Eine Woche tauchen in Iboih Beach, Pulau Weh – Sabang Island, Aceh

9.- 15.03.2016

Auf meiner Reise durch Indonesien darf Pulau Weh, bekannt für seine schönen Tauchspots, nicht fehlen. Ich verbrachte hier vor allem Zeit unter Wasser.
Weh, indonesisch Pulau Weh oder Pulo Weh sowie bei Einheimischen Sabang, ist eine Vulkaninsel in der Andamanensee im Indischen Ozean.  Die 156,3 km² große und bis zu 617 m hohe Insel liegt nordwestlich von Sumatra in der indonesischen Provinz Aceh. Die Insel wurde beim Erdbeben im Indischen Ozean 2004 stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach der Katastrophe waren viele internationale Organisationen, u. a. das Deutsche Rote Kreuz während der folgenden drei Jahre mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Das Deutsche Rote Kreuz hat auf der Insel mehrere Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Wohnhäuser in drei Dörfern errichtet.

Die Insel gehört mit zu den schönsten Tauchspots in Indonesien. Zudem ist das Tauchen hier vergleichsweise günstig, ein Fundive kostet weniger als 20 € (Equipment inklusive).
Ich hatte im Vorfeld über die Tauchschulen auf Pulau Weh recherchiert und bin auf Rubiah Tirta Divers gestoßen. Der Diveshop war damals der erste auf Pulau Weh und wird von Einheimischen geführt. In Singapur habe ich Sergei und Nico getroffen, die seit 7 Jahren als Tauchlehrer auf Pulau Weh arbeiten und nun seit einem Jahr ihre eigene Tauschule Monster Divers haben. Somit hatte ich bereits zwei Anlaufstellen.

An meinem ersten Tag ging ich direkt zu Rubiah, da diese in Iboih Beach und unweit von meiner Bungalow Anlage sind. Im Diveshop angekommen traf ich Atim, er ist ein Freund von einem Freund aus Bukit Lawang und somit hatte ich schon mal einen Kontakt auf der Insel. Er war mir direkt sympathisch. Nach der Anmeldung machten wir erst einmal einen Refresh-Dive, das heißt eine kurze Wiederholung der wichtigsten Skills unter Wasser, wie die Maske leeren, Simulation eines Notfalls unter Wasser und Beatmung über den Notfallregulator vom Divebuddy.

Ich war seit Oktober 2015 nicht mehr tauchen und daher war es mir ganz lieb den Refresh-Dive zu machen. Ich tauche auch noch nicht so lange: 2014 kam ich das erste Mal nach Bali und nach Gili Meno und habe auf Gili Meno meinen Discover Scuba Dive gemact. Eigentlich hatte ich Angst und war absolut unsicher ob ich es überhaupt ausprobieren soll. Aber nach dem ich einen Tag mit Schnorcheln verbracht hatte war ich so fasziniert dass ich die Angst einfach weit von mir geschoben habe. Und was soll ich sagen: Es war einer der schönsten Momente – ohne Übertreibung – meines Lebens den ich nie vergessen werde. 2015 kam ich wieder nach Gili Meno und machte hier mit meinem Tauchlehrer Sulman den PADI Open-Water und war quasi angefixt so dass ich den Advanced-Open-Water direkt auch gemacht habe. Und da mir das Tauchen so viel Spaß macht habe ich in Düsseldorf bei Underwater No 1  mit meiner Freundin und ehemaligen Kollegin Nadine den Rescue-Diver gemacht um dann hier in Indonesien den Divemaster zu machen. Aber bevor ich mit der Ausbildung beginnen kann heißt es erst mal Tauchgänge sammeln: mindestens 40 geloggte Tauchgänge muss ich vorweisen. Und um zu Tauchen ist Indonesien wirklich perfekt.

Nachmittags ging es dann endlich auf zum Tauchen.
Pulau Weh bietet eine absolut schöne Unterwasserwelt: Es gibt eine enorme Vielfalt an Korallen in den unterschiedlichsten Farben, unzählige Arten von Fischen und andere Unterwasserlebewesen. Ich war einfach glücklich wieder in die bunte Unterwasserwelt eintauchen zu können. Somit tauchte ich jeden Tag zwei Mal. Meine Tage konnte man kurz mit „Eat – Dive – Sleep – Repeat“ beschreiben.
Ein Highlight war mein Nachttauchgang mit Ralf und Birgit, ein Ehepaar aus Deutschland die gerade als Tauchlehrer bei Rubiah arbeiteten.
Hier starteten wir vom Ufer aus was nicht ganz einfach war da sich dort Nachts unzählige Seeigel breit machen. Nachttauchgänge finde ich immer besonders faszinierend da man dann die Möglichkeit hat, die Unterwasserwelt in einem vollkommen anderem Licht zu sehen.
Mit Taschenlampen ausgestattet erkundeten wr Felsen und ein Schiffswrack (von außen): Wir trafen auf Papageifischen, Babymuränen, schlafende Blue-Spotted-Stingrays und einen 60 cm großen Hummer ! Wirklich schön. Für einen Moment schalteten wir die Taschenlampen aus und wirbelten das Plankton unter Wasser auf das wunderschön fluoresziert. Ich bin immer wieder fasziniert von Nachttauchgängen und werde auch bei den kommenden Tauchspots versuchen wieder ein oder zweimal nachts tauchen zu gehen.

Vom Tauchen gelernt: Lass Dir nicht die Luft ausgehen

Ich bin seit Oktober letzten Jahres Rescue-Diver – aber das heißt noch lange nicht dass ich total viel Erfahrung habe. Am Ende meiner Woche in Iboih hatte ich 19 geloggte Tauchgänge.
Bei einem Tauchgang gingen wir auf 38 m . Die Strömungen können in Pulau Weh sehr stark sein und ich verbrauchte mehr Luft. Nun und irgendwann checkte ich dann meinen Flaschendruck. Etwas erschrocken stellte ich fest, dass mein Finimeter nur noch 40 Bar anzeigte. Nicht so gut. Man sollte immer 50 Bar haben um in Ruhe den Aufstieg und den Sicherheitsstopp zu machen. Also signalisierte ich Atim dass ich nur noch 40 Bar in meinem Tank hatte. Da wir relativ tief waren, mussten wir eben entsprechend Zeit für den Aufstieg und den Sicherheitsstopp einplanen. Und in der Zeit ging mir im wahrsten Sinne die Luft aus. Also nahm ich den zweiten Regulator von Atim und atmetet aus seinem Tank. Also alles gut. Allerdings sollte so etwas natürlich nicht passieren. Aber aus solchen Erfahrungen zieht man immer eine Lektion und seitdem checke ich regelmäßig meinen Flaschendruck um einen solchen Fall zu vermeiden.

Folgende Tauchspots habe ich in der Zeit auf Pulau Weh erkundet:
– Arus Badee
– Beatee Tokong
– Peunateung
– East Selako
– Canyon
– Seagarden Rubiah
– Iboih Beach

…und konnte hier unzählige Weißspitzen-Riffhaie, Schwarzspitzen-Riffhaie, Silberspitzen-Riffhaie, Blaupunktrochen, Einhornfische, Meeresschildkröten, Seesterne, Marmorrochen, unterschiedlichste bunte Fische wie etwa Papageienfische sowieTintenfische, Krebse, Nudibranches und etliches mehr entdecken.

Iboih Beach ist aber nicht nur zum Tauchen optimal sondern auch zum Schnorcheln. Man muss gar nicht soweit raus ins Meer und erst Recht nicht so tief gehen um die tolle Unterwasserwelt zu Gesicht zu bekommen.
Man sollte darauf achten, dass Pulau Weh zur Region Aceh gehört und hier ein konservativer Islam gelebt wird und das Schariah-Gesetz gilt. In Iboih-Beach ist es kein Problem westliche Badebekleidung wie Bikini, Badeanzug und Shorts zu tragen. Aber es gibt auch Strände an denen darauf hingewiesen wird, dass Frauen keine Bikinis und Badeanzüge tragen dürfen sondern Shorts und T-Shirts anziehen sollen. Ich finde das auch vollkommen ok. Und generell sollte man als Frau darauf achten, Schultern und Knie zu bedecken. Ich bin der Meinung, wenn man in ein Land mit einer anderen Kultur reist, hat man sich anzupassen. Das hat nichts damit zu tun, dass ich die Gesetze für gut befinde aber ich bin hier eben zu Gast und passe mich an und akzeptiere die einheimische Kultur.

Die restliche Zeit in Iboih habe ich oft mit Locals und anderen Reisenden verbracht. Oft bei abendlichen Gitarrenspiel und Gesang oder einfach nur in einer Runde zum Quatschen. Auch hier wurde ich so lieb und freundlich aufgenommen und habe tolle Leute kennengelernt. Meine Reisebuddies Maya und Sergio, die ich zwei Wochen zuvor am Toba-See kennengelernt hatte blieben ebenfalls eine Woche und wir verbrachten die Abende mit gemeinsamen Abendessen und Gesprächen.
Eines Abends waren wir auf der Suche nach Bier. Aber wir mussten feststellen, dass es auf der ganzen Insel keinen Alkohol gab – und wenn, dann nur auf dem Schwarzmarkt in Sabang wie wir erfuhren. Das hat nichts damit zu tun, dass die Insel konservativ muslimisch ist sondern es gab in der Vergangenheit Probleme mit einheimischen Männern die im betrunkenen Zustand Touristinnen belästigt hatten. Somit entschied die Inselregierung, Bier und anderen Alkohol zu verbannen.

An einem Abend fuhr ich mit Atim zu den Jungs von Monster Divers da Sergio Geburtstag feierte. Die Freude über das Wiedersehen war groß. Ich wäre auch bei Monster Divers tauchen gegangen aber da das Divecenter außerhalb von Iboih liegt war es eben nicht so einfach dort vorbeizuschauen – und um ehrlich zu sein bekommt man Rubiah einen Discount je mehr Tauchgänge man dort absolviert desto günstiger wird es.

