Eine Woche tauchen in Iboih Beach, Pulau Weh – Sabang Island, Aceh

9.- 15.03.2016

Auf meiner Reise durch Indonesien darf Pulau Weh, bekannt für seine schönen Tauchspots, nicht fehlen. Ich verbrachte hier vor allem Zeit unter Wasser.
Weh, indonesisch Pulau Weh oder Pulo Weh sowie bei Einheimischen Sabang, ist eine Vulkaninsel in der Andamanensee im Indischen Ozean.  Die 156,3 km² große und bis zu 617 m hohe Insel liegt nordwestlich von Sumatra in der indonesischen Provinz Aceh. Die Insel wurde beim Erdbeben im Indischen Ozean 2004 stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach der Katastrophe waren viele internationale Organisationen, u. a. das Deutsche Rote Kreuz während der folgenden drei Jahre mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Das Deutsche Rote Kreuz hat auf der Insel mehrere Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Wohnhäuser in drei Dörfern errichtet.

Die Insel gehört mit zu den schönsten Tauchspots in Indonesien. Zudem ist das Tauchen hier vergleichsweise günstig, ein Fundive kostet weniger als 20 € (Equipment inklusive).
Ich hatte im Vorfeld über die Tauchschulen auf Pulau Weh recherchiert und bin auf Rubiah Tirta Divers gestoßen. Der Diveshop war damals der erste auf Pulau Weh und wird von Einheimischen geführt. In Singapur habe ich Sergei und Nico getroffen, die seit 7 Jahren als Tauchlehrer auf Pulau Weh arbeiten und nun seit einem Jahr ihre eigene Tauschule Monster Divers haben. Somit hatte ich bereits zwei Anlaufstellen.

An meinem ersten Tag ging ich direkt zu Rubiah, da diese in Iboih Beach und unweit von meiner Bungalow Anlage sind. Im Diveshop angekommen traf ich Atim, er ist ein Freund von einem Freund aus Bukit Lawang und somit hatte ich schon mal einen Kontakt auf der Insel. Er war mir direkt sympathisch. Nach der Anmeldung machten wir erst einmal einen Refresh-Dive, das heißt eine kurze Wiederholung der wichtigsten Skills unter Wasser, wie die Maske leeren, Simulation eines Notfalls unter Wasser und Beatmung über den Notfallregulator vom Divebuddy.

Ich war seit Oktober 2015 nicht mehr tauchen und daher war es mir ganz lieb den Refresh-Dive zu machen. Ich tauche auch noch nicht so lange: 2014 kam ich das erste Mal nach Bali und nach Gili Meno und habe auf Gili Meno meinen Discover Scuba Dive gemact. Eigentlich hatte ich Angst und war absolut unsicher ob ich es überhaupt ausprobieren soll. Aber nach dem ich einen Tag mit Schnorcheln verbracht hatte war ich so fasziniert dass ich die Angst einfach weit von mir geschoben habe. Und was soll ich sagen: Es war einer der schönsten Momente – ohne Übertreibung – meines Lebens den ich nie vergessen werde. 2015 kam ich wieder nach Gili Meno und machte hier mit meinem Tauchlehrer Sulman den PADI Open-Water und war quasi angefixt so dass ich den Advanced-Open-Water direkt auch gemacht habe. Und da mir das Tauchen so viel Spaß macht habe ich in Düsseldorf bei Underwater No 1  mit meiner Freundin und ehemaligen Kollegin Nadine den Rescue-Diver gemacht um dann hier in Indonesien den Divemaster zu machen. Aber bevor ich mit der Ausbildung beginnen kann heißt es erst mal Tauchgänge sammeln: mindestens 40 geloggte Tauchgänge muss ich vorweisen. Und um zu Tauchen ist Indonesien wirklich perfekt.

Nachmittags ging es dann endlich auf zum Tauchen.
Pulau Weh bietet eine absolut schöne Unterwasserwelt: Es gibt eine enorme Vielfalt an Korallen in den unterschiedlichsten Farben, unzählige Arten von Fischen und andere Unterwasserlebewesen. Ich war einfach glücklich wieder in die bunte Unterwasserwelt eintauchen zu können. Somit tauchte ich jeden Tag zwei Mal. Meine Tage konnte man kurz mit „Eat – Dive – Sleep – Repeat“ beschreiben.
Ein Highlight war mein Nachttauchgang mit Ralf und Birgit, ein Ehepaar aus Deutschland die gerade als Tauchlehrer bei Rubiah arbeiteten.
Hier starteten wir vom Ufer aus was nicht ganz einfach war da sich dort Nachts unzählige Seeigel breit machen. Nachttauchgänge finde ich immer besonders faszinierend da man dann die Möglichkeit hat, die Unterwasserwelt in einem vollkommen anderem Licht zu sehen.
Mit Taschenlampen ausgestattet erkundeten wr Felsen und ein Schiffswrack (von außen): Wir trafen auf Papageifischen, Babymuränen, schlafende Blue-Spotted-Stingrays und einen 60 cm großen Hummer ! Wirklich schön. Für einen Moment schalteten wir die Taschenlampen aus und wirbelten das Plankton unter Wasser auf das wunderschön fluoresziert. Ich bin immer wieder fasziniert von Nachttauchgängen und werde auch bei den kommenden Tauchspots versuchen wieder ein oder zweimal nachts tauchen zu gehen.

Vom Tauchen gelernt: Lass Dir nicht die Luft ausgehen

Ich bin seit Oktober letzten Jahres Rescue-Diver – aber das heißt noch lange nicht dass ich total viel Erfahrung habe. Am Ende meiner Woche in Iboih hatte ich 19 geloggte Tauchgänge.
Bei einem Tauchgang gingen wir auf 38 m . Die Strömungen können in Pulau Weh sehr stark sein und ich verbrauchte mehr Luft. Nun und irgendwann checkte ich dann meinen Flaschendruck. Etwas erschrocken stellte ich fest, dass mein Finimeter nur noch 40 Bar anzeigte. Nicht so gut. Man sollte immer 50 Bar haben um in Ruhe den Aufstieg und den Sicherheitsstopp zu machen. Also signalisierte ich Atim dass ich nur noch 40 Bar in meinem Tank hatte. Da wir relativ tief waren, mussten wir eben entsprechend Zeit für den Aufstieg und den Sicherheitsstopp einplanen. Und in der Zeit ging mir im wahrsten Sinne die Luft aus. Also nahm ich den zweiten Regulator von Atim und atmetet aus seinem Tank. Also alles gut. Allerdings sollte so etwas natürlich nicht passieren. Aber aus solchen Erfahrungen zieht man immer eine Lektion und seitdem checke ich regelmäßig meinen Flaschendruck um einen solchen Fall zu vermeiden.

Folgende Tauchspots habe ich in der Zeit auf Pulau Weh erkundet:
– Arus Badee
– Beatee Tokong
– Peunateung
– East Selako
– Canyon
– Seagarden Rubiah
– Iboih Beach

…und konnte hier unzählige Weißspitzen-Riffhaie, Schwarzspitzen-Riffhaie, Silberspitzen-Riffhaie, Blaupunktrochen, Einhornfische, Meeresschildkröten, Seesterne, Marmorrochen, unterschiedlichste bunte Fische wie etwa Papageienfische sowieTintenfische, Krebse, Nudibranches und etliches mehr entdecken.

Iboih Beach ist aber nicht nur zum Tauchen optimal sondern auch zum Schnorcheln. Man muss gar nicht soweit raus ins Meer und erst Recht nicht so tief gehen um die tolle Unterwasserwelt zu Gesicht zu bekommen.
Man sollte darauf achten, dass Pulau Weh zur Region Aceh gehört und hier ein konservativer Islam gelebt wird und das Schariah-Gesetz gilt. In Iboih-Beach ist es kein Problem westliche Badebekleidung wie Bikini, Badeanzug und Shorts zu tragen. Aber es gibt auch Strände an denen darauf hingewiesen wird, dass Frauen keine Bikinis und Badeanzüge tragen dürfen sondern Shorts und T-Shirts anziehen sollen. Ich finde das auch vollkommen ok. Und generell sollte man als Frau darauf achten, Schultern und Knie zu bedecken. Ich bin der Meinung, wenn man in ein Land mit einer anderen Kultur reist, hat man sich anzupassen. Das hat nichts damit zu tun, dass ich die Gesetze für gut befinde aber ich bin hier eben zu Gast und passe mich an und akzeptiere die einheimische Kultur.

