wollten. Nun ich war enttäuscht: Von den angeblichen 45 min wurde nur 20 min getanzt. Die Tänzer hatten absolut keine Motivation, es sah alles nicht echt und nicht wirklich authentisch aus, alles wirkte steif und gestellt , eben Fake. Das hätte ich mir wirklich schenken können. Ich bin dann weiter gefahren um die Hälfte der Insel zu erkunden.


Nun und dann passierte es: Ein Auto überholter ein anderes beladenes Auto auf der Gegenseite und ich fuhr noch weiter auf die linke Seit – und rutschte auf dem Sand aus. Tadaaa. Nun ich kam mit ein Paar Schrammen auf meinem Bein und einem aufgeschrammten Ellebbbogen und einem Riesen blauen Fleg auf meiner linke Hüfte davon. Es ist nichts passiert und die Schrammen habe ich direkt vor Ort mit Trinkwasser gereinigt, desinfiziert und verpflastert. In weiser Voraussicht und unter der Annahme dass es an schiere Unmöglichkeit grenzt das erste Mal in Asien einen Roller ohne Blessuren oder Unfall zu fahren hatte ich antispetischen Puder, Pflaster und Desinfektionsmittel dabei. Zwei nette indonesische Männer halfen mir, den Roller wieder aufzustellen und sorgten sich um mein Wohlergehen, ich glaube meine Erste-Hilfe-Kit hat sie beeindruckt 😀

Ich fuhr dann noch ein Stück weiter bis in die Nähe der heißen Quellen und drehte dann wieder um.
Auf dem Rückweg musst ich unbedingt im Buddha-Café stoppen, das war ein veganes und vegetarisches Cafe und Restaurant und die hatten veganes Eis. Ich nahm Matcha und Mango-Kokosnuss und war in Foodheaven. Echt sehr sehr lecker (aber für Indonesien ziemlich teuer, naja man muss sich auch mal was gönnen könne, besonders nach einem ersten Scooter-Unfall).
Ich habe übrigens nicht nur Blessuren vom Scooterfahren sondern auch einen krassen Sonnenbrand auf den Oberschenkeln – ich hatte die Sonne trotz der Wolken komplett unterschätzt und meine Oberschenkel waren einfach nur knallrot. Wieder was gelernt…

Als ich zurückkam lernte ich Eric, einen amerikanischen Aussteiger und Langzeitreisenden kennen und Reiner, eine deutschen Touristen der eben im Sibayak angekommen war.
Abends traf ich Maya und Sergio und wir tranken noch ein paar Bintangs in einer Bar.
Wir waren dort die einzigen Gäste. Sowieso ist in Tuk Tuk alles irgendwie ausgestorben. Vielleicht hatte der Ort seine größte Zeit des Tourismus bereits hinter sich. Oder es lag an der Nebensaison. Aber egal ob es Abends oder Mittags war, in keinem der Restaurants war viel los, alles wirkte irgendwie leer. Es war einfach verdammt ruhig. Die perfekte Ruhe zum Entspannen und lesen.

Am Dienstag schlief ich erst einmal aus und nach den Frühstück leihte ich mir ein Fahrrad aus. Nun nach ca. 1,5 km flog die Kette raus und verklemmte sich so sehr dass weder ich noch eine freundliche Indonesiern sie aus dem Rad holen konnten. Es blieb mir also nichts anderes übrig als das Rad zum Verleih zurückzuschieben und mir ein Neues zu holen. Das mag sich harmlos anhören aber es ist auf Samosir relativ bergig und Radfahren nur bedingt spaßig, von Schieben gar nicht erst zu reden.
Beim Verleih angekommen tauschte ich mein Rad um. Nach ca. 5 min stellte ich fest, dass sie Vorderbremse nur noch bedingt funktionstüchtig war . Schön. Also ganz vorsichtig fahren. Ich fuhr Richtung Tomok und noch weiter hinaus aber die Straßen waren irgendwann nur noch buckelig und steinig und s war absolut kein Spaß zu fahren. Also kehrte ich um und hielt dann in Tomok um dort in einem Warung Mittag zu essen und um frisches Obst zu kaufen. Die Verkäuferin schenkte mir sogar zwei sehr reife Avocados.
Zurück in Tuk Tuk chillte ich einfach noch in der Hängematte und las ein Buch, das ich im Guesthouse entdeckt hatte in meinem Zimmer und traf später Maya und Sergio zum Abendessen.

