Eine Woche tauchen in Iboih Beach, Pulau Weh – Sabang Island, Aceh

9.- 15.03.2016

Auf meiner Reise durch Indonesien darf Pulau Weh, bekannt für seine schönen Tauchspots, nicht fehlen. Ich verbrachte hier vor allem Zeit unter Wasser.
Weh, indonesisch Pulau Weh oder Pulo Weh sowie bei Einheimischen Sabang, ist eine Vulkaninsel in der Andamanensee im Indischen Ozean.  Die 156,3 km² große und bis zu 617 m hohe Insel liegt nordwestlich von Sumatra in der indonesischen Provinz Aceh. Die Insel wurde beim Erdbeben im Indischen Ozean 2004 stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach der Katastrophe waren viele internationale Organisationen, u. a. das Deutsche Rote Kreuz während der folgenden drei Jahre mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Das Deutsche Rote Kreuz hat auf der Insel mehrere Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Wohnhäuser in drei Dörfern errichtet.

Die Insel gehört mit zu den schönsten Tauchspots in Indonesien. Zudem ist das Tauchen hier vergleichsweise günstig, ein Fundive kostet weniger als 20 € (Equipment inklusive).
Ich hatte im Vorfeld über die Tauchschulen auf Pulau Weh recherchiert und bin auf Rubiah Tirta Divers gestoßen. Der Diveshop war damals der erste auf Pulau Weh und wird von Einheimischen geführt. In Singapur habe ich Sergei und Nico getroffen, die seit 7 Jahren als Tauchlehrer auf Pulau Weh arbeiten und nun seit einem Jahr ihre eigene Tauschule Monster Divers haben. Somit hatte ich bereits zwei Anlaufstellen.

An meinem ersten Tag ging ich direkt zu Rubiah, da diese in Iboih Beach und unweit von meiner Bungalow Anlage sind. Im Diveshop angekommen traf ich Atim, er ist ein Freund von einem Freund aus Bukit Lawang und somit hatte ich schon mal einen Kontakt auf der Insel. Er war mir direkt sympathisch. Nach der Anmeldung machten wir erst einmal einen Refresh-Dive, das heißt eine kurze Wiederholung der wichtigsten Skills unter Wasser, wie die Maske leeren, Simulation eines Notfalls unter Wasser und Beatmung über den Notfallregulator vom Divebuddy.

Ich war seit Oktober 2015 nicht mehr tauchen und daher war es mir ganz lieb den Refresh-Dive zu machen. Ich tauche auch noch nicht so lange: 2014 kam ich das erste Mal nach Bali und nach Gili Meno und habe auf Gili Meno meinen Discover Scuba Dive gemact. Eigentlich hatte ich Angst und war absolut unsicher ob ich es überhaupt ausprobieren soll. Aber nach dem ich einen Tag mit Schnorcheln verbracht hatte war ich so fasziniert dass ich die Angst einfach weit von mir geschoben habe. Und was soll ich sagen: Es war einer der schönsten Momente – ohne Übertreibung – meines Lebens den ich nie vergessen werde. 2015 kam ich wieder nach Gili Meno und machte hier mit meinem Tauchlehrer Sulman den PADI Open-Water und war quasi angefixt so dass ich den Advanced-Open-Water direkt auch gemacht habe. Und da mir das Tauchen so viel Spaß macht habe ich in Düsseldorf bei Underwater No 1  mit meiner Freundin und ehemaligen Kollegin Nadine den Rescue-Diver gemacht um dann hier in Indonesien den Divemaster zu machen. Aber bevor ich mit der Ausbildung beginnen kann heißt es erst mal Tauchgänge sammeln: mindestens 40 geloggte Tauchgänge muss ich vorweisen. Und um zu Tauchen ist Indonesien wirklich perfekt.