Die restliche Zeit in Iboih habe ich oft mit Locals und anderen Reisenden verbracht. Oft bei abendlichen Gitarrenspiel und Gesang oder einfach nur in einer Runde zum Quatschen. Auch hier wurde ich so lieb und freundlich aufgenommen und habe tolle Leute kennengelernt. Meine Reisebuddies Maya und Sergio, die ich zwei Wochen zuvor am Toba-See kennengelernt hatte blieben ebenfalls eine Woche und wir verbrachten die Abende mit gemeinsamen Abendessen und Gesprächen.
Eines Abends waren wir auf der Suche nach Bier. Aber wir mussten feststellen, dass es auf der ganzen Insel keinen Alkohol gab – und wenn, dann nur auf dem Schwarzmarkt in Sabang wie wir erfuhren. Das hat nichts damit zu tun, dass die Insel konservativ muslimisch ist sondern es gab in der Vergangenheit Probleme mit einheimischen Männern die im betrunkenen Zustand Touristinnen belästigt hatten. Somit entschied die Inselregierung, Bier und anderen Alkohol zu verbannen.

An einem Abend fuhr ich mit Atim zu den Jungs von Monster Divers da Sergio Geburtstag feierte. Die Freude über das Wiedersehen war groß. Ich wäre auch bei Monster Divers tauchen gegangen aber da das Divecenter außerhalb von Iboih liegt war es eben nicht so einfach dort vorbeizuschauen – und um ehrlich zu sein bekommt man Rubiah einen Discount je mehr Tauchgänge man dort absolviert desto günstiger wird es.

Natürlich konnte ich es mir auf Pulau Weh nicht entgehen lassen, die Sonnenuntergänge am Meer anzuschauen. Atim nahm mich mit zu 3 verschiedenen Spots: Secret Beach, zum Swallow Cave und zum Kilometer Nol, der Nullpunkt. Es gibt für mich fast nichts schöneres als einen Tag mit einem Sonnenuntergang am Meer ausklingen zu lassen.
Atim nahm mich an meinem letzten Tag, an dem ich nicht Tauchen  ging, mit auf eine Insel-Tour mit dem Motorrad.
Warum ich nicht tauchen gegangen bin ? Nun  ich hatte zwei Tage darauf meinen Flug nach Java. Bewusst machen sollte man sich, dass in einem Flugzeug ein Druck herrscht, wie in etwa 2.500 Metern Höhe. Liegt der letzte Tauchgang erst kurz zurück und wird dann eine Flugreise angetreten, besteht die Gefahr, dass es zu einem Dekompressionsunfall kommen kann. Auslöser kann der rapide Druckabfall im Flugzeug sein. Dies ist zu vergleichen mit einem zu schnellen Aufstieg im Wasser, bei dem ebenfalls ein schneller Wechsel von einem höheren zu einem niedrigeren Umgebungsdruck vorliegt. In einer Flugzeugkabine herrschen während eines Flugs lediglich 0,75 Bar.  Weiterhin liegt hier ein geringerer Sauerstoffgehalt vor. Dies beeinflusst die Sauerstoffsättigung im Organismus negativ, was eine nachträgliche Dekompressionskrankheit fördert. Aber nicht nur weniger Sauerstoff wird dem Körper während eines Fluges zugeführt, ihm wird auch Feuchtigkeit entzogen. Dies liegt an der erheblich trockeneren Luft im Flugzeug, die für eine geringe Luftfeuchtigkeit sorgt. Diese Faktoren zusammengenommen stellen bereits eine große Belastung für den Körper dar. Wurde zudem erst kürzlich ein Tauchgang absolviert, wird die Gefahr einer Dekompressionskrankheit im Nachhinein noch verstärkt . Empfohlen wird daher die sogenannte Flugverbotszeit, nach der man mindestens 24 Stunden nach einem Tauchgang vergehen lassen sollte, bevor ein Flugzeug bestiegen wird [http://www.taucher.de/fliegen-und-tauchen-was-ist-zu-beachten].

Ich habe mich sehr gefreut, dass sich Atim die Zeit für mich genommen hat, mir die Insel zu zeigen. Somit sah ich dann ein wenig mehr als die Unterwasserwelt und Iboih Beach .
Als erstes kamen wir an einem Wasserfall vorbei. Hier stoppten wir und gingen schwimmen. Und sammelten bevor wir gingen einiges an Müll auf. Dann kamen wir an einem Vulkan vorbei, der auch noch aktiv ist und penetrant reichenden Schwefelgeruch freisetzt. Dann stippten wir an einem einsamen Strand wo kein einziger Tourist zu sehen war. Ganz ruhig und entspannend. Es gibt auf Pulau Weh übrigens auch zahlreiche Makaken. Ihnen ist mit Vorsicht zu begegnen, sie können ganz schön aggressiv sein. Zwei versuchten mich während der Motorrad-Tour anzuspringen. Und ein Affenbiss bedeutet den direkten Weg ins Krankenhaus da sie Tollwut und anderes Krankheiten übertragen können.

Iboih Beach und Pulau Weh haben mir sehr gut gefallen. Vor allem auch deswegen, weil ich hier liebe Menschen kennengelernt habe und mich im Diveshop Rubiah Tirta Divers absolut wohl gefühlt habe. Nun bin ich am Überlegen, im Juni und Juli wieder zurückzukommen um den Divemaster hier zu machen. Ich habe zwei Jungs, Jaquomo und Moritz hier kennengelernt, die den Divemaster bereits gemacht bzw. gerade dabei waren ihn zu absolvieren und die mir Rubiah Tirta wärmstens empfohlen haben.

Dann hieß es Abschied nehmen der mir schwer fiel. Ich schließe auf meiner Reise die Menschen hier einfach so schnell in mein Herz.
Mit dem Bus fuhr ich zur Fähre und nahm wieder die langsame Fähre zurück nach Banda Aceh. Dort übernachtete ich eine Nacht in einem Guesthouse und am nächsten Morgen ging es für mich weiter nach Jakarta um am 18.3. pünktlich zur Hochzeit meiner Freundin Niha in Temanggung, Zemtraljava anzukommen.

Infos zu Pulau Weh / Iboih Beach

Hinkommen:
Es gibt Flüge nach Banda Aceh bei verschiedenen Airlines und es gibt auch Flüge nach Sabang (limitiert), beispielsweise von Jakarta oder Medan:
Ich habe den Nachtbus von Binjai (in der Nähe von Medan) genommen, würde dies aber auf keinen Fall wieder machen aufgrund von großen Sicherheitsbedenken: Die Nachtbusse werden mit Steinen attackiert – wie auch meiner – und wer Indonesien bereits mit dem Bus bereist hat weiß, dass der Verkehr einfach verrückt ist.

Unterkünfte:
Iboih Beach bietet zahlreiche Unterkünfte. In der Regel sind es Bungalows die entweder direkt am Meer sind oder zurückgelegen im Inland- Je nach Lage variiert der Preis. Ich habe beim Ohlala-Cafe & Bungalows für eine Nacht 80.000 Rp bezahlt, mein Bungalow lag nicht direkt am Meer sondern etwas weiter im Inland. Die Bungalows sind mit Ventilator ausgestattet und verfügen über ein eigenes Bad- In der Nebensaison (der Zeitpunkt als ich dort war) kann man die Preise verhandeln (das haben auch wir getan).

Diveshops:
Rubiah Tirta Divers
Iboih Beach – Pulau Weh
Tel: +62 652 3324555
Email: info@rubiahdivers.com
http://rubiahdivers.com

Monster Divers
Gapang beach – Pulau Weh
EN/ES +62 812 69 60 68 57
ID/EN +62 812 65 76 87 55
http://www.monsterdivers.com

Bukit Lawang – ein Gefühl von Zuhause

17.2. –  08.03.2016

…und dann passiert das, womit man nicht unbedingt rechnet wenn man auf Reisen ist: Man ist an einem Ort und man möchte am liebsten nicht mehr weg. Die Menschen sind so herzlich, freundlich und hilfsbereit. Und immer mit einem Riesenlächeln im Gesicht. Und genau dieses „Ich-will-hier-nicht-mehr-weg-Gefühl“ hatte ich in Bukit Lawang. So wie hier erging es mir bis jetzt nur mit Gili Meno vor 2 Jahren.