Natürlich konnte ich es mir auf Pulau Weh nicht entgehen lassen, die Sonnenuntergänge am Meer anzuschauen. Atim nahm mich mit zu 3 verschiedenen Spots: Secret Beach, zum Swallow Cave und zum Kilometer Nol, der Nullpunkt. Es gibt für mich fast nichts schöneres als einen Tag mit einem Sonnenuntergang am Meer ausklingen zu lassen.
Atim nahm mich an meinem letzten Tag, an dem ich nicht Tauchen  ging, mit auf eine Insel-Tour mit dem Motorrad.
Warum ich nicht tauchen gegangen bin ? Nun  ich hatte zwei Tage darauf meinen Flug nach Java. Bewusst machen sollte man sich, dass in einem Flugzeug ein Druck herrscht, wie in etwa 2.500 Metern Höhe. Liegt der letzte Tauchgang erst kurz zurück und wird dann eine Flugreise angetreten, besteht die Gefahr, dass es zu einem Dekompressionsunfall kommen kann. Auslöser kann der rapide Druckabfall im Flugzeug sein. Dies ist zu vergleichen mit einem zu schnellen Aufstieg im Wasser, bei dem ebenfalls ein schneller Wechsel von einem höheren zu einem niedrigeren Umgebungsdruck vorliegt. In einer Flugzeugkabine herrschen während eines Flugs lediglich 0,75 Bar.  Weiterhin liegt hier ein geringerer Sauerstoffgehalt vor. Dies beeinflusst die Sauerstoffsättigung im Organismus negativ, was eine nachträgliche Dekompressionskrankheit fördert. Aber nicht nur weniger Sauerstoff wird dem Körper während eines Fluges zugeführt, ihm wird auch Feuchtigkeit entzogen. Dies liegt an der erheblich trockeneren Luft im Flugzeug, die für eine geringe Luftfeuchtigkeit sorgt. Diese Faktoren zusammengenommen stellen bereits eine große Belastung für den Körper dar. Wurde zudem erst kürzlich ein Tauchgang absolviert, wird die Gefahr einer Dekompressionskrankheit im Nachhinein noch verstärkt . Empfohlen wird daher die sogenannte Flugverbotszeit, nach der man mindestens 24 Stunden nach einem Tauchgang vergehen lassen sollte, bevor ein Flugzeug bestiegen wird [http://www.taucher.de/fliegen-und-tauchen-was-ist-zu-beachten].

Ich habe mich sehr gefreut, dass sich Atim die Zeit für mich genommen hat, mir die Insel zu zeigen. Somit sah ich dann ein wenig mehr als die Unterwasserwelt und Iboih Beach .
Als erstes kamen wir an einem Wasserfall vorbei. Hier stoppten wir und gingen schwimmen. Und sammelten bevor wir gingen einiges an Müll auf. Dann kamen wir an einem Vulkan vorbei, der auch noch aktiv ist und penetrant reichenden Schwefelgeruch freisetzt. Dann stippten wir an einem einsamen Strand wo kein einziger Tourist zu sehen war. Ganz ruhig und entspannend. Es gibt auf Pulau Weh übrigens auch zahlreiche Makaken. Ihnen ist mit Vorsicht zu begegnen, sie können ganz schön aggressiv sein. Zwei versuchten mich während der Motorrad-Tour anzuspringen. Und ein Affenbiss bedeutet den direkten Weg ins Krankenhaus da sie Tollwut und anderes Krankheiten übertragen können.

Iboih Beach und Pulau Weh haben mir sehr gut gefallen. Vor allem auch deswegen, weil ich hier liebe Menschen kennengelernt habe und mich im Diveshop Rubiah Tirta Divers absolut wohl gefühlt habe. Nun bin ich am Überlegen, im Juni und Juli wieder zurückzukommen um den Divemaster hier zu machen. Ich habe zwei Jungs, Jaquomo und Moritz hier kennengelernt, die den Divemaster bereits gemacht bzw. gerade dabei waren ihn zu absolvieren und die mir Rubiah Tirta wärmstens empfohlen haben.

Dann hieß es Abschied nehmen der mir schwer fiel. Ich schließe auf meiner Reise die Menschen hier einfach so schnell in mein Herz.
Mit dem Bus fuhr ich zur Fähre und nahm wieder die langsame Fähre zurück nach Banda Aceh. Dort übernachtete ich eine Nacht in einem Guesthouse und am nächsten Morgen ging es für mich weiter nach Jakarta um am 18.3. pünktlich zur Hochzeit meiner Freundin Niha in Temanggung, Zemtraljava anzukommen.

Infos zu Pulau Weh / Iboih Beach

Hinkommen:
Es gibt Flüge nach Banda Aceh bei verschiedenen Airlines und es gibt auch Flüge nach Sabang (limitiert), beispielsweise von Jakarta oder Medan:
Ich habe den Nachtbus von Binjai (in der Nähe von Medan) genommen, würde dies aber auf keinen Fall wieder machen aufgrund von großen Sicherheitsbedenken: Die Nachtbusse werden mit Steinen attackiert – wie auch meiner – und wer Indonesien bereits mit dem Bus bereist hat weiß, dass der Verkehr einfach verrückt ist.

Unterkünfte:
Iboih Beach bietet zahlreiche Unterkünfte. In der Regel sind es Bungalows die entweder direkt am Meer sind oder zurückgelegen im Inland- Je nach Lage variiert der Preis. Ich habe beim Ohlala-Cafe & Bungalows für eine Nacht 80.000 Rp bezahlt, mein Bungalow lag nicht direkt am Meer sondern etwas weiter im Inland. Die Bungalows sind mit Ventilator ausgestattet und verfügen über ein eigenes Bad- In der Nebensaison (der Zeitpunkt als ich dort war) kann man die Preise verhandeln (das haben auch wir getan).

Diveshops:
Rubiah Tirta Divers
Iboih Beach – Pulau Weh
Tel: +62 652 3324555
Email: info@rubiahdivers.com
http://rubiahdivers.com

Monster Divers
Gapang beach – Pulau Weh
EN/ES +62 812 69 60 68 57
ID/EN +62 812 65 76 87 55
http://www.monsterdivers.com

Ein vergrauter Adolf Hitler, eingeschlagene Scheiben, Karaoke im Bus und Ziegen auf der Fähre: Von Bukit Lawang nach Pulau Weh

08. / 09.03.2016

Am Dienstag entschied ich, dass es nun mal Zeit war, Bukit Lawang zu verlassen. Ich weiß, dass ich wieder komme, daher war der Abschied auch nicht soo schwer wie beim ersten Mal. Am Nachmittag nahm ich also den Public Bus von Bukit Lawang nach Binjai um von dort aus weiter  den Nachtbaus nach Banda Aceh zu fahren. Bobi brachte mich zur Bushaltestelle und sagte auch dem Fahrer ganz genau wo ich hinwollte, das stimmte mich zuversichtlich, dass ich auch dort ankommen würde wo ich hinwollte.

Gegen 16h ging es los, über sämtliche Dörfer nach Binjai und der Bus hielt auch gefühlt alle 200 m. Die Indonesier sind übrigens Profis in logistischer Effizienz: Wenn ein Bus für 12 Leute bestimmt ist, fahren sicherlich noch 5 Personen mehr mit und wenn es noch Platz gibt steigen die anderen aufs Dach. Ja und wenn dann noch Kapazitäten frei sind werden noch 3 Hühnerkäfige samt Inhalt dazugestellt. Bei mir war es zum Glück nur voll, die Hühner blieben mir erspart.
Bei einer Baustelle kurz vor Binjai musste der Bus einen Umweg über grüne Reispaddies und kleine Dörfer machen – ich ertappte mich bei dem Gedanken Angst zu bekommen, nicht dort anzukommen wo ich hinwollte. Aber nach 15 min kehrte der Bus wieder auf die asphaltierte Straße zurück und ich war erleichtert. Als wir in Binjai  ankamen fragte ich – auf Indonesisch – wo ich denn aussteigen müsste da ich ja mit dem Nachtbus nach Binjai wollte. Juhu, der Fahrer verstand mich sogar und nach kurzer Weiterfahrt hielt er direkt vor einem der Büros, in denen man Tickets kaufen konnte.
Ich kaufte mein Ticket für den Preis, den ich von Freunden auch mitgeteilt bekommen, hatte, es wurde nicht versucht mich irgendwie über den Tisch zu ziehen, was hier häufig vorkommt.
In einem Warung nebenan ging ich etwas essen. Das klappte auch mit meinen Indonesisch echt gut, es sprach zwar niemand englisch aber im Notfall geht es immer mit Händen und vor allem einem großen Lächeln.
Nach dem Essen beschloss ich, im Ticket-Büro der Reiseagentur zu warten. Mein Blick schweifte gedankenverloren über die Wände, der ehemalige Präsident hing dort, schon etwas vergilbt, Familienfotos und What the Fuck ?!! Auf einem großen DNA 3 Poster blickte doch tatsächlich Adolf Hitler auf mich herab. Crazy. Ich glaube die Indonesier wissen nicht, dass er der größte Geisteskranke der europäischen Geschichte war. Ich habe dann auch mal gegooglet, ganz interessant:
Die Indonesier wissen meist gar nichts über den Holocaust und auch nicht über Adolf Hitler. Das Problem ist, dass Indonesien zwischen 1967 und 1998 vom autoritären Suharto-Regime beherrscht wurde. Der Lehrplan der Schulen wurde natürlich ebenfalls vom Regime bestimmt. Die Schüler lernten nichts außer Geschichten über die Größe und den Ruhm Indonesiens. Das Bildungsministerium untersagte den Lehrern, die Schüler über internationalen Völkermord, politische Gewalt oder Rassenkonflikte zu unterrichten. Die meisten Schüler machten ihren Abschluss, ohne jemals etwas vom Holocaust gehört zu haben. Am einfachsten lässt sich das Verhalten der Indonesier damit erklären, was im Land selbst während des Zweiten Weltkriegs geschah. Nachdem die japanische Besatzung (die von 1942 bis 1945 andauerte) beendet war, marschierten die Holländer ein und übernahmen die Kontrolle. All das endete, als die Republik Indonesien im Jahre 1949 unabhängig wurde. Absolut jede Geschichtsstunde, in der diese Periode behandelt wurde, widmete sich voll und ganz der Unabhängigkeit von Indonesien. Niemand kümmerte sich um die Judenverfolgung.
Hier ist ein kurzer Artikel darüber:
http://www.vice.com/de/read/hitler-und-nazi-merchandise-in-indonesien

Binjai, Nord-Sumatra

Adolf Hitler in Binjai

Um 20h wurde ich von der Mitarbeiterin des Reisebüros zum Bus gerufen. Der war komplett ausgebucht und ich war soweit ich sehen konnte die einzige Weiße. Zu meiner Verblüffung war der Bus nicht nur klimatisiert sondern auch mit Karaoke-Musik ausgestattet, die dröhnend durch den Bus schallte. Ich betete innerlich, dass das doch bitte bald aufhören würde.
Ich nahm meinen Platz ein und fand dort eine Decke und ein Kissen vor Das war ganz gut denn irgendwie hatte ich blöderweise mein Sweatshirt in meinem Backpack verstaut und war auch so nicht wirklich für einen Trip im Nachtbus vorbereitet.
Ein Mann, der vor mir saß, drehte sich um und fragte mich, wohin ich denn wollte und was ich so vorhatte, auf Englisch.
So gegen 22h döste ich ein und war gerade dabei einzuschlafen, da tat es hinter mir eine  heftigen Schlag: Ich drehte mich erschrocken um und stellte fest, dass die Scheibe eingeschlagen war und nun zu bersten drohte. Das Geräusch von schleichend brechendem Glases war deutlich zu hören. Was soll das denn bitte ? Mein Vordermann drehte sich um und erklärte mir, dass dies normal sei und oft vorkommt. Tatsächlich passierten wir 20 min später einen weiteren Bus und er hatte ebenfalls eine eingeschlagene Scheibe, genau an der gleichen Stelle. Am Weg warten wohl Idioten, die Riesensteine auf die Busse warfen. Warum konnte mir niemand erklären, ich vermute es liegt an Konflikten zwischen der Region Aceh und der Region um Medan.
Die Fotos stammen nicht von mir da ich nicht geistesgegenwärtig genug war aber es sah ganz genauso aus:


Einer der Fahrer kam nach hinten und klebte das Fenster mit Tape – der Bus fuhr weiter als wäre nichts gewesen. Nun verstand ich auch, warum die Frontscheibe des Busses mit einem Gitter aus Metall und Stäben geschützt wurde. Etwa eine Stunde später hielten wir, und mehrere Mitarbeiter stabilisierten die zerbrochene Scheibe mit Holzstäben und Tape.
Nun ich versuchte zu schlafen – was eine schiere Unmöglichkeit war. um Mitternacht wurde die Musik wieder aufgedreht und der Bus hielt in jedem Pups-Dorf um Leute ein- und aussteigen zu lassen. Ich gab es einfach auf. Als es sich etwas lichtete wechselte ich den Platz und hatte nun zum Glück zwei Plätze für mich alleine.
Oh an dem Morgen konnte man in Indonesien auch die Eklipse beobachten. Ich konnte das Schauspiel ein wenig aus dem Bus verfolgen, sehr beeindruckend.