Am Mittwoch widmete ich mich mal einen Fotos und deren Sicherung und surfte einfach online. Außerdem hatte ich vor mir endlich ein Buch zu kaufen. Ich habe seitdem ich auf Reisen bin endlich wieder Muse, zu lesen aber leider kein Buch mitgenommen. Somit konnte ich auch keinen Book-Exchange machen. In einem Book-Shop kaufte ich  dann ein gebrauchtes Buch für ca. 6 €.
Zum Mittagessen ging ich in ein kleines Warung und bekam dort den besten Avocado-Schokoladen-Juice den ich bis jetzt hatte. Hier in Indonesien bekommt man Avocado-Juice mit Schokolade. In der Regel ist das Schokoladen-Sirup. Nicht so hier. Hier war es schon kein Juice ehr sondern eigentlich Avocado-Creme mit Schoko-Creme, ein Dessert zum Löffeln. Einfach nur geil.
Ich war nach dem Saft eigentlich schon satt, hatte aber noch ein Nasi Goreng.

Den Nachmittag verbrachte ich lesend in der Hängematte. Abends ging ich in eine Bar in der es Live-Musik geben sollte. Dort traf ich lustigerweise Phillip, den ich nach meiner Rückkehr auch schon in Bukit Lawang getroffen hatte und noch ein paar andere Jungs. Ist ganz lustig wenn ich 7 Jahre  jüngeren erzähle, dass ich alles hingeschmissen habe um zu reisen. Ich bekomme ziemlich viel Bewunderung. Und viele sagen, ich bin so mutig.

Mein Herz tanzt – mit dem Gefühl unendlicher Freiheit

Hm ich sehe das gar nicht, dass es so mutig ist. Für mich gab es einfach keinen anderen Ausweg oder keine andere Alternative. Wenn einen einmal das Fernweh gepackt hat, dann kommt man davon auch nicht los.
Und ich kann bereits jetzt, nach weniger als 2 Monaten Reisen sagen: Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Schon jetzt bin ich so viel reicher an Erfahrungen, an Erlebnissen. Ich knüpfe Freundschaften und treffe wunderbare tolle Menschen, seien es Einheimische oder  Reisende. Es ist unglaublich toll. Und dieses Gefühl der unendlichen Freiheit ist unbezahlbar. Das möchte ich um keinen Preis der Welt eintauschen. Ich bin glücklich, dass ich meinen netten Hintern aus meiner Komfortzone bewegt habe. Ich bin glücklich, mich von allem materiellen Balast befreit zu haben. Und ich bin glücklich, meinen Traum zu leben und das mache was mein Herz zum Tanzen bringt: REISEN ! Neues ausprobieren, neue Orte entdecken, neue Kulturen und Menschen kennenlernen. Zu Lernen. Zu Wachsen. Und auch um mich selbst zu finden. Denn das ist sicherlich auch ein Grund. Reisen als eine Art Therapie ? Vielleicht. Selbst nach kurzer Zeit habe ich viel erfahren, über mich. Was ich mag, was ich nicht mag, was mir wichtig ist, worauf ich nicht verzichten will.
Vielleicht wird aus dem Thema mal ein weitere Blogpost, mal sehen.