Ja ich habe fast 3 Wochen in Bukit Lawang verbracht und hatte eine wunderbare Zeit. Eine kleine Unterbrechung gab es, ich habe 4 Tage am Toba-See verbracht (Blogpost hier).
Was ich in Bukit Lawang die ganze Zeit gemacht habe ? Nun ja, entspannt und meine Zeit mit lieben Menschen verbracht. Zum Schwimmen im Fluss, abends am Lagerfeuer mit Gitarrenmusik und gemeinsamem Singen, ich war in Batu Katak – ein Ort in der Nähe – auf einem Höhlen-Trekk, ich habe bei einem Englisch Camp vor Studenten der Universität von meinen Erfahrungen als Touristin und meinen Schock über das große Müllproblem gesprochen – also einiges. Und Bukit Lawang ist ein perfekter Ort zum Runterkommen.

Aber nun mal ausführlicher:
Am Samstag nach den 2 Tagen im Dschungel ging es erst mal auf eine Radtour mit Dodi, Nicco und Rian. Ich glaube es war nicht der richtige Zeitpunkt, ich stellte fest, dass ich vom Riesen und vom Dschungel doch ziemlich müde war. Nun mit Mountainbikes ging es Richtung Batu Kapal, ein Ort um die Ecke von Bukit Lawang. Der Ort grenzt an den Dschungel und dort hat man ab und an die Möglichkeit wilde Orang-Utans zu sehen. Leider war er als wir ankamen schon weg.

Über steinige und teils glitschige Wege ging es über Stock und Stein. Ich hatte Mühe, mein Mountainbike zu manövrieren, das war schon ziemlich tricky.
Mittags hielten wir dann an einem Warung an und machten Pause.
Danach ging es weiter durch das Dorf. Dort konnte ich mir ansehen, wie eine Frau braunen Palmzucker herstellt. Der Saft der Palmblüten wird geerntet und dann lange gekocht. Dann wird er in Formen gegossen und verkauft.
Dann  ging es weiter zu einem Bauern, der doch tatsächlich hier im Dschungel seine eigene Biogas-Anlage errichtet hatte und somit seinen Eigenbedarf mit Gas deckt – ich bin so beeindruckt. Er hält Rinder und aus dem Mist stellt er Gas her. Genial. Damit rechnet man hier einfach nicht. Auf meine Frage, wo er denn die Idee her hat meinte er, er hatte sich eben umgehört, im Internet geforscht und die Anlage gebaut. Ich hoffe er verbreitet das schnell und nachhaltig, das ist total toll Einheimische zu treffen, die sich über Umwelt und die damit zusammenhängenden Problematiken Gedanken machen und sich auch überlegen, wie sie davon profitieren können. Die Biogasanlage ist ja nichts anderes als wertvolles Recyceln und kommt dem Bauern selbst zu Gute. Das ist wohl der richtige Ansatz, den Menschen zu verdeutlichen, dass sie mit solchen Maßnahmen gewinnen.
Danach fuhren wir mit den Rädern zu Janines und Dodis Haus. Die beiden wohnen sehr schön an Riesfeldern und Tümpeln und haben Kokosnusspalmen, Ananas und Papaya- und Kakaobäume direkt vor der Haustür. Also gab es erst mal frische Kokosnuss und Ananas.
Janine erwartete ein Freundin um einen deutschen Streuselkuchen zu backen. Ich blieb einfach ein wenig.


Später brachte mich Dodi dann mit dem Motorbike nach Bukit Lawang zurück.
Als ich dort die Brücke überquerte traf ich ein paar Jugendlich aus Medan. Es war dann eine Gruppe von ca. 20 Kids und jeder wollte ein Selfie mit mir machen – haha, sensation of fame 😀
Zum Glück hatten sie einen Betreuer dabei, der mich dann bat ein Gruppenfoto machen zu lassen. Puh zum Glück, ich weiß nicht wie lange es gedauert hätte bis alle ihr Selfie gemacht hätten. Tja ich falle hier einfach auf, groß, weiß und dazu noch blond. Manchmal würde ich hier einfach ganz gerne unsichtbar sein, um ehrlich zu sein. Das ist so gar nicht mein Ding so viel Aufmerksamkeit und Beachtung zu bekommen. Aber das ist hier nun mal so und irgendwie finde ich es noch ganz süß wenn ich hier angesprochen und um ein Foto gebittet werde. Was ich aber nicht leiden kann ist, wenn ich neben Leuten sitze und die dann ihr Handy so drehen, dass ich auf dem Sefie mit drauf bin. Da habe ich schon ganz plötzlich Grimassen gezogen. Sorry, aber man kann ja fragen:

Ich habe an dem Tag auch einfach nichts mehr gemacht weil ich so platt war und ich bin einfach nur früh ins Bett.

Wenn Dein Körper auf Reisen rebelliert ….

Am Sonntag habe ich lange geschlafen und einfach nichts getan. ich habe mich eigentlich nur von meinem Zimmer zum Guesthouse bewegt und entspannt. Ich hab einfach gespürt, dass ich eine Pause brauche. Wer mich kennt weiß, dass ich eher zu der Sorte Menschen der Überaktiven gehöre und eigentlich die ganze Zeit irgendetwas mache, sei es Sport, rumlaufen, spazieren gehen etc. – aber jetzt hat mein Körper einfach mal Stopp gesagt. ich war einfach nur unendlich müde und wollte weder die Gegend erkunden, noch auf die andere Seit vom Fluss gehen, einfach gar nichts tun. Das einzig produktive an diesem Tag war das Serviettenfalten mit Nicco und Belan fürs Restaurant, haha.

Abends hat mich Rian dann noch mit auf eine Hochzeitsfeier im Dorf mitgenommen. Ich habe mir ein wenig etwas erklären lassen: In der Region dauern die Festivitäten oft 3 Tage. Das ganze Dorf ist eingeladen zum Essen und Feiern. Als Geschenk überreicht man einen Briefumschlage mit Geld.
Wir kamen dort also an und bekamen erst einmal etwas zu essen. Es war der Letzte Tag der Feierlichkeiten, das Brautpaar haben wir leider nicht gesehen, es war wohl dabei sich umzuziehen.
Auf einer Bühne wechselten sich verschieden Sänger ab, rund ums uns herum saßen Leute und aßen, Kinder sprangen herum und ich mittendrin.
Als ich meine Kamera rausholte waren die Kids total aufgedreht und wollten unbedingt dass ich Fotos von ihnen machen, witzig.


Bin an dem Abend auch relativ früh ins Bett. Aber die Nacht war alles andere als erholsam. Mein Magen hat Terror gemacht. Ich habe keine Ahnung wieso aber ich verbrachte die halbe Nacht auf der Toilette und am nächsten Tag ging es mir absolut nicht gut. Ich denke mein Körper hat einfach mal die Notbremse gezogen : Die 3 Wochen in Malaysia und Singapur waren gut gefüllt, ich habe viel gemacht, bin viel herumgereist, habe viel erlebt und das war alles in allem ein echt intensives Programm wenn ich darauf zurückblicke. Das hat nun seinen Tribut gefordert.
Ich bin zwar an dem Tag mit Nicco zum Bat Cave – eine Fledermaushöhle – gegangen aber das war eigentlich keine gute Idee. Also habe ich am Nachmittag einfach geschlafen und nichts gemacht – das einzig richtige. Also besser mal auf den eigenen Körper hören – der weiß in der Regel, was gut für einen ist.


Später habe ich im Guesthouse Lu und Lena kennengelernt, zwei Mädels aus der Oberpfalz die gemeinsam auf Sumatra unterwegs waren. Die beiden hatten ebenfalls mit Magenproblemen zu kämpfen. Wir haben also Medikamente ausgetauscht und uns gegenseitig Mut zu gesprochen.
Aber ich wurde auch ganz lieb von Belan und Nicco mit lokaler Medizin – das war ein Mix aus verschiedenen getrockneten Gewürzen und Kräutern – und Ingwer Tee versorgt. Ingwer Tee ist jetzt hier mittlerweile eh mein absolutes Lieblingsheißgetränk.