Gegen 8h erhielt ich dann eine SMS von Firman einem Freund von Bobi, der in Banda Aceh Bejak-Fahrer ist und den Bobi am Vortag kontaktiert hatte um ihn zu bitten, ich abzuholen. Er schrieb mir, dass er auf mich wartet sobald er von seiner anderen Fahrt zurück ist.

Als ich in Banda Aceh um kurz nach 8h ankam, war ich verdammt froh zu wissen, dass mich jemand abholt. Ich konnte nicht mal aus dem Bus aussteigen, von außen hatten mich ca. 15 Taxi-Fahrer erspäht und jeder wollte mich irgendwo hinfahren. Sorry aber mich hat das in dem Moment einfach nur genervt: Ich hatte eine miese Fahrt, hatte nicht geschlafen und jetzt rissen sich hier alle um mich wie Aasgeier um einen toten Hasen.
Ich sagte einfach. dass mich jemand abholt. Und das mit extrem unfreundlichem Gesicht. Ich weiß, sowas kommt hier in den asiatischen Kulturen absolut nicht gut an und die Menschen machen sich eher noch über einen lustig aber in dem Moment ging es nicht anders. Dann meinte sie doch allen Ernstes : Wenn Dein Freund nicht kommt, dann kann ich Dich ja fahren…
Hallo kapiert’s doch, ich habe jemandem der mich abholt und der auch sicherlich kommt.
10 in später war Firman auch schon da und brach mit mir auf eine kleine Stadtrundfahrt auf. gleich bei der ersten Station traf ich Maya und Sergio wieder, die ebenfalls mit ihrem Fahrer auf der Tour waren. Die Freude über das Wiedersehen war groß. Wir machten dann im großen und ganzen die gleiche Tour: Tsunami-Sights, Boote und ein Informationszentrum.  Das Tsunami-Museum war aufgrund des Nyepi-Feiertages geschlossen.


Da wir alle ziemlich kaputt waren, baten wir unsere Fahrer uns doch bitte zur Fähre zu bringen auch wenn wir noch gen Zeit hatten.
Am Hafen aßen wir eine Kleinigkeit und warteten auf die Fähre nach Pulau Weh.
Nach Pulau Weh kann man entweder die Fast-Ferry oder die Slow-Ferry nehmen. Wir haben natürlich die Slow-Ferry genommen und hatten total viel Spaß. Auf der Fähre wurde von Personen über Ziegen und Hühner über Roller alles transportiert was transportabel ist. Da viele Einheimische aufgrund des Feiertages frei hatten, waren viele Menschen auf der Fähre um 4 Tage auf Pulau Weh zu verbringen. Wir waren die einzigen Touristen und eine kleine Attraktion.
Alle sprachen uns an und wollten Fotos mit uns machen. Ich weiß nicht, auf wie vielen Facebook-Accounts ich in Indonesien erscheinen werde.‘
Ein Frau malte den Mädchen in ihrer Familie wunderschöne Henna-Tattos auf die Hände. Ich ging zu ihr und sagt ihr auf Indonesisch, dass ich das serhr schön finde : „Itu sangat indah“ . Und sie fragte mich, ob ich nicht auch eines haben möchte. Natürlich wollte ich. So malte Jana mir, Maya und sogar Sergio wunderschöne Hennatattos auf die Hände. In Aceh ist dies ein Brauch zu Hochzeiten.


Die zwei Stunden auf der Fähre gingen rum wie im Flug.
Im Hafen suchten wir dann einen Fahrer. Sergio war der Meister im Handeln: Er schaftet es, den Preis für ein Bejak nach Iboih Beach (ca. 40 min vom Hafen entfernt) für 90.000 Rp runterzuhandeln (normalerweise wollen sie 50.000 Rp / Person).
ZU dritt ging es also mit dem Bejak nach Iboih. Auf dem Weg kamen uns einige Makaken entgegen und wir fuhren an schönen Panorama-Punkten vorbei- es war wirklich sehr schön.

Pulau Weh, Bejak,

Sergio, Maya und ich im Bejak auf dem Weg nach Iboih

Pulau Weh, Blick von der Fähre aus
In Iboih angekommen machten wir uns auf die Suche nach einer Unterkunft. Wir hatten ein paar Namen im Kopf und versuchten es zunächst bei Normas. Leider gab es keine freuen Bungalows mehr. Schließlich entschieden wir uns für das Olala. Auch hier hatte Sergio den Preis für einen Bungalow auf 80.000 Rp runtergehandelt – eigentlich hätten wir 120.000 Rp zahlen sollen. Die Chefin bat uns, das für uns zu behalten 😉
Ich hatte einen Bungalow mit Bad, Terrasse und Hängematte mit Meerblick. Total gemütlich. Das ist typisch für Iboih: Die Unterkünfte sind Bungalows die entweder direkt am Meer stehen, Meerblick haben oder etwas weiter im Innern stehen und je nach Blick variiert der Preis.

Am Abend meldete sich dann auch Atim bei mir: Er ist ebenfalls ein Freund von Bobi und wusste von ihm, dass ich nach Iboih zum Tauchen komme. Er ist Divemaster bei Rubiah Tirta Divers, dem ältesten Diveshop von Puau Weh der zudem auch Einheimischen gehört. Es ist echt schön wenn man weiß, dass es Menschen gibt die ich um einen kümmern wenn man alleine irgendwo ankommt. Mir macht das Alleine reisen niemals Angst und – ich klopfe auf Holz – ich war  bis jetzt auch noch nie in einer brenzlichen Situation (bis auf diese Sache im Nachtbus) aber nichts desto trotz tut es gut, jemanden zu kennen.
Wir verabredeten uns also für den nächsten  Morgen im Diveshop.

Mit Maya und Sergio aß ich zusammen zu Abend und dann machen wir uns vergeblich auf die Suche nach Bintang. Tja auf der ganzen Insel gibt es in den normalen Läden keinerlei Alkohol. Und nein, wie ich später erfuhr hat das nichts damit zu tun, dass Aceh muslimisch ist.
Da wir alle ziemlich kaputt waren, hielten wir uns auch nicht mehr lange auf den Beinen und gingen schlafen. Ich war voller Vorfreude am nächsten Tag endlich tauchen gehen zu können.

Hätte ich im Vorfeld gewusst, dass Nachtbusse attackiert werden und die Fahrer so fahren wie sie fahren hätte ich NIEMALS den Nachtbus genommen. Ich bin der Meinung, dass Sicherheit vorgeht und unter den Umständen wäre ich sicherlich von Medan nach Aceh geflogen. Aber ich kannte bis dato nur die sehr komfortablen Nachtbusse aus Malaysia und es hat mir auch im Vorfeld niemand erzählt, dass die Nachtbusse attackiert werden. Ich rate absolut davon ab zu mal die Flüge nicht sonderlich viel teurer sind.

Ruhig, ruhiger – Toba See, Nord-Sumatra

28.02. – 03.03. 2016

Nun am Sonntag den 28.2. nahm ich Abschied von Bukit Lawang um zum Toba-See zu fahren.

Der Tobasee ist geschichtlich gesehen ziemlich interessant: Der Tobasee (Indonesisch Danau Toba) ist ein 87 km langer und 27 km breiter See im Norden der indonesischen Insel Sumatra in der Provinz Sumatera Utara.
Der Tobasee liegt in einem vulkanisch-tektonischen Kesseleinbruch, 77 km südlich der Provinzhauptstadt Medan. Das Niveau des Sees liegt 905 Meter über dem Meeresspiegel die Uferlänge beträgt 294 km. Mit einer Gesamtfläche von 1776,5 km2 (zum Vergleich: Bodensee 536 km2), einschließlich der 647 km2 großen Halbinsel Samosir, ist er der größte Kratersee der Erde. Parapat am Ostufer ist die größte und wichtigste Stadt am See. Weitere, für die Infrastruktur wichtige Städte in der Umgebung des Sees sind Berastagi im Nordosten, Pematang Siantar im Osten und Sibolga am Indischen Ozean. Das der Länge nach durch Sumatra verlaufende Barisangebirge ist eine plattentektonische Auffaltung, entstanden durch die Anpressung der von Südwesten sich heranschiebenden Indo-ozeanischen Platte. Nach dem niederländischen Geologen Reinout Willem van Bemmelen entstand bei diesem Prozess zwischen dem Pliozän und dem Pleistozän im Bereich und in der Umgebung des heutigen Tobasees eine domförmige, bis über 2000 m hohe Aufwölbung, der er den Namen „Batak-Tumor“ gab. Die Ausdehnung dieser Aufwölbung geht weit über die des heutigen Sees hinaus: Die Länge entlang der Längsachse Sumatras beträgt 275 km, die Breite bis zu 150 km. Während der Aufwölbung entstanden nach und nach immer größere und tiefere Dehnungsrisse, bis vor etwa 74.000 Jahren durch diese Risse das gasreiche Magma des nur wenig tiefer liegenden Batholithen in einer gigantischen Eruption seinen Ausweg fand. An den Tobasee grenzen die ruhenden Vulkane Dolok Pusukbukit (im Westen) und Dolok Tandukbenua (im Nordwesten). Entwässert wird der Tobasee durch den 150 km langen Fluss Asahan, im äußersten Südosten aus der Bucht von Porsea. Stromabwärts durchbricht der Asahan mit einer bis zu 300 m tiefen Schlucht das östliche Randgebirge des Kesseleinbruchs. Als Folge dieser Tiefenerosion hat sich der Spiegel des Sees um etwa 250 m gesenkt.
Entstanden ist der Kessel des Tobasees durch die Eruption des Supervulkans Toba vor 73.880 ± 320 cal BP Jahren. Man geht davon aus, dass es sich um den größten Vulkanausbruch der vergangenen zwei Millionen Jahre gehandelt hat. Vulkanische Asche des Ausbruchs findet man im gesamten Indischen Ozean und in weiten Teilen Indiens. Es war neben der Oruanui-Eruption des Taupo in Neuseeland vor 26.500 Jahren die einzige Eruption, die in diesem Zeitraum einen Vulkanexplosivitätsindex (VEI) von 8 erreichte. Schätzungen zufolge wurden 2800 Kubikkilometer vulkanischen Materials (davon 800 km3 Asche) bis in 80 km Höhe geschleudert und verteilten sich in der Atmosphäre. Darauf folgte eine Abkühlung des Weltklimas, ein so genannter vulkanischer Winter. Schätzungen sprechen von 3 bis 5 K Abkühlung. Modellrechnungen ergaben, dass je nach Auswahl der Eingabewerte für das Modell die Abkühlung einige Jahrzehnte vorhielt und zu Beginn dieser Kälteperiode die Abkühlung sogar 8 bis 17 K betragen haben könnte. Der Ausbruch könnte demnach die kältesten Jahre der Würmeiszeit verursacht haben.