Der Donnerstagmorgen begann mit einem Stressmoment: Die Fähre sollte um 07:30h vom Bootssteg abfahren. Mein Bus nach Bukit Lawang ging um 9:30h, die Fähre benötigt ca. 50 min.
Nun um 07:45h war die immer noch nicht da, ein Brite, Martin, der ebenfalls mit mir wartete meinte, dass wir uns wohl nach einer Alternative umsehen mussten. Ich wusste nur, dass um 8 h die Fähre vom Haupthafen von Tuk Tuk abfahren sollte. Ich beeilte mich um wieder ins Sbayak zu kommen und bat Vitoh, ob er mich nicht zum Hafen fahren könnte. leider hatte er seine beiden Motorräder an Gäste vermietet und keine Schlüssel. Damn. In dem Moment kam einer seiner Freunde auf dem Motorrad vorbei, Der lieh uns zum Glück das Motorrad und so konnte Vito mich noch rechtzeitig zum Hafen bringen und ich konnte die Fähre nehmen.
In Prabat ging ich zu der Agentur über die ich den Bus nach Bukit Lawang gebucht hatte. Da ich noch einige Zeit hatte frühstückte ich erst einmal: Nasi Goreng. Das war das erste Mal dass ich ein indonesische Frühstück hatte. Aber es war echt lecker. Ungewöhnlich aber gut. Und eine echte Frühstücksalternative gab es nicht wirklich.

Mit mir fuhr noch ein malaysisches Pärchen 60+ im Bus mit. Ich bekam die Krise: An JEDER Panorama-Station mussten wir halten damit die beiden Fotos machen konnten. Ungelogen, alle 100 m…. Ich hätte Ihnen am liebsten die Kamera weggenommen. Die beiden wollten ja eh nur nach Berastagi  aber ich wollte weiter nach Bukit Lawang und das sind 9 Stunden !!!
Also die beiden dann ausstiegen drehte der Fahrer unerträgliche indonesische Popmusik in voller Lautstärke auf. ER sprach so gut wie kein Englisch und somit konnte ich mich auch nicht wirklich verständigen. Nun ja, ich gab auf und packte mir Oropax ins Ohr und las mein Buch. Der Weg zog sich ungemein.
Um 18h kam ich endlich  in Bukit Lawang an. Das war eine echte Überraschung denn ich hatte niemanden auch nur ein Wortgesagt und alle haben mich aufs herzlichste Willkommen geheißen.

Bukit Lawang – ein Gefühl von Zuhause

17.2. –  08.03.2016

…und dann passiert das, womit man nicht unbedingt rechnet wenn man auf Reisen ist: Man ist an einem Ort und man möchte am liebsten nicht mehr weg. Die Menschen sind so herzlich, freundlich und hilfsbereit. Und immer mit einem Riesenlächeln im Gesicht. Und genau dieses „Ich-will-hier-nicht-mehr-weg-Gefühl“ hatte ich in Bukit Lawang. So wie hier erging es mir bis jetzt nur mit Gili Meno vor 2 Jahren.

Ja ich habe fast 3 Wochen in Bukit Lawang verbracht und hatte eine wunderbare Zeit. Eine kleine Unterbrechung gab es, ich habe 4 Tage am Toba-See verbracht (Blogpost hier).
Was ich in Bukit Lawang die ganze Zeit gemacht habe ? Nun ja, entspannt und meine Zeit mit lieben Menschen verbracht. Zum Schwimmen im Fluss, abends am Lagerfeuer mit Gitarrenmusik und gemeinsamem Singen, ich war in Batu Katak – ein Ort in der Nähe – auf einem Höhlen-Trekk, ich habe bei einem Englisch Camp vor Studenten der Universität von meinen Erfahrungen als Touristin und meinen Schock über das große Müllproblem gesprochen – also einiges. Und Bukit Lawang ist ein perfekter Ort zum Runterkommen.

Aber nun mal ausführlicher:
Am Samstag nach den 2 Tagen im Dschungel ging es erst mal auf eine Radtour mit Dodi, Nicco und Rian. Ich glaube es war nicht der richtige Zeitpunkt, ich stellte fest, dass ich vom Riesen und vom Dschungel doch ziemlich müde war. Nun mit Mountainbikes ging es Richtung Batu Kapal, ein Ort um die Ecke von Bukit Lawang. Der Ort grenzt an den Dschungel und dort hat man ab und an die Möglichkeit wilde Orang-Utans zu sehen. Leider war er als wir ankamen schon weg.