Und wieder werden die Reisepläne über den Haufen geworfen

Na und wie schon so oft habe ich mal wieder meine Reisepläne geändert. Eigentlich wollte ich nach Bukit Lawang weiter nach Pulau Weh und dann zum Toba-See. Nun das hätte aber irgendwie nicht so Sinn gemacht, dachte ich mir als ich mal die Entfernungen auf der Karte ansah.
Also entschloss ich am kommenden Sonntag zum Toba-See zu fahren und von dort aus anschließend nach Pulau Weh. Zudem buchte ich meinen Flug von Banda Aceh nach Jakarta am 16.3., da ich am 18.3. bei Niha meiner Freundin für ihre Hochzeit auf Java sein wollte. Nun es kam im Endeffekt eh auch wieder ein bisschen anders aber dazu später…

Am Mittwoch bin ich mit Janine, Dodi und Nicco ins nahegelegene Batu Katak gefahren. Dort ist man direkt im Dschungel, es gibt zahlreiche Tropfsteinhöhlen, die wirklich sehenswert sind. Seit ca. 3 Jahren werden auch Touren für Touristen angeboten. Janine und Dodi möchten enger mit den dortigen Guides und Verantwortlichen zusammenarbeiten um Kunden in Bukit Lawang ein breiteres Angebot neben den Dschungel-Trekks anbieten zu können. In Batu Katak ist der Tourismus erst noch im Kommen. Auch gibt es hier eine NGO, die sich mit dem Schutz des Dschungel und der Tiger beschäftig. Ziel ist es, hier den Eco-Tourismus voran zu bringen.
Hierfür muss noch einiges getan werden: Die Guides müssen geschult werden und sie brauchen Englischunterricht.
Janine und Dodi trafen wich mit dem Tourismusverantwortlichen um über gemeinsame zu Projekte und die Art der Kooperation zu sprechen. Spontan entschied ich mich dafür am kommenden Samstag einen Trekk zu einer der Tropfsteinhöhlen zu machen.

Abends zurück im Guesthouse machte ich eine ziemlich unangenehme Entdeckung: Mein ganzer Oberköper von rotem, juckenden Ausschlag übersät – ich dachte erst, es wären Moskito-Stiche weil ich ja den ganzen Tag im Dschungel war aber so viele ? Und in der Art ?
Nach dem Duschen zog ich ein Longsleeve an und ging ins Restaurant. Nun und dann fing es an, überall zu jucken. Plötzlich hatte ich den Aussachlag auch auf meinen Armen. Da kam ich endlich auf den Zusammenhang: Ich hatte vor einigen Tagen meine Wäsche zum Waschen weggeben. Aber leider wurde die Sachen nicht per Maschine sondern von Hand gewaschen – und sämtliche Rückstände und Chemikalien waren noch in den Fasern und meine Haut lief am ganzen Körper Amok. Das war einfach eine heftige allergische Reaktion auf ich weiß nicht was.
Ich ging in mein Zimmer und duschte zwei Mal, das half aber auch nicht viel. Ich hatte das Zeug wohl nun auch unter den Fingernägeln und sonst überall. Auch die Tatsache, dass ich Kleidung die nicht bei der frischgewaschenen Wäsche dabei war anzog half nichts. Die Quaddeln verbreiteten sich in über meinen ganzen Körper. Ich bemühte mich nicht zu kratzen. Ja und zum selben Zeitpunkt fing mein Magen auch wieder an verrückt zu spielen. Die Details der Nacht spare ich hier aus , kurz: Sowas wünsche ich niemandem.
Am nächsten Tag war ich entsprechend fertig und hatte da einen kurzen Breakdown und war komplett fertig mit den Nerven. Nun ja, ich raffte die gewaschene Wäsche zusammen und ging ins Dorf um einen Laundry-Service mit Maschine zu finden. Bei Yen, im Musli Mucky Bungalow, gab ich sie ab in der Hoffnung, dass diesmal alles ausgespült wurde.

Am Donnerstag ging ich am Nachmittag mit Janine in die Englischschule, einfach um mir das mal anzusehen. Die indonesische Kinder sind total wissbegierig und sehr motiviert. Ich bin immer total beeindruckt wenn ich hier spazieren gehe und auf Kinder treffe die mich direkt fragen: Hey Miss, How are you ? What’s your name ? Where do you go ?

Die Abende verbrachte ich meistens im Bukit Lawang Indah mit den Jungs die dort Gitarre spielen und singen. Übrigens: Das ist Teil vom Gesamtpaket. Es gibt viele Jungs, die hier als Guides arbeiten und mit den Touristen in den Dschungel gehen. Nun ja und viele sind eben darauf aus, eine weiße Touristin als Freundin zu haben. Also wird dann abends – insbesondere wenn viele neue Mädels angekommen sind – die Gitarre ausgepackt, gesungen und Smalltalk betrieben – natürlich in der jeweiligen Landessprache der Ausgewählten – und Annäherungsversuche gestartet. Ich für meinen Teil finde es ziemlich amüsant zu beobachten und von meinen Erfahrungen lässt sich das Dekor austauschen gegen Bali, die Gili Inseln etc. – das Verhalten vieler indonesischer Männer an touristischen Orten – ich sage nicht alle da ich auch andere Erfahrungen  gemacht habe und absolut nicht alles generalisieren und alle über einen Kamm scheren möchte – sehr, sehr ähnlich.
Über die sogenannten Beachboys aus Kuta, Bali gibt es sogar einen sehr informativen Dokumentarfilm : Cowboys in Paradise . Kann ich sehr empfehlen.

Am Samstag brachte mich Nicco frühmorgens nach Batut Katak. Dort starte ich dann zu einem halbtägigen Trekk zum River-Cave. Über Wege und  durch Flüsse führte mich mein Guide – ich war die einzige Teilnehmerin – zur Höhle. Ich hätte gerne im Vorfeld gewusst, dass ich so oft durchs Wasser waten musste, ich hatte keinen Drybag für meine Kamera dabei und war etwas leicht genervt.
Bevor wir den Eingang der Höhle erreichten hatte ich noch das Glück, einen sogenannten Titanenwurz – Amorphophallus titanum – zu sehen.
Die Titanenwurz oder Titanwurz (Amorphophallus titanum) ist eine auf Sumatra heimische Pflanzenart, die zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) gehört. Sie bringt den größten unverzweigten Blütenstandim Pflanzenreich hervor. Die bis 3 Meter hohe Blume sondert einen an den Urwald angepassten Aasgeruch ab und lockt damit Kurzflügler und Aaskäfer an, die für ihre Bestäubung sorgen. Die Blume blüht nur ca. eine Woche und dann dauert es wieder ca. 15 Monate bis eine neue wächst und blüht. Hier gibt es mehr Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Titanenwurz

Nun gut nach ca. 1 Stunde erreichten wir die Höhle und los ging’s. Hier gab es nicht nur schöne Tropfsteinformationen sondern auch einiges an Getier zu sehen: Frösche in zahlreichen Grau-Braun – und Erdtönen, Spinnen, Fledermäuse und unzählige Grillen.
Insgesamt 1,5 Stunden waren wir in der Höhle. Gegen Ende stand ich bis zur Hüfte im Wasser :-O Darauf war ich mal gar nicht vorbereitet. Und gegen Ende bekam ich leichte Platzangst denn die Höhle war wirklich stockfinster, nur die Taschenlampen ermöglichten es, etwas zu sehen.
Ich hatte vorher noch nie eine so lange Tropfsteinhöhle besichtigt und es war eine tolle Erfahrung. Aber ich glaube nochmal muss ich das nicht machen.

Vor der Höhle bereitete mir mein Guide (ich kann mich leider nicht er an seinen Namen erinnern) ein total leckeres Lunch zu. Es gab Omelette, Gemüsecurry, Reis und Tempe und als Nachttisch frische Ananas. Es war so lecker und echt reichlich.


Dann machten wir uns auf den Rückweg und waren gegen 14h wider im Dorf. Mein Guide war beeindruckt, er meinte ich wäre so stark .Er hätte die gleiche Tour schon mit anderen Touristen gemacht aber mit den wäre er immer erst gegen 16:30h wieder zurück gekommen. Nun, ich muss sagen, ich hatte eine Woche volle Entspannung und Erholung und war körperlich wieder voll fit und in Form.
Nach dem Trekk bat er mich, mich ins Gästebuch einzutragen. Ich kann nun mit Stolz sagen, dass ich die erste deutsche Touristin bin, die eine Tour in Batu Katak gemacht hat. Ich wünsche dem Ort, dass noch viele folgen denn es gibt sehenswerte Höhlen und tolle Landschaften zu entdecken.