Ich war die gesamte Fahrt über schlecht gelaunt und irgendwie genervt, ich hatte auch nicht wirklich Lust mit dem Fahrer zu sprechen, kurz ich hatte wohl einen Anti-Social-Day. Ach war ich einfach genervt dass wir aufgrund der schlechten Straßen in Sumatra wieder den ganzen Weg nach Norden nach Medan zurück legen mussten um dann nach Süden Richtung Toba-See zu fahren. Damn. Naja kann man nichts ändern.
In Berastagi hielten wir an um dort noch drei weitere Leute ein zu sammeln. Lustigerweise hielten wir in dem Guesthouse, in dem Lu und Lena, die ich bereits in Bukit Lawang getroffen hatte, untergekommen waren. Die beiden waren gerade beim Aufbruch, sie wollten ebenfalls mit ihren Rollern zum Lake Toba.  Ich hätte mich sehr gefreut die beiden dann nochmal zu treffen.

Kurz darauf stiegen Camille, Hanna und Steffi dazu. Camille und Hanna kamen aus den Niederlanden und Steffi aus Deutschland. Alle noch sehr viel jünger als ich.
Zusammen saßen wir also im Bus. Später hielten wir am Sipisopiso Wasserfall , der auf dem Weg zum Toba See liegt.

Gegen 16:30h kamen wir in Prabat an. Das ist der Ort wo die Fähren zur Insel Samosir abfahren. Samosir ist der eigentliche interessante Ort am Toba See. Wir hatten noch Zeit eine Kleinigkeit zu essen und um 17:30h ging unsere Fähre. Ich hatte noch keine Idee wo ich unter kommen sollte. Die Mädels aus meinem Bus hatten bereits ein Unterkunft aber ich hatte nicht so sonderliche Lust, mich ihnen anzuschließen. Ein Angestellter auf dem Schiff zeigt mit dem Finger auf ein Pärchen das weiter vorne saß und meinte die beiden würden im Sibayak Guesthouse absteigen. Also beschloss ich ihnen  zu folgen.
Es ist ganz amüsant dass die Fähre die Bootsstege der Gasthäuser in Tuk Tuk – größte Stadt und Touristenzentrum auf Samosir –  anfährt die die Gäste gebucht hatten. Das erspart unnötige Wege später.
Als wir am Steg vom Sibayak Guesthouse ankamen stieg ich mit Maya und Sergio aus. Wir fragten den Eigentümer Vitoh ob er noch 2 Zimmer frei hätte. Hatte er. Ich entscheid mich für ein Zimmer im ersten Stock mit Seeblick.
Später saßen Maya, Sergio und ich noch zum Dinner und mit einigen Bintangs zusammen. Mir wurde aber eins klar: ich wollte gerade eigentlich gar nicht hier sin. Ich vermisste Bukit Lawang und die Leute. Aber auf der anderen Seite wollte ich dem Toba-See auch eine Chance geben. Also beschloss ich am Montag direkt meinen Transport zurück nach Bukit Lawang zu buchen und bis Donnerstagmorgen in Tuk Tuk auf Samosir zu bleiben.

Shit happens – oder warum es Sinn macht ein Erste-Hilfe-Kit dabei zu haben

Am Montag beschloss ich dann, eine Sache auf meiner To-Do-List abzuhaken, nämlich: Einen Roller mieten und selber fahren. Das hatte ich mich vorher noch nie getraut, weder auf Bali noch wo anders. Dazu bietet sich die Insel echt gut an da sie so groß wie Singapur ist und an mit Laufen nicht wirklich weit kommt. Gesagt getan und um 9h ging’s los. Ich fuhr Richtung Osten nach Siamandiom. Erst musste ich mich mal aufs Fahren konzentrieren, nach einer Zeit hatte ich den Bogen aber raus und konnte dann auch die Landschaft genießen. Schnell bin ich eh nicht gefahren, ich wurde die gesamte Strecke von allen überholt aber egal. Um 10h war ich im Batak Musuem. Dort sollte es auch Vorführungen von traditionellem Batak-Tanz geben.
Eigentlich war eine Aufführung für 10:30h vorgesehen. Um 10:45h war dann immer noch nichts los so dass ich mal einen der Angestellten fraget. Der offenbarte mir dann dass es erst um 11:45h eine Vorführung gibt weil ich die einzige Zuschauerin bin. Oh man. Was mich dabei genervt hat: Warum kann man das mir nicht einfach mitteilen sondern lässt ich wie einen Idiot dort rumsitzen ? Nun ja ich ging ein bisschen durch die Gegend um Fotos zu machen. Und was soll ich sagen. Schön ist es absolut nicht den Müll auf den Wiesen und die schwimmenden Plastikflaschen im See treiben zu sehen. Es tut wirklich weh zusehen zu müssen, wie ein so wundervolle Landschaften von uns Menschen in Besitz genommen und zerstört werden…

Den Rest der Zeit wartete ich in einem schattigen Warung. Und tatsächlich es kamen dann auch noch 4 Besucher aus den Niederlanden die ich ebenfalls die Performance ansehen wollten. Nun ich war enttäuscht: Von den angeblichen 45 min wurde nur 20 min getanzt. Die Tänzer hatten absolut keine Motivation, es sah alles nicht echt und nicht wirklich authentisch aus, alles wirkte steif und gestellt , eben Fake. Das hätte ich mir wirklich schenken können. Ich bin dann weiter gefahren um die Hälfte der Insel zu erkunden.


Nun und dann passierte es: Ein Auto überholter ein anderes beladenes Auto auf der Gegenseite und ich fuhr noch weiter auf die linke Seit – und rutschte auf dem Sand aus. Tadaaa. Nun ich kam mit ein Paar Schrammen auf meinem Bein und einem aufgeschrammten Ellebbbogen und einem Riesen blauen Fleg auf meiner linke Hüfte davon. Es ist nichts passiert und die Schrammen habe ich direkt vor Ort mit Trinkwasser gereinigt, desinfiziert und verpflastert. In weiser Voraussicht und unter der Annahme dass es an schiere Unmöglichkeit grenzt das erste Mal in Asien einen Roller ohne Blessuren oder Unfall zu fahren hatte ich antispetischen Puder, Pflaster und Desinfektionsmittel dabei. Zwei nette indonesische Männer halfen mir, den Roller wieder aufzustellen und sorgten sich um mein Wohlergehen, ich glaube meine Erste-Hilfe-Kit hat sie beeindruckt 😀

Ich fuhr dann noch ein Stück weiter bis in die Nähe der heißen Quellen und drehte dann wieder um.
Auf dem Rückweg musst ich unbedingt im Buddha-Café stoppen, das war ein veganes und vegetarisches Cafe und Restaurant und die hatten veganes Eis. Ich nahm Matcha und Mango-Kokosnuss und war in Foodheaven. Echt sehr sehr lecker (aber für Indonesien ziemlich teuer, naja man muss sich auch mal was gönnen könne, besonders nach einem ersten Scooter-Unfall).
Ich habe übrigens nicht nur Blessuren vom Scooterfahren sondern auch einen krassen Sonnenbrand auf den Oberschenkeln – ich hatte die Sonne trotz der Wolken komplett unterschätzt und meine Oberschenkel waren einfach nur knallrot. Wieder was gelernt…

Als ich zurückkam lernte ich Eric, einen amerikanischen Aussteiger und Langzeitreisenden kennen und Reiner, eine deutschen Touristen der eben im Sibayak angekommen war.
Abends traf ich Maya und Sergio und wir tranken noch ein paar Bintangs in einer Bar.
Wir waren dort die einzigen Gäste. Sowieso ist in Tuk Tuk alles irgendwie ausgestorben. Vielleicht hatte der Ort seine größte Zeit des Tourismus bereits hinter sich. Oder es lag an der Nebensaison. Aber egal ob es Abends oder Mittags war, in keinem der Restaurants war viel los, alles wirkte irgendwie leer. Es war einfach verdammt ruhig. Die perfekte Ruhe zum Entspannen und lesen.

Am Dienstag schlief ich erst einmal aus und nach den Frühstück leihte ich mir ein Fahrrad aus. Nun nach ca. 1,5 km flog die Kette raus und verklemmte sich so sehr dass weder ich noch eine freundliche Indonesiern sie aus dem Rad holen konnten. Es blieb mir also nichts anderes übrig als das Rad zum Verleih zurückzuschieben und mir ein Neues zu holen. Das mag sich harmlos anhören aber es ist auf Samosir relativ bergig und Radfahren nur bedingt spaßig, von Schieben gar nicht erst zu reden.
Beim Verleih angekommen tauschte ich mein Rad um. Nach ca. 5 min stellte ich fest, dass sie Vorderbremse nur noch bedingt funktionstüchtig war . Schön. Also ganz vorsichtig fahren. Ich fuhr Richtung Tomok und noch weiter hinaus aber die Straßen waren irgendwann nur noch buckelig und steinig und s war absolut kein Spaß zu fahren. Also kehrte ich um und hielt dann in Tomok um dort in einem Warung Mittag zu essen und um frisches Obst zu kaufen. Die Verkäuferin schenkte mir sogar zwei sehr reife Avocados.
Zurück in Tuk Tuk chillte ich einfach noch in der Hängematte und las ein Buch, das ich im Guesthouse entdeckt hatte in meinem Zimmer und traf später Maya und Sergio zum Abendessen.