Über steinige und teils glitschige Wege ging es über Stock und Stein. Ich hatte Mühe, mein Mountainbike zu manövrieren, das war schon ziemlich tricky.
Mittags hielten wir dann an einem Warung an und machten Pause.
Danach ging es weiter durch das Dorf. Dort konnte ich mir ansehen, wie eine Frau braunen Palmzucker herstellt. Der Saft der Palmblüten wird geerntet und dann lange gekocht. Dann wird er in Formen gegossen und verkauft.
Dann  ging es weiter zu einem Bauern, der doch tatsächlich hier im Dschungel seine eigene Biogas-Anlage errichtet hatte und somit seinen Eigenbedarf mit Gas deckt – ich bin so beeindruckt. Er hält Rinder und aus dem Mist stellt er Gas her. Genial. Damit rechnet man hier einfach nicht. Auf meine Frage, wo er denn die Idee her hat meinte er, er hatte sich eben umgehört, im Internet geforscht und die Anlage gebaut. Ich hoffe er verbreitet das schnell und nachhaltig, das ist total toll Einheimische zu treffen, die sich über Umwelt und die damit zusammenhängenden Problematiken Gedanken machen und sich auch überlegen, wie sie davon profitieren können. Die Biogasanlage ist ja nichts anderes als wertvolles Recyceln und kommt dem Bauern selbst zu Gute. Das ist wohl der richtige Ansatz, den Menschen zu verdeutlichen, dass sie mit solchen Maßnahmen gewinnen.
Danach fuhren wir mit den Rädern zu Janines und Dodis Haus. Die beiden wohnen sehr schön an Riesfeldern und Tümpeln und haben Kokosnusspalmen, Ananas und Papaya- und Kakaobäume direkt vor der Haustür. Also gab es erst mal frische Kokosnuss und Ananas.
Janine erwartete ein Freundin um einen deutschen Streuselkuchen zu backen. Ich blieb einfach ein wenig.


Später brachte mich Dodi dann mit dem Motorbike nach Bukit Lawang zurück.
Als ich dort die Brücke überquerte traf ich ein paar Jugendlich aus Medan. Es war dann eine Gruppe von ca. 20 Kids und jeder wollte ein Selfie mit mir machen – haha, sensation of fame 😀
Zum Glück hatten sie einen Betreuer dabei, der mich dann bat ein Gruppenfoto machen zu lassen. Puh zum Glück, ich weiß nicht wie lange es gedauert hätte bis alle ihr Selfie gemacht hätten. Tja ich falle hier einfach auf, groß, weiß und dazu noch blond. Manchmal würde ich hier einfach ganz gerne unsichtbar sein, um ehrlich zu sein. Das ist so gar nicht mein Ding so viel Aufmerksamkeit und Beachtung zu bekommen. Aber das ist hier nun mal so und irgendwie finde ich es noch ganz süß wenn ich hier angesprochen und um ein Foto gebittet werde. Was ich aber nicht leiden kann ist, wenn ich neben Leuten sitze und die dann ihr Handy so drehen, dass ich auf dem Sefie mit drauf bin. Da habe ich schon ganz plötzlich Grimassen gezogen. Sorry, aber man kann ja fragen:

Ich habe an dem Tag auch einfach nichts mehr gemacht weil ich so platt war und ich bin einfach nur früh ins Bett.

Wenn Dein Körper auf Reisen rebelliert ….

Am Sonntag habe ich lange geschlafen und einfach nichts getan. ich habe mich eigentlich nur von meinem Zimmer zum Guesthouse bewegt und entspannt. Ich hab einfach gespürt, dass ich eine Pause brauche. Wer mich kennt weiß, dass ich eher zu der Sorte Menschen der Überaktiven gehöre und eigentlich die ganze Zeit irgendetwas mache, sei es Sport, rumlaufen, spazieren gehen etc. – aber jetzt hat mein Körper einfach mal Stopp gesagt. ich war einfach nur unendlich müde und wollte weder die Gegend erkunden, noch auf die andere Seit vom Fluss gehen, einfach gar nichts tun. Das einzig produktive an diesem Tag war das Serviettenfalten mit Nicco und Belan fürs Restaurant, haha.