Am Sonntag heiß es Abschied nehmen und ich fuhr zum Lake Toba (Blogpost folgt)
Nun was soll ich sagen: Ich habe es dort nur 3 Tage ausgehalten, am Donnerstag, den 03.03. bin ich wieder den ganzen Weg zurück – 9 Stunden im Mini-Bus – nach Bukit Lawang gefahren. Und das war die richtige Entscheidung, vom Herzen hat es sich genau richtig angefühlt.
Ich hatte niemandem Bescheid gesagt dass ich zurückkommen und war somit eine kleine Überraschung. Und alle haben sich gefreut. Das war echt schön. Natürlich blieb ich wieder im Indah.

Hier habe ich dann Sarah kennengelernt, eine Schweizerin die bereits schon mal in Bukit Lawang als Volunteer war. Sie nahm mich mit zum Schwimmen im Fluss – das hatte ich bis jetzt noch nicht gemacht und zeigte mir ein paar lokale Warung (Restaurants der Einheimischen).
Am Samstag fuhr ich mit Bobi – er ist ein Bekannter von Janine und baut zurzeit ein Eco-Resort und ein eigenes Projekt um den Eco-Tourismus in Bukit Lawang und Umgebung voranzureiben – nach Batu Kapal gefahren. Dort fand ein English Camp der Universität Medan statt. Dort kam dann auch Vicki hinzu, ein Tscheche der seit Jahren für die NGO Green Life gearbeitet hatte, Dschungel-Patrouillen unternimmt um den Urwald und die Tiere zu schützten (Verfolgung von illegalen Wilderern, Einkauf von Wildtieren auf dem Schwarzmarkt etc.). Dann kam auch noch Joaquin hinzu. Er kommt aus Puerto Rico, ist Biologe und hat es sich zur Aufgabe gemacht, ebenfalls im Bereich Umweltschutz mit einer eigenen Organisation in Batu Katak und Umgebung tätig zu werden.
Der Veranstalter des Camps bat uns einfach, über unseren Cause – also Umwelt und Problematiken mit den Studenten zu sprechen.
Bobi, Vicki und ich setzten uns zu einer Gruppe. Vicki erzählte von seinen Aufgaben und Tätigkeiten, die er hier in Indonesien durchführt. Bobi sprach ebenfalls darüber und betonte immer wieder, wie wichtig es ist, dass die junge Generation für die Zukunft unseres Planeten alle Faden in der Hand hält. Ich  berichtete über meine Erfahrungen als Touristin in Indonesien, die kommt, um die wunderschöne Natur zu entdecken und die leider feststellen muss, dass Mount Rinjnai zu gemüllt ist und nicht mal im Toba See schwimmen möchte da dort über all Plastikflaschen und weiterer Plastikmüll im See schwimmt. Und wie traurig und bestürzt mich das macht da Indonesien so reich an wundervoller Natur ist die Indonesier sich aber darum nicht scheren und langsam aber sicher alles zerstört wird, wenn nichts geschieht.

Ich hoffe die Studenten haben etwas mitgenommen und ich hoffe wir konnten ihr Bewusstsein ein wenig für die genannten Problematiken sensibilisieren.
Ich denke genau solche Kampagnen sind hier wichtig – Bildung ist so wichtig. Die Menschen gehen nicht absichtlich mit der Umwelt so um, die meisten wissen es einfach nicht besser. Daher ist es so wichtig, dass Bildungsinitiativen unternommen werden, das Aufklärung betrieben wird und das bereits ab Schulalter. Es ist unwahrscheinlich, das Verhalten der älteren Generationen zu ändern daher sind besonders Aktionen wie diese vor Studenten und jungen Leuten wichtig.
Ein anderer wichtiger Punkt ist es auch, in den Regionen wo viele Menschen vom Palmöl leben, eine Alternative anzubieten. Das kann zum Beispiel im Bereich Eco-Tourism sein, dass die Leute zu Guides ausgebildet werden denn sie kennen die Gegend und den Dschungel und haben somit nicht nur ein Einkommen sondern auch einen positiven Impact auf die lokale Gemeinschaft und den Tourismus.

Ein paar Eindrücke von dem English-Camp gibt es hier auf Bukitlawang.asia:
http://www.bukitlawang.asia/ecoproject/05-03-2016.html

Eigentlich hatte ich vor am Sonntag bereits von Bukit Lawang nach Banda Aceh und dann nach Pulau Weh zu fahren. Nun aber irgendwie konnte ich mich noch nicht so ganz trennen und wollte mich auch noch nicht verabschieden. Alle machten schon ihre Witze über mich und meinten, jaja in einem Monat bist Du immer noch hier 😉

Nun aber innerlich kribbelte es, ich konnte in Malaysia aufgrund der Monsun-Zeit nicht tauchen und Pulau Weh ist einer schönsten Tauchspots in Indonesien und ich konnte es langsam nicht mehr abwarten endlich wieder Unterwasserwelten zu erkunden.
Am Dienstag den 8.3. machte ich mich nachmittags mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Weg nach Binjai um von dort den Nachtbus nach Banda Aceh zu nehmen.
Aber in meinem Hinterkopf hielt ich bereits fest, dass ich gerne nochmal wiederkommen möchte, wahrscheinlich im August bevor ich – soweit der Plan – nach Neuseeland aufbreche. Dann möchte ich mich auch in einem Projekt einsetzen und Volunteering machen. Sampai jumpa Bukit Lawang !

 

 

Singapore, you surprised me !

14.02. – 17.02.2016

Before my stay in Singapore, I had some typical prejudices about this city-state: no culture, artificial city, no vibes, too clean, too smooth and boring.
But only in 2 days I discovered an interesting city which has quite a lot to offer. OK yes, it’s expensive but you normally don’t stay for an eternity because Singapore is a perfect transportation hub for South-East-Asia as flights go to everywhere from here so it’s a city for a short stay.

So we arrived in the evening at around 8:30 pm. We took the bus in Melaka at 2:30 pm so the time was quite long. But the reason for that is simple: Get 30 people out of the bus at the Malaysian border to get the departure stamp in the passport, get all the people back into the bus as to drop them 10 min later at the immigration for Singapore again as to get the Singaporean entry stamp. As I was always wondering how this immigration administration is done by travelling over land – now I know it. I was lucky to be not alone, I would have been afraid that I would have not found our bus again as they dropped us off at a door and moved to a parking place. And of course there were many other busses too. As we came finally back to our bus we just put all our stuff back , the bus driver observing us. When we just finished he said that we have to change the bus. Are you kidding me ? Whatever.

So the bus dropped us off at the final destination and from here we had to walk for around 30 minutes to our hostel which was close to Little India.
When w e arrived we just put our bags into our room and went outside to eat something. Once again, Indian food saved my life. We had Masala Dosai, a pancake with some sauces and I had another Prata filled with onion and mushroom. After I bought some oats, fruits and soymilk for breakfast (sorry, toast and jam is definitely not a real breakfast, so even if it’s for free, I don’t go for that shit). I was quite happy that our hostel had a well equipped kitchen.

The next morning Daniel and me started our tour through the city. We walked from our hostel to Marina bay and around the Esplanade. It’s really impressive.
In Singapore, they have the Singapore Flyer is a giant wheel with an overall height of 165 metres and which is the second highest wheel of the world. Skyscrapers, shopping malls, former colonial buildings form the cityscape.

As a pedestrian it is very comfortable to walk through Singapore – not as in the other south-east-Asian cities like Bangkok, Kuala Lumpur or Jakarta. Traffic lights are working and drivers are more respectful. So we walked our way through the city. We made a stop at the Raffles Hotel, the famous place where they invented the cocktail Singapore Sling and which is a five star rated luxury hotel with a  classic colonial architecture which has been perfectly preserved and which provides a stark but lively contrast against its modern-skyscraper neighbours.
We strolled through Chinatown (which is not really Chinese anymore but rather for tourists), among the skyscrapers and green areas. As Singapore is rather pricy as the other countries around, it’s recommended to eat on hawker stalls, food courts or in shopping malls. We luckily found a food court with a large choice of different types of food and even a vegetarian one . So I was in tofu-heaven 😉

After lunch we went to the Gardens by the Bay, a huge park behind the Marina by the Bay building.