Am Mittwoch widmete ich mich mal einen Fotos und deren Sicherung und surfte einfach online. Außerdem hatte ich vor mir endlich ein Buch zu kaufen. Ich habe seitdem ich auf Reisen bin endlich wieder Muse, zu lesen aber leider kein Buch mitgenommen. Somit konnte ich auch keinen Book-Exchange machen. In einem Book-Shop kaufte ich  dann ein gebrauchtes Buch für ca. 6 €.
Zum Mittagessen ging ich in ein kleines Warung und bekam dort den besten Avocado-Schokoladen-Juice den ich bis jetzt hatte. Hier in Indonesien bekommt man Avocado-Juice mit Schokolade. In der Regel ist das Schokoladen-Sirup. Nicht so hier. Hier war es schon kein Juice ehr sondern eigentlich Avocado-Creme mit Schoko-Creme, ein Dessert zum Löffeln. Einfach nur geil.
Ich war nach dem Saft eigentlich schon satt, hatte aber noch ein Nasi Goreng.

Den Nachmittag verbrachte ich lesend in der Hängematte. Abends ging ich in eine Bar in der es Live-Musik geben sollte. Dort traf ich lustigerweise Phillip, den ich nach meiner Rückkehr auch schon in Bukit Lawang getroffen hatte und noch ein paar andere Jungs. Ist ganz lustig wenn ich 7 Jahre  jüngeren erzähle, dass ich alles hingeschmissen habe um zu reisen. Ich bekomme ziemlich viel Bewunderung. Und viele sagen, ich bin so mutig.

Mein Herz tanzt – mit dem Gefühl unendlicher Freiheit

Hm ich sehe das gar nicht, dass es so mutig ist. Für mich gab es einfach keinen anderen Ausweg oder keine andere Alternative. Wenn einen einmal das Fernweh gepackt hat, dann kommt man davon auch nicht los.
Und ich kann bereits jetzt, nach weniger als 2 Monaten Reisen sagen: Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Schon jetzt bin ich so viel reicher an Erfahrungen, an Erlebnissen. Ich knüpfe Freundschaften und treffe wunderbare tolle Menschen, seien es Einheimische oder  Reisende. Es ist unglaublich toll. Und dieses Gefühl der unendlichen Freiheit ist unbezahlbar. Das möchte ich um keinen Preis der Welt eintauschen. Ich bin glücklich, dass ich meinen netten Hintern aus meiner Komfortzone bewegt habe. Ich bin glücklich, mich von allem materiellen Balast befreit zu haben. Und ich bin glücklich, meinen Traum zu leben und das mache was mein Herz zum Tanzen bringt: REISEN ! Neues ausprobieren, neue Orte entdecken, neue Kulturen und Menschen kennenlernen. Zu Lernen. Zu Wachsen. Und auch um mich selbst zu finden. Denn das ist sicherlich auch ein Grund. Reisen als eine Art Therapie ? Vielleicht. Selbst nach kurzer Zeit habe ich viel erfahren, über mich. Was ich mag, was ich nicht mag, was mir wichtig ist, worauf ich nicht verzichten will.
Vielleicht wird aus dem Thema mal ein weitere Blogpost, mal sehen.

Der Donnerstagmorgen begann mit einem Stressmoment: Die Fähre sollte um 07:30h vom Bootssteg abfahren. Mein Bus nach Bukit Lawang ging um 9:30h, die Fähre benötigt ca. 50 min.
Nun um 07:45h war die immer noch nicht da, ein Brite, Martin, der ebenfalls mit mir wartete meinte, dass wir uns wohl nach einer Alternative umsehen mussten. Ich wusste nur, dass um 8 h die Fähre vom Haupthafen von Tuk Tuk abfahren sollte. Ich beeilte mich um wieder ins Sbayak zu kommen und bat Vitoh, ob er mich nicht zum Hafen fahren könnte. leider hatte er seine beiden Motorräder an Gäste vermietet und keine Schlüssel. Damn. In dem Moment kam einer seiner Freunde auf dem Motorrad vorbei, Der lieh uns zum Glück das Motorrad und so konnte Vito mich noch rechtzeitig zum Hafen bringen und ich konnte die Fähre nehmen.
In Prabat ging ich zu der Agentur über die ich den Bus nach Bukit Lawang gebucht hatte. Da ich noch einige Zeit hatte frühstückte ich erst einmal: Nasi Goreng. Das war das erste Mal dass ich ein indonesische Frühstück hatte. Aber es war echt lecker. Ungewöhnlich aber gut. Und eine echte Frühstücksalternative gab es nicht wirklich.

Mit mir fuhr noch ein malaysisches Pärchen 60+ im Bus mit. Ich bekam die Krise: An JEDER Panorama-Station mussten wir halten damit die beiden Fotos machen konnten. Ungelogen, alle 100 m…. Ich hätte Ihnen am liebsten die Kamera weggenommen. Die beiden wollten ja eh nur nach Berastagi  aber ich wollte weiter nach Bukit Lawang und das sind 9 Stunden !!!
Also die beiden dann ausstiegen drehte der Fahrer unerträgliche indonesische Popmusik in voller Lautstärke auf. ER sprach so gut wie kein Englisch und somit konnte ich mich auch nicht wirklich verständigen. Nun ja, ich gab auf und packte mir Oropax ins Ohr und las mein Buch. Der Weg zog sich ungemein.
Um 18h kam ich endlich  in Bukit Lawang an. Das war eine echte Überraschung denn ich hatte niemanden auch nur ein Wortgesagt und alle haben mich aufs herzlichste Willkommen geheißen.

Bukit Lawang – ein Gefühl von Zuhause

17.2. –  08.03.2016

…und dann passiert das, womit man nicht unbedingt rechnet wenn man auf Reisen ist: Man ist an einem Ort und man möchte am liebsten nicht mehr weg. Die Menschen sind so herzlich, freundlich und hilfsbereit. Und immer mit einem Riesenlächeln im Gesicht. Und genau dieses „Ich-will-hier-nicht-mehr-weg-Gefühl“ hatte ich in Bukit Lawang. So wie hier erging es mir bis jetzt nur mit Gili Meno vor 2 Jahren.

Ja ich habe fast 3 Wochen in Bukit Lawang verbracht und hatte eine wunderbare Zeit. Eine kleine Unterbrechung gab es, ich habe 4 Tage am Toba-See verbracht (Blogpost hier).
Was ich in Bukit Lawang die ganze Zeit gemacht habe ? Nun ja, entspannt und meine Zeit mit lieben Menschen verbracht. Zum Schwimmen im Fluss, abends am Lagerfeuer mit Gitarrenmusik und gemeinsamem Singen, ich war in Batu Katak – ein Ort in der Nähe – auf einem Höhlen-Trekk, ich habe bei einem Englisch Camp vor Studenten der Universität von meinen Erfahrungen als Touristin und meinen Schock über das große Müllproblem gesprochen – also einiges. Und Bukit Lawang ist ein perfekter Ort zum Runterkommen.

Aber nun mal ausführlicher:
Am Samstag nach den 2 Tagen im Dschungel ging es erst mal auf eine Radtour mit Dodi, Nicco und Rian. Ich glaube es war nicht der richtige Zeitpunkt, ich stellte fest, dass ich vom Riesen und vom Dschungel doch ziemlich müde war. Nun mit Mountainbikes ging es Richtung Batu Kapal, ein Ort um die Ecke von Bukit Lawang. Der Ort grenzt an den Dschungel und dort hat man ab und an die Möglichkeit wilde Orang-Utans zu sehen. Leider war er als wir ankamen schon weg.

Über steinige und teils glitschige Wege ging es über Stock und Stein. Ich hatte Mühe, mein Mountainbike zu manövrieren, das war schon ziemlich tricky.
Mittags hielten wir dann an einem Warung an und machten Pause.
Danach ging es weiter durch das Dorf. Dort konnte ich mir ansehen, wie eine Frau braunen Palmzucker herstellt. Der Saft der Palmblüten wird geerntet und dann lange gekocht. Dann wird er in Formen gegossen und verkauft.
Dann  ging es weiter zu einem Bauern, der doch tatsächlich hier im Dschungel seine eigene Biogas-Anlage errichtet hatte und somit seinen Eigenbedarf mit Gas deckt – ich bin so beeindruckt. Er hält Rinder und aus dem Mist stellt er Gas her. Genial. Damit rechnet man hier einfach nicht. Auf meine Frage, wo er denn die Idee her hat meinte er, er hatte sich eben umgehört, im Internet geforscht und die Anlage gebaut. Ich hoffe er verbreitet das schnell und nachhaltig, das ist total toll Einheimische zu treffen, die sich über Umwelt und die damit zusammenhängenden Problematiken Gedanken machen und sich auch überlegen, wie sie davon profitieren können. Die Biogasanlage ist ja nichts anderes als wertvolles Recyceln und kommt dem Bauern selbst zu Gute. Das ist wohl der richtige Ansatz, den Menschen zu verdeutlichen, dass sie mit solchen Maßnahmen gewinnen.
Danach fuhren wir mit den Rädern zu Janines und Dodis Haus. Die beiden wohnen sehr schön an Riesfeldern und Tümpeln und haben Kokosnusspalmen, Ananas und Papaya- und Kakaobäume direkt vor der Haustür. Also gab es erst mal frische Kokosnuss und Ananas.
Janine erwartete ein Freundin um einen deutschen Streuselkuchen zu backen. Ich blieb einfach ein wenig.


Später brachte mich Dodi dann mit dem Motorbike nach Bukit Lawang zurück.
Als ich dort die Brücke überquerte traf ich ein paar Jugendlich aus Medan. Es war dann eine Gruppe von ca. 20 Kids und jeder wollte ein Selfie mit mir machen – haha, sensation of fame 😀
Zum Glück hatten sie einen Betreuer dabei, der mich dann bat ein Gruppenfoto machen zu lassen. Puh zum Glück, ich weiß nicht wie lange es gedauert hätte bis alle ihr Selfie gemacht hätten. Tja ich falle hier einfach auf, groß, weiß und dazu noch blond. Manchmal würde ich hier einfach ganz gerne unsichtbar sein, um ehrlich zu sein. Das ist so gar nicht mein Ding so viel Aufmerksamkeit und Beachtung zu bekommen. Aber das ist hier nun mal so und irgendwie finde ich es noch ganz süß wenn ich hier angesprochen und um ein Foto gebittet werde. Was ich aber nicht leiden kann ist, wenn ich neben Leuten sitze und die dann ihr Handy so drehen, dass ich auf dem Sefie mit drauf bin. Da habe ich schon ganz plötzlich Grimassen gezogen. Sorry, aber man kann ja fragen:

Ich habe an dem Tag auch einfach nichts mehr gemacht weil ich so platt war und ich bin einfach nur früh ins Bett.

Wenn Dein Körper auf Reisen rebelliert ….

Am Sonntag habe ich lange geschlafen und einfach nichts getan. ich habe mich eigentlich nur von meinem Zimmer zum Guesthouse bewegt und entspannt. Ich hab einfach gespürt, dass ich eine Pause brauche. Wer mich kennt weiß, dass ich eher zu der Sorte Menschen der Überaktiven gehöre und eigentlich die ganze Zeit irgendetwas mache, sei es Sport, rumlaufen, spazieren gehen etc. – aber jetzt hat mein Körper einfach mal Stopp gesagt. ich war einfach nur unendlich müde und wollte weder die Gegend erkunden, noch auf die andere Seit vom Fluss gehen, einfach gar nichts tun. Das einzig produktive an diesem Tag war das Serviettenfalten mit Nicco und Belan fürs Restaurant, haha.