Abends hat mich Rian dann noch mit auf eine Hochzeitsfeier im Dorf mitgenommen. Ich habe mir ein wenig etwas erklären lassen: In der Region dauern die Festivitäten oft 3 Tage. Das ganze Dorf ist eingeladen zum Essen und Feiern. Als Geschenk überreicht man einen Briefumschlage mit Geld.
Wir kamen dort also an und bekamen erst einmal etwas zu essen. Es war der Letzte Tag der Feierlichkeiten, das Brautpaar haben wir leider nicht gesehen, es war wohl dabei sich umzuziehen.
Auf einer Bühne wechselten sich verschieden Sänger ab, rund ums uns herum saßen Leute und aßen, Kinder sprangen herum und ich mittendrin.
Als ich meine Kamera rausholte waren die Kids total aufgedreht und wollten unbedingt dass ich Fotos von ihnen machen, witzig.


Bin an dem Abend auch relativ früh ins Bett. Aber die Nacht war alles andere als erholsam. Mein Magen hat Terror gemacht. Ich habe keine Ahnung wieso aber ich verbrachte die halbe Nacht auf der Toilette und am nächsten Tag ging es mir absolut nicht gut. Ich denke mein Körper hat einfach mal die Notbremse gezogen : Die 3 Wochen in Malaysia und Singapur waren gut gefüllt, ich habe viel gemacht, bin viel herumgereist, habe viel erlebt und das war alles in allem ein echt intensives Programm wenn ich darauf zurückblicke. Das hat nun seinen Tribut gefordert.
Ich bin zwar an dem Tag mit Nicco zum Bat Cave – eine Fledermaushöhle – gegangen aber das war eigentlich keine gute Idee. Also habe ich am Nachmittag einfach geschlafen und nichts gemacht – das einzig richtige. Also besser mal auf den eigenen Körper hören – der weiß in der Regel, was gut für einen ist.


Später habe ich im Guesthouse Lu und Lena kennengelernt, zwei Mädels aus der Oberpfalz die gemeinsam auf Sumatra unterwegs waren. Die beiden hatten ebenfalls mit Magenproblemen zu kämpfen. Wir haben also Medikamente ausgetauscht und uns gegenseitig Mut zu gesprochen.
Aber ich wurde auch ganz lieb von Belan und Nicco mit lokaler Medizin – das war ein Mix aus verschiedenen getrockneten Gewürzen und Kräutern – und Ingwer Tee versorgt. Ingwer Tee ist jetzt hier mittlerweile eh mein absolutes Lieblingsheißgetränk.

Und wieder werden die Reisepläne über den Haufen geworfen

Na und wie schon so oft habe ich mal wieder meine Reisepläne geändert. Eigentlich wollte ich nach Bukit Lawang weiter nach Pulau Weh und dann zum Toba-See. Nun das hätte aber irgendwie nicht so Sinn gemacht, dachte ich mir als ich mal die Entfernungen auf der Karte ansah.
Also entschloss ich am kommenden Sonntag zum Toba-See zu fahren und von dort aus anschließend nach Pulau Weh. Zudem buchte ich meinen Flug von Banda Aceh nach Jakarta am 16.3., da ich am 18.3. bei Niha meiner Freundin für ihre Hochzeit auf Java sein wollte. Nun es kam im Endeffekt eh auch wieder ein bisschen anders aber dazu später…

Am Mittwoch bin ich mit Janine, Dodi und Nicco ins nahegelegene Batu Katak gefahren. Dort ist man direkt im Dschungel, es gibt zahlreiche Tropfsteinhöhlen, die wirklich sehenswert sind. Seit ca. 3 Jahren werden auch Touren für Touristen angeboten. Janine und Dodi möchten enger mit den dortigen Guides und Verantwortlichen zusammenarbeiten um Kunden in Bukit Lawang ein breiteres Angebot neben den Dschungel-Trekks anbieten zu können. In Batu Katak ist der Tourismus erst noch im Kommen. Auch gibt es hier eine NGO, die sich mit dem Schutz des Dschungel und der Tiger beschäftig. Ziel ist es, hier den Eco-Tourismus voran zu bringen.
Hierfür muss noch einiges getan werden: Die Guides müssen geschult werden und sie brauchen Englischunterricht.
Janine und Dodi trafen wich mit dem Tourismusverantwortlichen um über gemeinsame zu Projekte und die Art der Kooperation zu sprechen. Spontan entschied ich mich dafür am kommenden Samstag einen Trekk zu einer der Tropfsteinhöhlen zu machen.