Nachmittags ging es dann endlich auf zum Tauchen.
Pulau Weh bietet eine absolut schöne Unterwasserwelt: Es gibt eine enorme Vielfalt an Korallen in den unterschiedlichsten Farben, unzählige Arten von Fischen und andere Unterwasserlebewesen. Ich war einfach glücklich wieder in die bunte Unterwasserwelt eintauchen zu können. Somit tauchte ich jeden Tag zwei Mal. Meine Tage konnte man kurz mit „Eat – Dive – Sleep – Repeat“ beschreiben.
Ein Highlight war mein Nachttauchgang mit Ralf und Birgit, ein Ehepaar aus Deutschland die gerade als Tauchlehrer bei Rubiah arbeiteten.
Hier starteten wir vom Ufer aus was nicht ganz einfach war da sich dort Nachts unzählige Seeigel breit machen. Nachttauchgänge finde ich immer besonders faszinierend da man dann die Möglichkeit hat, die Unterwasserwelt in einem vollkommen anderem Licht zu sehen.
Mit Taschenlampen ausgestattet erkundeten wr Felsen und ein Schiffswrack (von außen): Wir trafen auf Papageifischen, Babymuränen, schlafende Blue-Spotted-Stingrays und einen 60 cm großen Hummer ! Wirklich schön. Für einen Moment schalteten wir die Taschenlampen aus und wirbelten das Plankton unter Wasser auf das wunderschön fluoresziert. Ich bin immer wieder fasziniert von Nachttauchgängen und werde auch bei den kommenden Tauchspots versuchen wieder ein oder zweimal nachts tauchen zu gehen.

Vom Tauchen gelernt: Lass Dir nicht die Luft ausgehen

Ich bin seit Oktober letzten Jahres Rescue-Diver – aber das heißt noch lange nicht dass ich total viel Erfahrung habe. Am Ende meiner Woche in Iboih hatte ich 19 geloggte Tauchgänge.
Bei einem Tauchgang gingen wir auf 38 m . Die Strömungen können in Pulau Weh sehr stark sein und ich verbrauchte mehr Luft. Nun und irgendwann checkte ich dann meinen Flaschendruck. Etwas erschrocken stellte ich fest, dass mein Finimeter nur noch 40 Bar anzeigte. Nicht so gut. Man sollte immer 50 Bar haben um in Ruhe den Aufstieg und den Sicherheitsstopp zu machen. Also signalisierte ich Atim dass ich nur noch 40 Bar in meinem Tank hatte. Da wir relativ tief waren, mussten wir eben entsprechend Zeit für den Aufstieg und den Sicherheitsstopp einplanen. Und in der Zeit ging mir im wahrsten Sinne die Luft aus. Also nahm ich den zweiten Regulator von Atim und atmetet aus seinem Tank. Also alles gut. Allerdings sollte so etwas natürlich nicht passieren. Aber aus solchen Erfahrungen zieht man immer eine Lektion und seitdem checke ich regelmäßig meinen Flaschendruck um einen solchen Fall zu vermeiden.

Folgende Tauchspots habe ich in der Zeit auf Pulau Weh erkundet:
– Arus Badee
– Beatee Tokong
– Peunateung
– East Selako
– Canyon
– Seagarden Rubiah
– Iboih Beach

…und konnte hier unzählige Weißspitzen-Riffhaie, Schwarzspitzen-Riffhaie, Silberspitzen-Riffhaie, Blaupunktrochen, Einhornfische, Meeresschildkröten, Seesterne, Marmorrochen, unterschiedlichste bunte Fische wie etwa Papageienfische sowieTintenfische, Krebse, Nudibranches und etliches mehr entdecken.