Abends hat mich Rian dann noch mit auf eine Hochzeitsfeier im Dorf mitgenommen. Ich habe mir ein wenig etwas erklären lassen: In der Region dauern die Festivitäten oft 3 Tage. Das ganze Dorf ist eingeladen zum Essen und Feiern. Als Geschenk überreicht man einen Briefumschlage mit Geld.
Wir kamen dort also an und bekamen erst einmal etwas zu essen. Es war der Letzte Tag der Feierlichkeiten, das Brautpaar haben wir leider nicht gesehen, es war wohl dabei sich umzuziehen.
Auf einer Bühne wechselten sich verschieden Sänger ab, rund ums uns herum saßen Leute und aßen, Kinder sprangen herum und ich mittendrin.
Als ich meine Kamera rausholte waren die Kids total aufgedreht und wollten unbedingt dass ich Fotos von ihnen machen, witzig.


Bin an dem Abend auch relativ früh ins Bett. Aber die Nacht war alles andere als erholsam. Mein Magen hat Terror gemacht. Ich habe keine Ahnung wieso aber ich verbrachte die halbe Nacht auf der Toilette und am nächsten Tag ging es mir absolut nicht gut. Ich denke mein Körper hat einfach mal die Notbremse gezogen : Die 3 Wochen in Malaysia und Singapur waren gut gefüllt, ich habe viel gemacht, bin viel herumgereist, habe viel erlebt und das war alles in allem ein echt intensives Programm wenn ich darauf zurückblicke. Das hat nun seinen Tribut gefordert.
Ich bin zwar an dem Tag mit Nicco zum Bat Cave – eine Fledermaushöhle – gegangen aber das war eigentlich keine gute Idee. Also habe ich am Nachmittag einfach geschlafen und nichts gemacht – das einzig richtige. Also besser mal auf den eigenen Körper hören – der weiß in der Regel, was gut für einen ist.


Später habe ich im Guesthouse Lu und Lena kennengelernt, zwei Mädels aus der Oberpfalz die gemeinsam auf Sumatra unterwegs waren. Die beiden hatten ebenfalls mit Magenproblemen zu kämpfen. Wir haben also Medikamente ausgetauscht und uns gegenseitig Mut zu gesprochen.
Aber ich wurde auch ganz lieb von Belan und Nicco mit lokaler Medizin – das war ein Mix aus verschiedenen getrockneten Gewürzen und Kräutern – und Ingwer Tee versorgt. Ingwer Tee ist jetzt hier mittlerweile eh mein absolutes Lieblingsheißgetränk.

Und wieder werden die Reisepläne über den Haufen geworfen

Na und wie schon so oft habe ich mal wieder meine Reisepläne geändert. Eigentlich wollte ich nach Bukit Lawang weiter nach Pulau Weh und dann zum Toba-See. Nun das hätte aber irgendwie nicht so Sinn gemacht, dachte ich mir als ich mal die Entfernungen auf der Karte ansah.
Also entschloss ich am kommenden Sonntag zum Toba-See zu fahren und von dort aus anschließend nach Pulau Weh. Zudem buchte ich meinen Flug von Banda Aceh nach Jakarta am 16.3., da ich am 18.3. bei Niha meiner Freundin für ihre Hochzeit auf Java sein wollte. Nun es kam im Endeffekt eh auch wieder ein bisschen anders aber dazu später…

Am Mittwoch bin ich mit Janine, Dodi und Nicco ins nahegelegene Batu Katak gefahren. Dort ist man direkt im Dschungel, es gibt zahlreiche Tropfsteinhöhlen, die wirklich sehenswert sind. Seit ca. 3 Jahren werden auch Touren für Touristen angeboten. Janine und Dodi möchten enger mit den dortigen Guides und Verantwortlichen zusammenarbeiten um Kunden in Bukit Lawang ein breiteres Angebot neben den Dschungel-Trekks anbieten zu können. In Batu Katak ist der Tourismus erst noch im Kommen. Auch gibt es hier eine NGO, die sich mit dem Schutz des Dschungel und der Tiger beschäftig. Ziel ist es, hier den Eco-Tourismus voran zu bringen.
Hierfür muss noch einiges getan werden: Die Guides müssen geschult werden und sie brauchen Englischunterricht.
Janine und Dodi trafen wich mit dem Tourismusverantwortlichen um über gemeinsame zu Projekte und die Art der Kooperation zu sprechen. Spontan entschied ich mich dafür am kommenden Samstag einen Trekk zu einer der Tropfsteinhöhlen zu machen.

Abends zurück im Guesthouse machte ich eine ziemlich unangenehme Entdeckung: Mein ganzer Oberköper von rotem, juckenden Ausschlag übersät – ich dachte erst, es wären Moskito-Stiche weil ich ja den ganzen Tag im Dschungel war aber so viele ? Und in der Art ?
Nach dem Duschen zog ich ein Longsleeve an und ging ins Restaurant. Nun und dann fing es an, überall zu jucken. Plötzlich hatte ich den Aussachlag auch auf meinen Armen. Da kam ich endlich auf den Zusammenhang: Ich hatte vor einigen Tagen meine Wäsche zum Waschen weggeben. Aber leider wurde die Sachen nicht per Maschine sondern von Hand gewaschen – und sämtliche Rückstände und Chemikalien waren noch in den Fasern und meine Haut lief am ganzen Körper Amok. Das war einfach eine heftige allergische Reaktion auf ich weiß nicht was.
Ich ging in mein Zimmer und duschte zwei Mal, das half aber auch nicht viel. Ich hatte das Zeug wohl nun auch unter den Fingernägeln und sonst überall. Auch die Tatsache, dass ich Kleidung die nicht bei der frischgewaschenen Wäsche dabei war anzog half nichts. Die Quaddeln verbreiteten sich in über meinen ganzen Körper. Ich bemühte mich nicht zu kratzen. Ja und zum selben Zeitpunkt fing mein Magen auch wieder an verrückt zu spielen. Die Details der Nacht spare ich hier aus , kurz: Sowas wünsche ich niemandem.
Am nächsten Tag war ich entsprechend fertig und hatte da einen kurzen Breakdown und war komplett fertig mit den Nerven. Nun ja, ich raffte die gewaschene Wäsche zusammen und ging ins Dorf um einen Laundry-Service mit Maschine zu finden. Bei Yen, im Musli Mucky Bungalow, gab ich sie ab in der Hoffnung, dass diesmal alles ausgespült wurde.

Am Donnerstag ging ich am Nachmittag mit Janine in die Englischschule, einfach um mir das mal anzusehen. Die indonesische Kinder sind total wissbegierig und sehr motiviert. Ich bin immer total beeindruckt wenn ich hier spazieren gehe und auf Kinder treffe die mich direkt fragen: Hey Miss, How are you ? What’s your name ? Where do you go ?

Die Abende verbrachte ich meistens im Bukit Lawang Indah mit den Jungs die dort Gitarre spielen und singen. Übrigens: Das ist Teil vom Gesamtpaket. Es gibt viele Jungs, die hier als Guides arbeiten und mit den Touristen in den Dschungel gehen. Nun ja und viele sind eben darauf aus, eine weiße Touristin als Freundin zu haben. Also wird dann abends – insbesondere wenn viele neue Mädels angekommen sind – die Gitarre ausgepackt, gesungen und Smalltalk betrieben – natürlich in der jeweiligen Landessprache der Ausgewählten – und Annäherungsversuche gestartet. Ich für meinen Teil finde es ziemlich amüsant zu beobachten und von meinen Erfahrungen lässt sich das Dekor austauschen gegen Bali, die Gili Inseln etc. – das Verhalten vieler indonesischer Männer an touristischen Orten – ich sage nicht alle da ich auch andere Erfahrungen  gemacht habe und absolut nicht alles generalisieren und alle über einen Kamm scheren möchte – sehr, sehr ähnlich.
Über die sogenannten Beachboys aus Kuta, Bali gibt es sogar einen sehr informativen Dokumentarfilm : Cowboys in Paradise . Kann ich sehr empfehlen.

Am Samstag brachte mich Nicco frühmorgens nach Batut Katak. Dort starte ich dann zu einem halbtägigen Trekk zum River-Cave. Über Wege und  durch Flüsse führte mich mein Guide – ich war die einzige Teilnehmerin – zur Höhle. Ich hätte gerne im Vorfeld gewusst, dass ich so oft durchs Wasser waten musste, ich hatte keinen Drybag für meine Kamera dabei und war etwas leicht genervt.
Bevor wir den Eingang der Höhle erreichten hatte ich noch das Glück, einen sogenannten Titanenwurz – Amorphophallus titanum – zu sehen.
Die Titanenwurz oder Titanwurz (Amorphophallus titanum) ist eine auf Sumatra heimische Pflanzenart, die zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) gehört. Sie bringt den größten unverzweigten Blütenstandim Pflanzenreich hervor. Die bis 3 Meter hohe Blume sondert einen an den Urwald angepassten Aasgeruch ab und lockt damit Kurzflügler und Aaskäfer an, die für ihre Bestäubung sorgen. Die Blume blüht nur ca. eine Woche und dann dauert es wieder ca. 15 Monate bis eine neue wächst und blüht. Hier gibt es mehr Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Titanenwurz

Nun gut nach ca. 1 Stunde erreichten wir die Höhle und los ging’s. Hier gab es nicht nur schöne Tropfsteinformationen sondern auch einiges an Getier zu sehen: Frösche in zahlreichen Grau-Braun – und Erdtönen, Spinnen, Fledermäuse und unzählige Grillen.
Insgesamt 1,5 Stunden waren wir in der Höhle. Gegen Ende stand ich bis zur Hüfte im Wasser :-O Darauf war ich mal gar nicht vorbereitet. Und gegen Ende bekam ich leichte Platzangst denn die Höhle war wirklich stockfinster, nur die Taschenlampen ermöglichten es, etwas zu sehen.
Ich hatte vorher noch nie eine so lange Tropfsteinhöhle besichtigt und es war eine tolle Erfahrung. Aber ich glaube nochmal muss ich das nicht machen.

Vor der Höhle bereitete mir mein Guide (ich kann mich leider nicht er an seinen Namen erinnern) ein total leckeres Lunch zu. Es gab Omelette, Gemüsecurry, Reis und Tempe und als Nachttisch frische Ananas. Es war so lecker und echt reichlich.


Dann machten wir uns auf den Rückweg und waren gegen 14h wider im Dorf. Mein Guide war beeindruckt, er meinte ich wäre so stark .Er hätte die gleiche Tour schon mit anderen Touristen gemacht aber mit den wäre er immer erst gegen 16:30h wieder zurück gekommen. Nun, ich muss sagen, ich hatte eine Woche volle Entspannung und Erholung und war körperlich wieder voll fit und in Form.
Nach dem Trekk bat er mich, mich ins Gästebuch einzutragen. Ich kann nun mit Stolz sagen, dass ich die erste deutsche Touristin bin, die eine Tour in Batu Katak gemacht hat. Ich wünsche dem Ort, dass noch viele folgen denn es gibt sehenswerte Höhlen und tolle Landschaften zu entdecken.