About the Gardens by the bay:
Gardens by the Bay brings to life the National Parks Board Singapore’s vision of creating a City in a Garden. The Gardens captures the essence of Singapore as the premier tropical Garden City with the perfect environment in which to live and work – making Singapore a leading global city of the 21st century.
In January 2006, an international master plan design competition was launched to seek world-class design ideas for Gardens by the Bay. It drew more than 70 entries submitted by 170 firms, from over 24 countries, including 35 from Singapore.
An 11-member Jury comprising local and international experts shortlisted eight teams and two winners were announced in September 2006; namely Grant Associates for Bay South and Gustafson Porter for Bay East, both from the UK. A decision was made to develop Bay Central later.
A public exhibition of the master plan concepts and models of the winning teams was held in September 2006 at the Singapore Botanic Gardens. Over 10,000 people visited the exhibition and over 700 gave their feedback. An overwhelming majority 85% of those surveyed liked the features in the master plans and over 97% said they would visit the gardens.
Gardens by the Bay broke ground in November 2007, signalling the commencement of the Gardens’ development. Subsequently, development of Bay East Garden also commenced. It was developed as an interim garden to be used as a staging site for some of the rowing and canoeing events of the Youth Olympic Games (YOG) in August 2010. Following the YOG, Bay East underwent reinstatement works and was open to the public in October 2011.
A special preview of Flower Dome was held in November 2011 in conjunction with the World Orchid Conference (WOC). Some 300,000 members of the public visited both WOC and Bay South Garden.

In the Gardens are two large domes – the Flower dome and the Forest dome. I’m always thinking about for what I spend my money over here , I didn’t take part in any tour in Malaysia or spent money for an attraction but the domes were definitely worth it. The flower dome houses a large variety of different kind of flowers from different regions. The forest dome houses a large variety of trees, tropical plants and has a waterfall. On canopy walks you can walk around in the heights, have a view on the trees and get a little jungle feeling.

After that it was around 5:00 pm and we headed back to the hostel. Our plan for the evening was to go upstairs on the Rooftop bar Cé la vie on Marina Bay.
If you like to have a view over the city from Marina bay you can either choose if you want to spend 23 $ just to get on the visitors platform or to get at the 57th level to the bar and get a drink.
I think it’s quite clear that having a drink at the bar is far a better deal 🙂

Of course we dressed up as the dress code is chic and casual. The view is really stunning. So we had a Singapore Sling (what else). I think this was the most expensive cocktail I ever had in my life: 29 $. But well, you only live once. And it was definitely delicious.


We enjoyed the view and our drink and of course we took a lot of pictures. So we asked a guy to take a picture from us. It turned out that Jamel was French and originally from Paris but living in Switzerland. So we started talking for ages and of course I did not refuse the invitation for another Singapore Sling 😀
As Jamel was in a guest house close to my hostel we went back by the tube to Little India and had  dinner together. Unfortunately we missed us the day after to do some sightseeing together.

Jamel it was really nice to meet you, I hope we keep in touch. All the best for your projects in Switzerland and as I said: You always meet twice in life.

Oh and I want to mention that Daniel and me walked around 34 km this day !!!! He used his step tracker so we could see the result. Crazy. Well walking is my daily exercise since I travel. And I walk really a lot.

The other day we went to discover the Botanic garden and the Orchid garden which are really nice to visit. I never saw so many different kinds of orchids in one place.


After that we went back to the centre as we wanted to have a look on Sentosa Island. WE walked the way to the island and well – that was definitely a waste of time. Sentosa Isand is only a huge Disneyland on an island, a huge attractive and fun park.

So we took the tube to Little India and checked out the famous shopping centre Mustapha Centre, a huge shopping centre where you can find everything from food, jewellery, clothes, cosmetics, perfumes and so on. And it’s so large and complex that Daniel and me lost each other.
I finally found some native coconut oil, bought some Kaya – a Singaporean bread spread made of coconut milk, eggs and sugar, the Kaya toast is even a speciality for breakfast and when you look up at google it will give you the top 5 places where to eat the best kaya toast – and then went back to the hostel. And met Daniel here again.

Later we left to see the sunset at Marina bay and the light shows.
The skyline looks really impressive and beautiful in the evening sky with all the lights. At 8:00 pm there was a light, laser and water show with animations, it was a  bit kitsch but still very nice to see.
When the light shows finished, we went to see Gardens by the bay by night. The so called Supertrees were glowing in colorful lights in the dark and the setting was beautiful.

Later we went back to grab some Indian food again wend then back to the hostel.
I only had 2 days in Singapore, a third one would have been good to see and explore even more and not only the must-see tourist spots. The city has much to offer and is simply interesting to stroll around. Here as well there is a multicultural mix whereas 74% of the population are Chinese and the rest are Indians, Malaysians and other groups.
Oh and of course Singapore is home to many expats from all around the world.
I was positively surprised by Singapore: The city is clean and tidy, even if it is a huge city, I had the impression the city and its people are quite relaxed and laid back. Of course there are a lot of prohibitions but I think they are not too tough to live with.
Singapore also is committed to environmental protection and sustainable  development. I was surprised when I saw recycling bags for the different types of rubbish in public places. When I left Paris I said that I would never ever live in an metropolitan area but well, Singapore could be a place to….. oh well let‘ see.
I think I come back, at least for a visa run for Indonesia 😉

I highly recommend my hostel: @ The Little Red Dot
Its one of the cheaper options, it’s very clean and tidy, the blankets are freshly washed and the aircon is working. Breakfast is include and you have high-speed wifi (the best one I had so far)
The have a kitchen even with a cooking facility and even female dorms. Price: 11 € / night

@ The Little Red Dot
125 Lavender Street, Singapore
Contact No. 6294 7098
enquiries@atthelittlereddot.com
http://www.atthelittlereddot.com

Melaka / Malacca, Malaysia – Colonial culture and Chinese tourism

12.-14.02.2016

As I said before, initially I didn’t even plan to go to Malacca but as I was stuck in Georgetown for a week and as I didn’t want to spend around  a week in Singapore, I went to Malacca for 2 days.
Well I don’t want to rethink about the awful trip in the night bus – awful because the bus was full and I had a seat with no possibility to move the back position – and I couldn’t change seat because the bus was full. So I leave the 7 hours journey to your imagination, I prefer to forget about that.

I arrived early in the morning at 6 am. Just in time to grab a tea at the McDonalds at Malacca Sentral, the main bus station (all the other shops were still closed). My hostel would only open at 9 am so I decided to wait with 3 other girls from Switzerland at the station. At around 8:30  we took a bus to the city centre. My first impression from Malacca was: quite picturesque. The houses and the streets reminded me of Georgetown.
I could not check in at my hostel, the Ringo’s Foyer Inn but I could take a shower and leave my bags. So I started my exploration of the city.

As Malacca as quite an interesting cultural and colonial background, here are some facts:
About Malacca (Malay: Melaka) is to know that it’s the capital of the state of Malacca, on the west coast of peninsular Malaysia. The city has a rich history and cultural background from previous Portuguese, Dutch and British rule. The city centre was listed by UNESCO as a World Heritage Site in July 2008, along with Georgetown, Penang.
Before the arrival of the first Sultan, Malacca was a simple fishing village inhabited by local Malays. Malacca was founded by Parameswara, also called Iskandar Shah or Sri Majara, the last Raja of Singapura (now known as Singapore) following a Majapahit attack in 1377. Parameswara found his way to Malacca in 1400 where he found a port, accessible in all seasons and on the strategically located narrowest point of the Malacca Strait. This later became Malacca. The power of the Malays began to rise through the 15th century. In the Malay Annals,the sultan Mansur Shah was mentioned as having 6 wives and the fifth was stated to be a daughter of the Ming Emperor. However, in the Chinese chronicles, no such event was recorded.

Things started to change with the arrival of the Portuguese in 1509. They were at first welcomed, but Indian traders soon turned the sultan against the Portuguese and they had to flee. In 1511 the Portuguese returned, and at their second attempt seized the city. This marked the start of the formation of a large Eurasian community. The Portuguese turned the city into a massive walled fortress complete with a tower bristling with cannon. It was believed that such fortifications could withstand the encroachments of other European powers eager for a slice of the Asian luxury goods trade.

An alliance between the Dutch and the Sultanate of Johor Bahru saw the loss much of Malacca’s power. In 1641 the Dutch navy put a blockade on Malacca and they seized the city after six months. During the siege much of the Portuguese city was destroyed.

Only after 150 years did the Dutch lose their hold on Malacca. In 1795 The Netherlands was conquered by the French, and the British were keen to take over the Dutch holdings in Malacca. By that time, Malacca had lost most of its former importance although it remained an important part of Asian trade routes.