Iboih Beach ist aber nicht nur zum Tauchen optimal sondern auch zum Schnorcheln. Man muss gar nicht soweit raus ins Meer und erst Recht nicht so tief gehen um die tolle Unterwasserwelt zu Gesicht zu bekommen.
Man sollte darauf achten, dass Pulau Weh zur Region Aceh gehört und hier ein konservativer Islam gelebt wird und das Schariah-Gesetz gilt. In Iboih-Beach ist es kein Problem westliche Badebekleidung wie Bikini, Badeanzug und Shorts zu tragen. Aber es gibt auch Strände an denen darauf hingewiesen wird, dass Frauen keine Bikinis und Badeanzüge tragen dürfen sondern Shorts und T-Shirts anziehen sollen. Ich finde das auch vollkommen ok. Und generell sollte man als Frau darauf achten, Schultern und Knie zu bedecken. Ich bin der Meinung, wenn man in ein Land mit einer anderen Kultur reist, hat man sich anzupassen. Das hat nichts damit zu tun, dass ich die Gesetze für gut befinde aber ich bin hier eben zu Gast und passe mich an und akzeptiere die einheimische Kultur.

Die restliche Zeit in Iboih habe ich oft mit Locals und anderen Reisenden verbracht. Oft bei abendlichen Gitarrenspiel und Gesang oder einfach nur in einer Runde zum Quatschen. Auch hier wurde ich so lieb und freundlich aufgenommen und habe tolle Leute kennengelernt. Meine Reisebuddies Maya und Sergio, die ich zwei Wochen zuvor am Toba-See kennengelernt hatte blieben ebenfalls eine Woche und wir verbrachten die Abende mit gemeinsamen Abendessen und Gesprächen.
Eines Abends waren wir auf der Suche nach Bier. Aber wir mussten feststellen, dass es auf der ganzen Insel keinen Alkohol gab – und wenn, dann nur auf dem Schwarzmarkt in Sabang wie wir erfuhren. Das hat nichts damit zu tun, dass die Insel konservativ muslimisch ist sondern es gab in der Vergangenheit Probleme mit einheimischen Männern die im betrunkenen Zustand Touristinnen belästigt hatten. Somit entschied die Inselregierung, Bier und anderen Alkohol zu verbannen.

An einem Abend fuhr ich mit Atim zu den Jungs von Monster Divers da Sergio Geburtstag feierte. Die Freude über das Wiedersehen war groß. Ich wäre auch bei Monster Divers tauchen gegangen aber da das Divecenter außerhalb von Iboih liegt war es eben nicht so einfach dort vorbeizuschauen – und um ehrlich zu sein bekommt man Rubiah einen Discount je mehr Tauchgänge man dort absolviert desto günstiger wird es.

Natürlich konnte ich es mir auf Pulau Weh nicht entgehen lassen, die Sonnenuntergänge am Meer anzuschauen. Atim nahm mich mit zu 3 verschiedenen Spots: Secret Beach, zum Swallow Cave und zum Kilometer Nol, der Nullpunkt. Es gibt für mich fast nichts schöneres als einen Tag mit einem Sonnenuntergang am Meer ausklingen zu lassen.
Atim nahm mich an meinem letzten Tag, an dem ich nicht Tauchen  ging, mit auf eine Insel-Tour mit dem Motorrad.
Warum ich nicht tauchen gegangen bin ? Nun  ich hatte zwei Tage darauf meinen Flug nach Java. Bewusst machen sollte man sich, dass in einem Flugzeug ein Druck herrscht, wie in etwa 2.500 Metern Höhe. Liegt der letzte Tauchgang erst kurz zurück und wird dann eine Flugreise angetreten, besteht die Gefahr, dass es zu einem Dekompressionsunfall kommen kann. Auslöser kann der rapide Druckabfall im Flugzeug sein. Dies ist zu vergleichen mit einem zu schnellen Aufstieg im Wasser, bei dem ebenfalls ein schneller Wechsel von einem höheren zu einem niedrigeren Umgebungsdruck vorliegt. In einer Flugzeugkabine herrschen während eines Flugs lediglich 0,75 Bar.  Weiterhin liegt hier ein geringerer Sauerstoffgehalt vor. Dies beeinflusst die Sauerstoffsättigung im Organismus negativ, was eine nachträgliche Dekompressionskrankheit fördert. Aber nicht nur weniger Sauerstoff wird dem Körper während eines Fluges zugeführt, ihm wird auch Feuchtigkeit entzogen. Dies liegt an der erheblich trockeneren Luft im Flugzeug, die für eine geringe Luftfeuchtigkeit sorgt. Diese Faktoren zusammengenommen stellen bereits eine große Belastung für den Körper dar. Wurde zudem erst kürzlich ein Tauchgang absolviert, wird die Gefahr einer Dekompressionskrankheit im Nachhinein noch verstärkt . Empfohlen wird daher die sogenannte Flugverbotszeit, nach der man mindestens 24 Stunden nach einem Tauchgang vergehen lassen sollte, bevor ein Flugzeug bestiegen wird [http://www.taucher.de/fliegen-und-tauchen-was-ist-zu-beachten].