Am Sonntag heiß es Abschied nehmen und ich fuhr zum Lake Toba (Blogpost folgt)
Nun was soll ich sagen: Ich habe es dort nur 3 Tage ausgehalten, am Donnerstag, den 03.03. bin ich wieder den ganzen Weg zurück – 9 Stunden im Mini-Bus – nach Bukit Lawang gefahren. Und das war die richtige Entscheidung, vom Herzen hat es sich genau richtig angefühlt.
Ich hatte niemandem Bescheid gesagt dass ich zurückkommen und war somit eine kleine Überraschung. Und alle haben sich gefreut. Das war echt schön. Natürlich blieb ich wieder im Indah.

Hier habe ich dann Sarah kennengelernt, eine Schweizerin die bereits schon mal in Bukit Lawang als Volunteer war. Sie nahm mich mit zum Schwimmen im Fluss – das hatte ich bis jetzt noch nicht gemacht und zeigte mir ein paar lokale Warung (Restaurants der Einheimischen).
Am Samstag fuhr ich mit Bobi – er ist ein Bekannter von Janine und baut zurzeit ein Eco-Resort und ein eigenes Projekt um den Eco-Tourismus in Bukit Lawang und Umgebung voranzureiben – nach Batu Kapal gefahren. Dort fand ein English Camp der Universität Medan statt. Dort kam dann auch Vicki hinzu, ein Tscheche der seit Jahren für die NGO Green Life gearbeitet hatte, Dschungel-Patrouillen unternimmt um den Urwald und die Tiere zu schützten (Verfolgung von illegalen Wilderern, Einkauf von Wildtieren auf dem Schwarzmarkt etc.). Dann kam auch noch Joaquin hinzu. Er kommt aus Puerto Rico, ist Biologe und hat es sich zur Aufgabe gemacht, ebenfalls im Bereich Umweltschutz mit einer eigenen Organisation in Batu Katak und Umgebung tätig zu werden.
Der Veranstalter des Camps bat uns einfach, über unseren Cause – also Umwelt und Problematiken mit den Studenten zu sprechen.
Bobi, Vicki und ich setzten uns zu einer Gruppe. Vicki erzählte von seinen Aufgaben und Tätigkeiten, die er hier in Indonesien durchführt. Bobi sprach ebenfalls darüber und betonte immer wieder, wie wichtig es ist, dass die junge Generation für die Zukunft unseres Planeten alle Faden in der Hand hält. Ich  berichtete über meine Erfahrungen als Touristin in Indonesien, die kommt, um die wunderschöne Natur zu entdecken und die leider feststellen muss, dass Mount Rinjnai zu gemüllt ist und nicht mal im Toba See schwimmen möchte da dort über all Plastikflaschen und weiterer Plastikmüll im See schwimmt. Und wie traurig und bestürzt mich das macht da Indonesien so reich an wundervoller Natur ist die Indonesier sich aber darum nicht scheren und langsam aber sicher alles zerstört wird, wenn nichts geschieht.

Ich hoffe die Studenten haben etwas mitgenommen und ich hoffe wir konnten ihr Bewusstsein ein wenig für die genannten Problematiken sensibilisieren.
Ich denke genau solche Kampagnen sind hier wichtig – Bildung ist so wichtig. Die Menschen gehen nicht absichtlich mit der Umwelt so um, die meisten wissen es einfach nicht besser. Daher ist es so wichtig, dass Bildungsinitiativen unternommen werden, das Aufklärung betrieben wird und das bereits ab Schulalter. Es ist unwahrscheinlich, das Verhalten der älteren Generationen zu ändern daher sind besonders Aktionen wie diese vor Studenten und jungen Leuten wichtig.
Ein anderer wichtiger Punkt ist es auch, in den Regionen wo viele Menschen vom Palmöl leben, eine Alternative anzubieten. Das kann zum Beispiel im Bereich Eco-Tourism sein, dass die Leute zu Guides ausgebildet werden denn sie kennen die Gegend und den Dschungel und haben somit nicht nur ein Einkommen sondern auch einen positiven Impact auf die lokale Gemeinschaft und den Tourismus.

Ein paar Eindrücke von dem English-Camp gibt es hier auf Bukitlawang.asia:
http://www.bukitlawang.asia/ecoproject/05-03-2016.html

Eigentlich hatte ich vor am Sonntag bereits von Bukit Lawang nach Banda Aceh und dann nach Pulau Weh zu fahren. Nun aber irgendwie konnte ich mich noch nicht so ganz trennen und wollte mich auch noch nicht verabschieden. Alle machten schon ihre Witze über mich und meinten, jaja in einem Monat bist Du immer noch hier 😉

Nun aber innerlich kribbelte es, ich konnte in Malaysia aufgrund der Monsun-Zeit nicht tauchen und Pulau Weh ist einer schönsten Tauchspots in Indonesien und ich konnte es langsam nicht mehr abwarten endlich wieder Unterwasserwelten zu erkunden.
Am Dienstag den 8.3. machte ich mich nachmittags mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Weg nach Binjai um von dort den Nachtbus nach Banda Aceh zu nehmen.
Aber in meinem Hinterkopf hielt ich bereits fest, dass ich gerne nochmal wiederkommen möchte, wahrscheinlich im August bevor ich – soweit der Plan – nach Neuseeland aufbreche. Dann möchte ich mich auch in einem Projekt einsetzen und Volunteering machen. Sampai jumpa Bukit Lawang !

 

 

2 Tage Dschungel-Trekk – auf Augenhöhe mit Orang-Utans, Makaken, Tukans und Waranen

18. – 19.02.2016

Am Donnerstag um 9h starteten wir auf unsere zweitägige Dschungel-Tour – inklusive einer Übernachtung im Dschungel. Einer meiner Wünsche für meine Reise war es, endlich einmal Orang-Utans in ihrer freien Wildbahn zu sehen. Tja wie lange das noch möglich sein wird angesichts der aktuellen Entwicklungen in Malaysia und Sumatra, den Rodungen der Urwälder, der Verdrängung der Orang-Utans aus Ihren Lebensräumen ist fraglich…

Wir waren insgesamt erst einmal zu viert: Myriam, ich und ein polnisches Pärchen, Jakob und Johanna. Unser Guide Eddy führte die Gruppe an. Er erklärte uns einfach wahnsinnig viel: Zu Beginn kamen wir durch eine Kautschukbaum-Plantage , die direkt an der Grenze zum Dschungel sthet, er erklärte uns eben auch, dass die Bäume früh morgens vor Sonnenaufgang angeritz werden mssen, da sonst der Kautschuk viel zu schnell eintrocknet und nicht richtig geerntet erden kann. So erden die Bäume angeritzt und an ihnen eine leere Kokosnuss schale befestigt die den herauslaufenden Kautschuk auffängt.
Ein paar Schritte weiter standen wir bereits im Gunug Leuser Nationalpark, einer der größten verbleibenden Nationalparks in Indonesien, der eine Vielfalt von Flora und Fauna beherbergt.
Nach ca. 15 min trafen wir auf eine weitere Gruppe , alle hatten ihre Köpfe nach oben gestreckt: Oben in den Bäumen saß eine Orang-Utan Mutter mit ihrem Baby. Das war so beeindruckend. Die beiden saßen auf ca. 10 m Höhe. So gut erkennen konnten wir sie leider nicht, aber diese erste Begegnung war schon sehr beeidnruckend.

Auf unserem Weg durch den Dschungel trafen wir noch Thomas Leaf monkeys – sie sehen aus wie kleine Punker. Auch hier war ein Wibchen mit ihrem Baby dabei. Dazu kamen dann noch etliche Makaken. Und auf einem Baum sehen wir zwei Gibbons liegen.
Auch gibt es unzählige Arten von Schmetterlingen und unzählige Riesen-Ameisen und Termiten.


Um 11h machten wir eine kurze Pause, es gab frisches Obst: Orangen, Ananas und Passionsfrucht. Die Früchte hier in Indonesien sind sowieso so toll, weil sie erst geerntet werden wenn sie reif sind. Und das schmeckt man.

Bananen, Orangen und Passionsfrucht

Bananen, Orangen und Passionsfrucht

Später machten wir Lunch-Break. Es gab Nasi Goreng und Früchte.
Danach ging es weiter. Wir stießen wieder auf eine größere GRuppe und alle schauten nach oben. Hier saß wieder eine Orang-Utan Mutter mit ihrem Baby. Als die anderen alle weg waren, geschah das tolle: Die Orang-Utan Mutter kam zu uns herunter und saß dann auf unserer Augenhöhe. Wahnsinn. Total schön.Aufregend. Bewegend. Bilder sagen mehr als 1000 Worte :

Auf unserem Weg konnten wir auch in der Ferne Tukans fliegen sehen. Sie sind übrigens unüberhörbar. Gegen 16:30h kamen wir im Camp an, wo wir auch schlafen würden. Das lag an einem Fluß mit einem kleinen Wasserfall. Myriam und ich zogen direkt die Badeanzüge an und gingen schwimmen. Das tat nach dem ganzen schweißtreibenden Trekking bei 30°C echt gut.

Um 18h gab es dann Abendessen, und es wurde aufgetischt: Es gab Gemüsecurry, gebratenen Tofu und Tempe, Hähnchen und scharfgewürzten Fisch und Reis.
Es war total lecker und wahnsinnig viel, also hungrig stand hier sicher niemand auf.

 

Danach saßen wir noch alle zusammen, spielten lustige Spiele – ich kann hier nicht ganz beschreiben, was wir gespielt haben, ich hätte es per Video aufzeichnen müssen, fest steht, wir haben sehr viel gelacht und hatten verdammt viel Spaß – und redeten über alles Mögliche. Um 22h gingen wir dann schlafen. Ich versuchte es zumindest. Als Untergrund hatten wir nur eine Matte, die nicht besonders dick war. Ich fand einfach keine Position, in der mir nicht irgendwas weh tat. Also wachte ich die ganze Nacht immer wieder auf und wirklich geschlafen habe ich gefühlsmäßig nicht. Um 6:30h bin ich wieder wachgeworden und dann auch aufgestanden. Ich saß dann draußen vor unserem Zelt und habe den Affen zugesehen, die kamen um eventuelle Essensreste aufzusammeln. Die Bande wurde immer größer und ließ sich auch von den zwei Waranen im Fluss nicht abschrecken.