Abends zurück im Guesthouse machte ich eine ziemlich unangenehme Entdeckung: Mein ganzer Oberköper von rotem, juckenden Ausschlag übersät – ich dachte erst, es wären Moskito-Stiche weil ich ja den ganzen Tag im Dschungel war aber so viele ? Und in der Art ?
Nach dem Duschen zog ich ein Longsleeve an und ging ins Restaurant. Nun und dann fing es an, überall zu jucken. Plötzlich hatte ich den Aussachlag auch auf meinen Armen. Da kam ich endlich auf den Zusammenhang: Ich hatte vor einigen Tagen meine Wäsche zum Waschen weggeben. Aber leider wurde die Sachen nicht per Maschine sondern von Hand gewaschen – und sämtliche Rückstände und Chemikalien waren noch in den Fasern und meine Haut lief am ganzen Körper Amok. Das war einfach eine heftige allergische Reaktion auf ich weiß nicht was.
Ich ging in mein Zimmer und duschte zwei Mal, das half aber auch nicht viel. Ich hatte das Zeug wohl nun auch unter den Fingernägeln und sonst überall. Auch die Tatsache, dass ich Kleidung die nicht bei der frischgewaschenen Wäsche dabei war anzog half nichts. Die Quaddeln verbreiteten sich in über meinen ganzen Körper. Ich bemühte mich nicht zu kratzen. Ja und zum selben Zeitpunkt fing mein Magen auch wieder an verrückt zu spielen. Die Details der Nacht spare ich hier aus , kurz: Sowas wünsche ich niemandem.
Am nächsten Tag war ich entsprechend fertig und hatte da einen kurzen Breakdown und war komplett fertig mit den Nerven. Nun ja, ich raffte die gewaschene Wäsche zusammen und ging ins Dorf um einen Laundry-Service mit Maschine zu finden. Bei Yen, im Musli Mucky Bungalow, gab ich sie ab in der Hoffnung, dass diesmal alles ausgespült wurde.

Am Donnerstag ging ich am Nachmittag mit Janine in die Englischschule, einfach um mir das mal anzusehen. Die indonesische Kinder sind total wissbegierig und sehr motiviert. Ich bin immer total beeindruckt wenn ich hier spazieren gehe und auf Kinder treffe die mich direkt fragen: Hey Miss, How are you ? What’s your name ? Where do you go ?

Die Abende verbrachte ich meistens im Bukit Lawang Indah mit den Jungs die dort Gitarre spielen und singen. Übrigens: Das ist Teil vom Gesamtpaket. Es gibt viele Jungs, die hier als Guides arbeiten und mit den Touristen in den Dschungel gehen. Nun ja und viele sind eben darauf aus, eine weiße Touristin als Freundin zu haben. Also wird dann abends – insbesondere wenn viele neue Mädels angekommen sind – die Gitarre ausgepackt, gesungen und Smalltalk betrieben – natürlich in der jeweiligen Landessprache der Ausgewählten – und Annäherungsversuche gestartet. Ich für meinen Teil finde es ziemlich amüsant zu beobachten und von meinen Erfahrungen lässt sich das Dekor austauschen gegen Bali, die Gili Inseln etc. – das Verhalten vieler indonesischer Männer an touristischen Orten – ich sage nicht alle da ich auch andere Erfahrungen  gemacht habe und absolut nicht alles generalisieren und alle über einen Kamm scheren möchte – sehr, sehr ähnlich.
Über die sogenannten Beachboys aus Kuta, Bali gibt es sogar einen sehr informativen Dokumentarfilm : Cowboys in Paradise . Kann ich sehr empfehlen.