The A Famosa gate is all that remains of the old Portuguese and Dutch forts. As the Napoleonic Wars wound down the British knew Malacca would be returned to Dutch control. In order to make the city indefensible the city walls were blown down. A last minute intervention by a British officer, the young Sir Stamford Raffles (founder of British Singapore) saved the gate. Shortly after its return to Dutch rule, the Dutch and British governments swapped colonies – British Bencoolen in Sumatra for Dutch Malacca.

Malacca is a centre of Peranakan culture. When Chinese settlers originally came to Malacca as miners, traders and coolies, they took local brides (of Javanese, Batak, Achenese, etc descent) and adopted many local customs. The result of this is an interesting fusion of local and Chinese cultures. The men are addressed as Babas and the women Nyonyas by their servants meaning Master and Mistress. A small group of Eurasians of Portuguese descent continue to speak their unique creole, known as Cristão or Kristang.

All these historic influences are still seen today. Houses look rather than in the Netherlands than in South-East-Asia, there is also the colonial style which can also be found in Georgetown. With the river and the small bridges, it also reminds of Venice. The city is very similar to Georgetown concerning architecture, population and culture. But maybe I was in the wrong place at the wrong time.  It was the last weekend of the Chinese New Year celebrations and of course, there were Chinese tourists everywhere and the city was crowded. From time to time we I saw other western tourist but not many. And everything is made for the Chinese tourists. The food, the souvenirs, the shops and especially the pop-kitsch Rikschas which you see in the street and you will hear them as they play loud pop-music.

Personally, I found it ok to spend 2 days in Malacca but that was definitely enough. The city doesn’t really have so much to offer.  For me it was all a bit artificial, I didn’t get a local vibe. I was strolling around but personally, I could not connect – completely different to my stay in Georgetown though. I really liked the street art I found along the river but that’s it. Because of Chinese New Year, a lot of local people went away and many shops or interesting places to eat – as a recommended Vegetarian restaurant – were closed.

On Saturday I rent a bicycle at my hostel and Daniel and me went to Malacca Sentral to get our bus tickets for Singapore. At the 6th counter we got them, apparently everybody was heading to Singapore the next day and all the tickets were sold.

The Highlight in Malacca for me to see was the floating mosque: it’s a newly built mosque on the Pulau Malacca. The funny thing about this island (pulau): Nobody is living there. It’s a men-made island in front of Melaka. You can find a lot of newly built houses and buildings but there are all in decline as nobody lives there. The only monument is the Straits Mosque (Malay: Masjid Selat Melaka) which is built over the water.
I went there together with Daniel. As it was so hot on this day, we both wore shorts and t-shirts, so as to enter the mosque we had to borrow some clothes as to cover up. At least they were colorful.
Well I don’t want to imagine to walk around all my life with this kind of clothes. It’s hot and so uncomfortable.

The mosque is beautiful from the outside, I think it would be nice to see it for a sunset.

 

Oh and I tried the last thing of my „Malaysian food to try“-list: Cendol. Its shaved ice, topped with coconut milk, jelly noodles made from rice flour with green food coloring (usually derived from the pandan leaf) and palm sugar. Other ingredients were red beans and grass jelly. Well what should I say – it was interesting to try and I found it more tastier then the Ice kacang I tried in Tanah Rata in the Cameron Highlands. But I think it’s not becoming one of my favourite desserts – sorry Malaysia.

Cendol - Malay dessert, Melaka, Malacca, Malaysia

 

When you stay in Malacca and you look for cheap and simple accommodation I recommend

Ringo’s Foyer Guest House
Adresse: Jalan Portugis, 75200 Melaka, Malaysia
Telefon:+60 6-281 6393

You can book via Hostelworl, Agoda or Booking.com

When Chinese New Year shakes up your travel plans……

Today is my 6th day in Georgetown. I don’t mind at all because the city is nice and I’m lucky with my hostel but well, initially I planned to stay for around 4 days and to head to the North-East before going South to Singapore. But me – and probably a thousand of other backpackers too – underestimated the importance and the influence of the Chinese New Year celebrations here in Malaysia on the 7th and 8th of February.

As you might know there is quite a big Chinese community living in Malaysia, they represent around 24 % of the population.
From my travelbuddies Rita and Ricky, who live in China, I learned, that this is the only occasion for the Chinese to travel around across borders to gather with their family and friends as it is the only time of the year when they can enjoy a real vacation. Thus, the Chinese New year is as important for them as Christmas is for us. By understanding this you understand, that hostels are fully booked, that there aren’t any seats left in busses or trains and that the prices for fight rise up.
But well, you was not aware that the celebrations take more than 2 days and that also official and public institutions are closed. I thought that I could apply for my 60-Day-Tourist Visa at the Indonesian  Consular in Georgetown. But already when I was in the Cameron Highlands I realized that this was definitely not possible on February 8th as it was Chinese New Year, the beginning of the year of the monkey. So I thought it will be find when I go on February 9th – but now, the consular was still closed.
So well I extended my stay at ,y hostel for another two nights until Thursday, February 11th. And as I like to get to know another place I decided to go to Melaka in the South for 2 days before I will go to Singapore.

And don’t get me wrong: I was happy to live the experience of Chinese New Year celebration her in Malaysia but well I didn’t think that it were so exceptional circumstances.

So that is the great thing: You learn so many things by travelling, by exploring and discovering foreign cultures. These experiences are treasures.
These are experiences you will never learn at university or school. It’s all about journeys and an open mind. 

By the way: I can say now that I know Georgetown pretty well now 😉

So I note for myself:
– Never underestimate the will of travel of Chinese people around New Year
– I think there are as double as Chinese people than Malaysians here
– For Chinese New Year you have fireworks and especially firecrackers at day and night – also at 4 am beneath the window of your hostel-dorm

 

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GERMAN VERSION

Wenn das Chinesische Neujahrsfest Deine Reisepläne durcheinander wirft ….

Ich sitze nun noch immer in Georgetown in Penang. Seit letztem Freitag, dem 05.02., bin ich nun hier – das war eigentlich gar nicht so gedacht. Aber ich – und wahrscheinlich 1000 andere Backpacker ebenfalls – haben das Chinesische Neujahrsfest und das Einläuten des Jahres des Affen am 07. und 08.01.2016 und die daraus folgenden Konsequenzen total unterschätzt oder eben nicht für die Reiseplanung bedacht.
In Malaysia lebt eine besonders große Kommune an Chinesen, sie machen ca. 24% der Bevölkerung aus. Meine Travelbuddies Rita und Ricky – beide leben in China – haben uns eben auch erzählt, dass das Chinesische Neujahr für die Chinesen so wichtig ist wie für uns Weihnachten. Das heißt, die Chinesen haben in dieser Zeit lange Ferien und die meisten reisen, um Familie und Freunde zu besuchen. Nun aber dass dann wirklich zwei Tage alles komplett still steht, das war nicht so ganz ersichtlich. Und dass auch staatliche Institutionen geschlossen sind und vor allem für wie lange, war auch nicht so ganz
Bevor ich abgereist bin, dachte ich, ich könnte ich in Georgetown beim indonesischen Konsulat mein Visum beantragen (in KL wurde es mir ja verwehrt). Geplant hatte ich das am 08.02. Bereits in den Cameron Highlands dämmerte es mir dann, dass das wohl nichts wird da am 08.02. der chinesische Neujahrstag war. Dann bin ich mal am Dienstagmorgen, den 09.02., ganz früh zum Konsulat. Tja Pech, das hatte immer noch zu. Und dann nimmt die Visa-Bearbeitung ja auch noch Zeit von 1-2 Tagen in Anspruch. Nun ja ich habe mal vorsichtshalber in meinem Hostel verlängert und bin nun bis Donnerstagabend in Georgetown. Eigentlich wollte ich nach Nord-Osten, nach Kota Bahru aber da es dann mit meinem Flug von Singapur am 17.02. zu eng wird fahre ich nun am Donnerstagabend mit dem Nachtbus nach Melaka, bleibe dort bis Sonntag und fahre von dort aus nach Singapur.
Andere Backpacker wollten eigentlich weiter nach Langkawi aber sowohl die Busse als auch alle erschwinglichen Hostels sind voll. Also sucht man nach Alternativen…..

Nein, ich fand das Chinese New Year nicht blöd – im Gegenteil, es war total interessant, das so direkt mit zu erleben (Einzelheiten folgen in separaten Posts) aber nun ja, ist irgendwie suboptimal wenn man das unterschätzt hat.