Zum Frühstück gab es Tee, Kaffee und Sandwiches aus Toast, mit Gurke, Tomate, Käse und Ei.
Um 10h starteten wir wieder. Es ging ziemlich steil wieder vom Flussbett hoch. Ich merkte, dass ich die Nacht wo gut wie nicht geschlafen hatte aber nach ca. 15 min war auch das wider ok, man gewohnt sich ja an alles.
An einer Waldlichtung sahen wir dann auf einem Baum ein Orang-Utan Männchen sitzen. Das war sehr viel größer als die Weibchen die wir bis jetzt gesehen haben. Eddy erzählte uns, dass er das Männchen seit 6 Monaten nicht mehr gesehen hatte und er freute sich über das Wiedersehen.

Wenig später kamen wir an eine andere Lichtung. Hier saß ein Orang-Utan Weibchen mit ihrem Baby. Sie kam tatsächlich zu uns runter. So waren wir in 1,50 m Entfernung von ihr und ihrem Baby. Da es ein halbwildes Weibchen war gab Eddy ihr unsere Obstreste, denn sonst wäre sie eventuell aggressiv geworden.
Das ist hier generell etwas problematisch: Früher wurden viele Orang-Utans von Menschen als Haustiere gehalten. 1973 eröffnete dann im Gunung Leuser Nationalpark eine Fütterstation da die an die Menschen gewöhnten Affen nicht direkt n den Dschungel ausgesetzt werden konnten, das hätten sie nicht überlebt. So wurde ihnen in der Station das Schwingen von Ast zu Ast und die Nahrungssuche beigebracht. Und die Orang Utans konnten dann erfolgreich ausgewildert werden. Die Station existiert in der Form der Fütterstation nicht mehr, sie ist mittlerweile lediglich eine Beobachtungsstation für Touristen. Es kostet Eintritt und für Fotoausrüstung muss man eben falls nochmals zaglen. Und es ist nicht mal sicher, ob überhaupt Orang-Utans kommen. Aber viele sind eben halbwild und an Menschen gewöhnt, viele haben auch Vornamen.
Und sie fordern dann von den Besuchern im Park ihr Futter und werden aggressiv und können dann sehr gefährlich werden.
Als das Weibchen ein wenig mit Wassermelonen ruhig gestellt war, konnte wir sie aus nächster Nähe beobachten. Diese Tiere sind einfach faszinierend und sie sind uns so ähnlich.

Ich kann nicht verstehen, dass Politik und Industrie das Aussterben unserer Vorfahren einfach so für Geld in Kauf nehmen. Und es macht mich wütend weil ich das Gefühl habe, nichts dagegen tun zu können als dem Ganzen zu zusehen.
Zum Glück gibt es immer mehr Projekte und Organisationen, die sich für die Orang-Utans einsetzten. Aber das reicht leider nicht. Hier muss politisch mal ein Umdenken passieren.

Die berühmte Mina  habe ich nicht getroffen – nachdem uns Eddy auch nur etwas verschreckende Geschichten erzählt hatte, war ich darüber ganz froh. Dieses bekannte Orang-Utan-Weibchen kann nämlich ganz schön unbequem und auch aggressiv wurden. Trotz unserem Abstecher in ihr Territorium und mehrmaligen Rufen unserer Guides tauchte sie nicht auf. Uuuh, Glück gehabt.
Gegen 12h kamen  wir zum Fluss von dem aus wir dann zurück raften. Ich war mal gespannt, ich habe sowas noch nie gemacht. Als Lunch gab es Nudelsuppe und Passionsfrucht.

Dann packten wir unsere Rucksäcke und Schuhe in große Plastiktüten, die dann an den Tubes festgeschnallt wurden. Und dann ging es auch schon los und es war super lustig, absoluter Fun.
Wir haben dann auch noch eine andere Gruppe überholt.

Um 13:30h waren wir wieder in Bukit Lawang. Ich habe mich schon lange nicht mehr so sehr auf eine Dusche gefreut.

Der Dschungel Trekk war für mich ein absolutes Highlight meiner Reise, es ist eine Life-Time-Experience. Orang-Utans aus nächster Nähe in freier Wildbahn zu sehen ist einfach unbeschreiblich.
Unsere Guides waren super, sie erklärten uns viel über den Dschungel und die Orang-Utans. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass Orang-Utans nicht von Baum zu Baum springen können, sie haben nämlich keinen Schwanz und können sich nur von Baum zu Baum hangeln oder schwingen.

Wenn auch Du einmal nach Sumatra kommst und einen Abstecher in den Dschungel machen möchtest, dann lass Dir einen Dschungel Trekk mit Bukit Lawang – Jungle Trekking nicht entgehen.

Kontakt:
Bukit Lawang – Jungle Trekking : Get ready for the jungle !
Dodi Peranginangin & Janine Peranginangin
info@bukitlawang-jungletrekking.com
Mobile:
+6285276155332 / +6285373860413

Als Unterkunft kann ich das Wisma Bukit Lawang Indah nur empfehlen, das kann direkt auch über Janines und Dodis Agentur gebucht werden

Weitere Infos zum Gunung Leuser Nationalpark:
Offizielle Website
http://www.gunungleuser.or.id/

Eintrag bei Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Gunung_Leuser

 

Selamat pagi Indonesia – Hallo Bukit Lawang, Sumatra

Am 17.02. ging es endlich von Singapur nach Medan, Sumatra und somit endlich nach Indonesien. Ich gestehe: ich hatte meine Dosis von Großstädten, Verkehr und Sightseeing und freute mich auf den Dschungel, Natur und liebe Menschen.
Ich stresste mich natürlich wieder am Flughafen und hatte etwas Schiss, dass mein Handgepäck – das mit 10 kg das maximal zulässige Gewicht von 7 kg bei Jetstar übertraf – kontrolliert wurde. Mein Backpack ist mit 18 kg echt schwer aber irgendwie war es eben schwer einzuschätzen was ich so packen sollte wenn ich für unbestimmte Zeit erst mal  weg bin.  Aber ich gestehe: wenn mir auch nur ein Paar Socken kaputt geht freue ich mich, denn das heißt: aussortieren und etwas weniger Gewicht.
Meine Bedenken waren unbegründet, um mein Handgepäck hat sich niemand gekümmert, der Flug war außerdem nicht mal zur Hälfte voll.

In Medan angekommen zeigt ich dann bei der Immigrasi mein Visum vor, alles kein Problem. Dann holte ich mein Gepäck. Als ich damit zum Ausgang wollte, hielt mich dann noch eine Angestellte auf, die mein Luggage-Receipt sehen wollte. Tja blöderweise war der auf genau der Seit von meinem Boarding-Pass aufgeklebt, den das Personal am Flughafen in Singapur abreist. Sowas ist mir ja noch nie passiert, dass die kontrollieren, mit welchem Gepäck man geht. Ich konnte der Dame dann aber meinen Namen bestätigen und konnte somit zum Ausgang. Hier hieß es dann noch einmal das Gepäck auf einem Band durch den Security-Check laufen lassen. Dann wollte ich zum Augang und wurde schon wieder aufgehalten, diesmal von einem der Zollbeamten. Ich hatte nämlich die Zollkarte nicht ausgefüllt. Ja warum denn auch, ich habe ja nichts zu verzollen. Anscheinend muss man das aber trotzdem. Pffff. Also den Pass nochmal vorgezeigt, das war dann auch in Ordnung und ich konnte endlich gehen.

Am Flughafen von Medan empfing mich Dodi, der Mann von Janine zusammen mit Myriam, einer anderen deutschen, ebenfalls 31 und ebenfalls Solotravelerin – perfekt.

Die Entscheidung als erstes nach Sumatra zu fliegen und als erstes den Dschunel und Bukit Lawang zu erkunden kam durch den netten Austausch mit Janine. Ich hatte anfangs nur meinen Flug nach KL gebaucht und war mir absolut unsicher, wo ich in Indonesien starten sollte. Auf meiner Wunsch-Liste stehen so viele Orte und ich war hin- und hergerissen zwischen Kalimantan, Sulawesi und Sumatra als Ausgangspunkte. Mein ehemaliger Kollege Daniel hat mir dann, als ich ihm von meinen Reiseplänen durch und um Indonesien erzählt habe, von einer guten Freundin erzählt, die seit einiger Zeit in Bukit Lawang mit ihrem indonesischen Mann lebt und die gemeinsam eine Dschungel-Tour-Agentur haben. Er gab mir ihren Kontakt weiter und über facebook meldete ich mich dann einfach mal bei Janine. Sie schrieb mir auch sofort zurück und wir schrieben etliche Male hin- und her und ich hatte das Gefühl: ich muss nach Bukit Lawang und sie und ihre Familie und den Ort kennenlernen. So buchte ich dann kurzerhand den Flug von Singapur nach Medan. Und das war die richtige Entscheidung.

Vom Flughafen Medan nach Bukit Lawang war es ein ganz schönes Stück. Es war Zeit der Rush-Hour da alle gerade von der Arbeit nachhause kamen, es dauert bestimmt über eine Stunde bis wir aus Medan rauskamen. Aber ich fand es anfangs nicht so schlimm, ich sah die ganze Zeit aus dem Fenster und beobachtete das Treiben auf den Straßen und fand fas einfach total interessant. Es sah schon wieder so familiär aus. Indonesien eben. Irgendwie fremd aber doch so vertraut.

Es hatte die Tage vorher auch ziemlich viel geregnet was die Straßenverhältnisse nicht besser machte. Nun gegen 20:30h waren wir dann endlich da. Endlich. Gegen Ende zog es sich einfach total und wir waren 4,5 Stunden unterwegs.
Ich bin hier im  Wisma Bukit Lawang Indah, das Dodis Familie gehört. Endlich hatte ich wieder ein eigenes Zimmer. Das war unglaublich schön nach den 3 Wochen ins Dorms (ich habe absolut nichts dagegen aber es ist einfach schön, sich mal wieder ausbreiten zu können und mehr Privatsphäre zu haben). Die Zimmer sind groß und einfach, aber haben alles was man braucht. Somit wurde ich auch im Gebrauch des indonesischen bak mandi immer geübter 😉

Kurz darauf trafen Myriam, Dodi und ich uns im Restaurant. Dodi briefte uns für den kommenden Tag denn da ging es auf eine 2-tägige Tour durch den Dschungel. Start war 9h und insgesamt sollten wir 6 Leute sein.
Danach aßen Myriam und ich zusammen und gönnten uns unser erstes Bintang (Bintang ist das indonesische Bier, etwas anderes gibt es eigentlich gar nicht. Bintang heißt übersetzt übrigens Stern daher gibt es hier auch den Spruch „The more beer you drink, the more stars you see“ ). Es kamen auch immer mehr von den Locals dazu, einige hatten ihre Gitarre dabei und so saßen wir noch bis 1h zusammen , sangen und redeten. Eine rundum schöne Ankunft .

Mal wieder vom Reisen gelernt:
– bewahre immer den Lugagge-Receipt auf, es kann nicht schaden
– fülle in jedem Fall die Zollkarte in Flügen nach Indonesien aus,  auch wenn Du meinst es ist überflüssig

Tauchen auf den Gili Inseln – Mai 2015

Warum es sich absolut lohnt spätestens in Indonesien mit dem Tauchen zu beginnen…