Am Samstag brachte mich Nicco frühmorgens nach Batut Katak. Dort starte ich dann zu einem halbtägigen Trekk zum River-Cave. Über Wege und  durch Flüsse führte mich mein Guide – ich war die einzige Teilnehmerin – zur Höhle. Ich hätte gerne im Vorfeld gewusst, dass ich so oft durchs Wasser waten musste, ich hatte keinen Drybag für meine Kamera dabei und war etwas leicht genervt.
Bevor wir den Eingang der Höhle erreichten hatte ich noch das Glück, einen sogenannten Titanenwurz – Amorphophallus titanum – zu sehen.
Die Titanenwurz oder Titanwurz (Amorphophallus titanum) ist eine auf Sumatra heimische Pflanzenart, die zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) gehört. Sie bringt den größten unverzweigten Blütenstandim Pflanzenreich hervor. Die bis 3 Meter hohe Blume sondert einen an den Urwald angepassten Aasgeruch ab und lockt damit Kurzflügler und Aaskäfer an, die für ihre Bestäubung sorgen. Die Blume blüht nur ca. eine Woche und dann dauert es wieder ca. 15 Monate bis eine neue wächst und blüht. Hier gibt es mehr Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Titanenwurz

Nun gut nach ca. 1 Stunde erreichten wir die Höhle und los ging’s. Hier gab es nicht nur schöne Tropfsteinformationen sondern auch einiges an Getier zu sehen: Frösche in zahlreichen Grau-Braun – und Erdtönen, Spinnen, Fledermäuse und unzählige Grillen.
Insgesamt 1,5 Stunden waren wir in der Höhle. Gegen Ende stand ich bis zur Hüfte im Wasser :-O Darauf war ich mal gar nicht vorbereitet. Und gegen Ende bekam ich leichte Platzangst denn die Höhle war wirklich stockfinster, nur die Taschenlampen ermöglichten es, etwas zu sehen.
Ich hatte vorher noch nie eine so lange Tropfsteinhöhle besichtigt und es war eine tolle Erfahrung. Aber ich glaube nochmal muss ich das nicht machen.

Vor der Höhle bereitete mir mein Guide (ich kann mich leider nicht er an seinen Namen erinnern) ein total leckeres Lunch zu. Es gab Omelette, Gemüsecurry, Reis und Tempe und als Nachttisch frische Ananas. Es war so lecker und echt reichlich.


Dann machten wir uns auf den Rückweg und waren gegen 14h wider im Dorf. Mein Guide war beeindruckt, er meinte ich wäre so stark .Er hätte die gleiche Tour schon mit anderen Touristen gemacht aber mit den wäre er immer erst gegen 16:30h wieder zurück gekommen. Nun, ich muss sagen, ich hatte eine Woche volle Entspannung und Erholung und war körperlich wieder voll fit und in Form.
Nach dem Trekk bat er mich, mich ins Gästebuch einzutragen. Ich kann nun mit Stolz sagen, dass ich die erste deutsche Touristin bin, die eine Tour in Batu Katak gemacht hat. Ich wünsche dem Ort, dass noch viele folgen denn es gibt sehenswerte Höhlen und tolle Landschaften zu entdecken.

Am Sonntag heiß es Abschied nehmen und ich fuhr zum Lake Toba (Blogpost folgt)
Nun was soll ich sagen: Ich habe es dort nur 3 Tage ausgehalten, am Donnerstag, den 03.03. bin ich wieder den ganzen Weg zurück – 9 Stunden im Mini-Bus – nach Bukit Lawang gefahren. Und das war die richtige Entscheidung, vom Herzen hat es sich genau richtig angefühlt.
Ich hatte niemandem Bescheid gesagt dass ich zurückkommen und war somit eine kleine Überraschung. Und alle haben sich gefreut. Das war echt schön. Natürlich blieb ich wieder im Indah.