Aber genau das ist es, was das Reisen so wunderbar macht: Man lernt so viel wenn man andere Länder, Kulturen und Traditionen entdeckt und offen ist für Neues. Diese Erfahrungen sind so wertvoll. Man lernt das weder an der Uni noch in der Schule. Reisen lehrt uns soviel mehr – soviel mehr Lernenswertes. 

Und: Georgetown kenne ich jetzt echt ganz gut 😉

Ich halte mal wieder fest:
– Unterschätze niemals die Reisewut der Chinesen zum Chinese New Year
– Gerade sind wahrscheinlich doppelt soviel Chinesen als Malaien hier unterwegs
– Feuerwerk gibt es nicht nur am Neujahrstag sondern jeden Tag und jede Nacht – auch morgens um 4h , unterhalb des Fensters Deines Hostels

Kuala Lumpur, Tag 3: Batu Caves, Pool Billard und Chinatown

31.01.2016

Für den Sonntag hatte ich mir mal vorgenommen, es mal langsamer angehen zu lassen und eigentlich nur zu den Batu Caves zu fahren. Beim Frühstück traf ich Paz und Martina, die beiden Mädels aus Argentinine. Wir sprachen über unsere Pläne für den Tag und es stellte sich heraus, dass die beiden ebenfalls zu den Batu Caves wollten. Da lag ja nichts näher als einen gemeinsamen Trip dorthin zu machen.
Es war etwas tricky zur richtigen Zugstation zu gelangen, denn so wirklich offensichtlich ausgeschildert war sie nicht. Der Zug fuhr um kurz nach 12h und war voll mit Indern und Hindus. Wahrscheinlich lag das auch noch an dem vergangenem Pongal-Fest und an der Tatsache , dass  Sonntag war und somit jeder Zeit hatte, um zum beten und für die Feierlichkeiten die Höhlen aufzusuchen.

Die Batu Caves (zusammengesetzt aus malaiisch batu ‚Stein‘ und englisch caves ‚Höhlen‘) sind Kalksteinhöhlen rund 15 Kilometer nördlich der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur und beherbergen mehrere Hindu-Tempel. Ein in der Nähe gelegenes Dorf trägt denselben Namen. Beide erhielten ihn vom Fluss Batu (´malaiisch Sungai Batu), der an dem kleinen Kalksteinmassiv vorbeifließt.
Obwohl die Höhlen den lokalen Stämmen schon seit langem bekannt waren, wurden sie erst im Jahre 1878 durch den Amerikaner William Hornaday berühmt. Die größte ist die 100 Meter hohe sogenannte Tempel- oder Kathedralenhöhle, in der später mehrere Hindu-Schreine errichtet wurden. 272 steile Treppenstufen führen vom Vorplatz hinauf zum Eingang dieser Haupthöhle. Ein wenig tiefer liegt die Dunkle Höhle, ein über zwei Kilometer ausgedehntes, relativ unberührtes Höhlensystem. Um die Fauna, darunter einzigartige Arten wie Gliederspinnen, zu bewahren, ist dieses nur mit Führungen zu besuchen. Zwei am Bergfuß gelegene Höhlen, die Kunstgalerie- und die Museums-Höhle, in denen zahlreiche Hindu-Statuen und Gemälde zu sehen sind, kann man wie die Haupthöhle frei besichtigen. Viele der Schreine erzählen die Geschichte vom Sieg des Gottes Murugan über den Dämon Soorapadam. Die 42,7 Meter hohe Statue Murugans auf dem Vorplatz wurde im Januar 2006 nach drei Jahren Bauzeit fertiggestellt.

Als wir ankamen strömten eine große Menschenmenge aus dem Zug. Es war echt voll an dem Tag. Als wir aus dem Bahnhof auf das Gelände traten kam uns erst einmal ein undefinierbarer Geruch von Weihrauch, Essen, Müll und ähnlichem entgegen – und der Geruch zieht sich auch so ziemlich über das gesamte Gelände. Überall waren Stände mit indischen Süßspeisen, Gerichten, Tee, Schmuck, Souvenirs und so weiter. Und es war sehr viel los. Wir entschieden uns dann uns durch die Menschenmengen zu der Haupthöhle durch zu schlagen.
Ich hatte an dem Tag vorsichtshalber eine lange Hose und ein die Schultern bedeckendes Shirt angezogen, da man sonst einen Sarong leihen muss.
Der Eingang der Höhle steht die Die 42,7 Meter hohe goldene Statue Murugans, die den Platz überblickt. Nach 272 Treppenstufen kamen wir oben und und schauten uns ein wenig die Höhle an. Es gibt wie oben beschrieben noch weiter Höhlen die zumeist aber Eintritt kosten, die Haupthöhle ist gratis und der Besuch hier ist definitiv ausreichend um einen Eindruck zu bekommen.


Wir fuhren dann gemeinsam wieder zurück und ich machte mich auf den Weg zum Hostel da ich noch ein Hostel in den Cameron Highlands buchen wollte und einfach noch etwas chillen wollte.

Später traf ich dann Danilo Esmail, ein netter Kerl aus dem Iran. Keine Ahnung wieso aber er hatte einen Post von mir auf Instagram gesehen, mir eine direkte Nachricht geschickt und dann haben wir uns einfach spontan verabredet. Er hatte früher bereits in KL studiert und kennt sich echt gut aus. Zusammen waren wir nochmal im botanischen Garten spazieren, beim Merdeka Square, Musik-Museum und später dann in Chinatown. Als es anfing zu regen machte er den Vorschlag, Billiard sielen zu gehen. Euh hm, ich bin darin echt nicht gut, und war etwas weniger motiviert: Aber : Ich habe einen Pool-Billard-Kurs von Esmail bekommen und dann hat es auch irgendwann Spaß gemacht weil ich wenigstens mal die Kugeln einlochen konnte .
In Chinatown waren wir dann noch Abendessen. ich nahm zur Abwechslung mal Nudeln mit Gemüse 😉 und eine frische Kokosnuss (die erste meines Trips), total gut. Wir waren zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort denn ein paar junge Chinesen führten in einer Art Hundekostüm eine akrobatische, halsbrecherische Choreographie aus, in Begleitung von Musik. Es war echt beeindruckend, die beiden sprangen simultan unter dem Kostüm von mannshohen Pfosten zum anderen – Runterfallen wäre echt schmerzhaft gewesen. Ans Publikum verteilten die beiden dann noch Orangen. Vermutlich war es eine Probe, denn bald – am 08.01.2016 – wird das chinesische Neujahr gefeiert. ich bin an dem Tag in Penang und freue mich schon darauf da alle Leute sagen, es wird groß gefeiert da es auch in Penang ein sehr große chinesische Community gibt.

Nach dem Essen musste ich unbedingt noch einen Pancake probieren. Den Stand hatte ich im Vorbeilaufen gesehen und Esmail einte ich solle das auf jeden Fall probieren. Dabei handelte es sich um zwei große Pancakes die dann aufeinander gelegt wurden, in der Mitte war entweder eine Creme mit Kokosnuss oder Kokosblütenzucker mit Erdnussbutter. Ich habe Erdnuss getestet und habe es bereut nicht gleich zwei genommen zu haben – oh my God, das Essen in Asien ist einfach der Hammer. Es ist einfach lecker und an sich überall durchprobieren.

Von Esmail verabschiedete ich ich dann, ich musst noch packen da ich am nächsten Tag weiter in die Cameron Highlands fuhr.

Am Montag packte ich dann meine zwei Rucksäcke und hatte das vorerst letzte mal Roti Canai zum Frühstück, checkte aus und machte mich auf den Weg nach TBS um dort meinen Bus zu nehmen.
Natürlich war ich viel zu früh dran aber besser so als zu spät.
Was lustig war: An der Station waren so gut wie nur Einheimische unterwegs und alle Westerner warteten alle am gleichen Gate zu den Cameron Highlands.
Der Bus kam auch pünktlich. Ich war positiv überrascht: die großen Malaysischen Reisebusse sind total komfortabel. Man hat breite Sitze die man bequem nach hinten legne kann ohne seinen Hintermann einzuengen und in einer Reihe sind somit immer 3 Plätze: Ein Duoplatz auf der rechten Seite und ein Platz auf der anderen Seite vom Gang. Ganz anders als in Europa.
Na dann mal sehen was die Cameron Highlands neben der frischen Lust noch zu bieten haben.