Hier habe ich dann Sarah kennengelernt, eine Schweizerin die bereits schon mal in Bukit Lawang als Volunteer war. Sie nahm mich mit zum Schwimmen im Fluss – das hatte ich bis jetzt noch nicht gemacht und zeigte mir ein paar lokale Warung (Restaurants der Einheimischen).
Am Samstag fuhr ich mit Bobi – er ist ein Bekannter von Janine und baut zurzeit ein Eco-Resort und ein eigenes Projekt um den Eco-Tourismus in Bukit Lawang und Umgebung voranzureiben – nach Batu Kapal gefahren. Dort fand ein English Camp der Universität Medan statt. Dort kam dann auch Vicki hinzu, ein Tscheche der seit Jahren für die NGO Green Life gearbeitet hatte, Dschungel-Patrouillen unternimmt um den Urwald und die Tiere zu schützten (Verfolgung von illegalen Wilderern, Einkauf von Wildtieren auf dem Schwarzmarkt etc.). Dann kam auch noch Joaquin hinzu. Er kommt aus Puerto Rico, ist Biologe und hat es sich zur Aufgabe gemacht, ebenfalls im Bereich Umweltschutz mit einer eigenen Organisation in Batu Katak und Umgebung tätig zu werden.
Der Veranstalter des Camps bat uns einfach, über unseren Cause – also Umwelt und Problematiken mit den Studenten zu sprechen.
Bobi, Vicki und ich setzten uns zu einer Gruppe. Vicki erzählte von seinen Aufgaben und Tätigkeiten, die er hier in Indonesien durchführt. Bobi sprach ebenfalls darüber und betonte immer wieder, wie wichtig es ist, dass die junge Generation für die Zukunft unseres Planeten alle Faden in der Hand hält. Ich  berichtete über meine Erfahrungen als Touristin in Indonesien, die kommt, um die wunderschöne Natur zu entdecken und die leider feststellen muss, dass Mount Rinjnai zu gemüllt ist und nicht mal im Toba See schwimmen möchte da dort über all Plastikflaschen und weiterer Plastikmüll im See schwimmt. Und wie traurig und bestürzt mich das macht da Indonesien so reich an wundervoller Natur ist die Indonesier sich aber darum nicht scheren und langsam aber sicher alles zerstört wird, wenn nichts geschieht.

Ich hoffe die Studenten haben etwas mitgenommen und ich hoffe wir konnten ihr Bewusstsein ein wenig für die genannten Problematiken sensibilisieren.
Ich denke genau solche Kampagnen sind hier wichtig – Bildung ist so wichtig. Die Menschen gehen nicht absichtlich mit der Umwelt so um, die meisten wissen es einfach nicht besser. Daher ist es so wichtig, dass Bildungsinitiativen unternommen werden, das Aufklärung betrieben wird und das bereits ab Schulalter. Es ist unwahrscheinlich, das Verhalten der älteren Generationen zu ändern daher sind besonders Aktionen wie diese vor Studenten und jungen Leuten wichtig.
Ein anderer wichtiger Punkt ist es auch, in den Regionen wo viele Menschen vom Palmöl leben, eine Alternative anzubieten. Das kann zum Beispiel im Bereich Eco-Tourism sein, dass die Leute zu Guides ausgebildet werden denn sie kennen die Gegend und den Dschungel und haben somit nicht nur ein Einkommen sondern auch einen positiven Impact auf die lokale Gemeinschaft und den Tourismus.

Ein paar Eindrücke von dem English-Camp gibt es hier auf Bukitlawang.asia:
http://www.bukitlawang.asia/ecoproject/05-03-2016.html

Eigentlich hatte ich vor am Sonntag bereits von Bukit Lawang nach Banda Aceh und dann nach Pulau Weh zu fahren. Nun aber irgendwie konnte ich mich noch nicht so ganz trennen und wollte mich auch noch nicht verabschieden. Alle machten schon ihre Witze über mich und meinten, jaja in einem Monat bist Du immer noch hier 😉

Nun aber innerlich kribbelte es, ich konnte in Malaysia aufgrund der Monsun-Zeit nicht tauchen und Pulau Weh ist einer schönsten Tauchspots in Indonesien und ich konnte es langsam nicht mehr abwarten endlich wieder Unterwasserwelten zu erkunden.
Am Dienstag den 8.3. machte ich mich nachmittags mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Weg nach Binjai um von dort den Nachtbus nach Banda Aceh zu nehmen.
Aber in meinem Hinterkopf hielt ich bereits fest, dass ich gerne nochmal wiederkommen möchte, wahrscheinlich im August bevor ich – soweit der Plan – nach Neuseeland aufbreche. Dann möchte ich mich auch in einem Projekt einsetzen und Volunteering machen. Sampai jumpa Bukit Lawang !