Ich habe mich sehr gefreut, dass sich Atim die Zeit für mich genommen hat, mir die Insel zu zeigen. Somit sah ich dann ein wenig mehr als die Unterwasserwelt und Iboih Beach .
Als erstes kamen wir an einem Wasserfall vorbei. Hier stoppten wir und gingen schwimmen. Und sammelten bevor wir gingen einiges an Müll auf. Dann kamen wir an einem Vulkan vorbei, der auch noch aktiv ist und penetrant reichenden Schwefelgeruch freisetzt. Dann stippten wir an einem einsamen Strand wo kein einziger Tourist zu sehen war. Ganz ruhig und entspannend. Es gibt auf Pulau Weh übrigens auch zahlreiche Makaken. Ihnen ist mit Vorsicht zu begegnen, sie können ganz schön aggressiv sein. Zwei versuchten mich während der Motorrad-Tour anzuspringen. Und ein Affenbiss bedeutet den direkten Weg ins Krankenhaus da sie Tollwut und anderes Krankheiten übertragen können.

Iboih Beach und Pulau Weh haben mir sehr gut gefallen. Vor allem auch deswegen, weil ich hier liebe Menschen kennengelernt habe und mich im Diveshop Rubiah Tirta Divers absolut wohl gefühlt habe. Nun bin ich am Überlegen, im Juni und Juli wieder zurückzukommen um den Divemaster hier zu machen. Ich habe zwei Jungs, Jaquomo und Moritz hier kennengelernt, die den Divemaster bereits gemacht bzw. gerade dabei waren ihn zu absolvieren und die mir Rubiah Tirta wärmstens empfohlen haben.

Dann hieß es Abschied nehmen der mir schwer fiel. Ich schließe auf meiner Reise die Menschen hier einfach so schnell in mein Herz.
Mit dem Bus fuhr ich zur Fähre und nahm wieder die langsame Fähre zurück nach Banda Aceh. Dort übernachtete ich eine Nacht in einem Guesthouse und am nächsten Morgen ging es für mich weiter nach Jakarta um am 18.3. pünktlich zur Hochzeit meiner Freundin Niha in Temanggung, Zemtraljava anzukommen.

Infos zu Pulau Weh / Iboih Beach

Hinkommen:
Es gibt Flüge nach Banda Aceh bei verschiedenen Airlines und es gibt auch Flüge nach Sabang (limitiert), beispielsweise von Jakarta oder Medan:
Ich habe den Nachtbus von Binjai (in der Nähe von Medan) genommen, würde dies aber auf keinen Fall wieder machen aufgrund von großen Sicherheitsbedenken: Die Nachtbusse werden mit Steinen attackiert – wie auch meiner – und wer Indonesien bereits mit dem Bus bereist hat weiß, dass der Verkehr einfach verrückt ist.

Unterkünfte:
Iboih Beach bietet zahlreiche Unterkünfte. In der Regel sind es Bungalows die entweder direkt am Meer sind oder zurückgelegen im Inland- Je nach Lage variiert der Preis. Ich habe beim Ohlala-Cafe & Bungalows für eine Nacht 80.000 Rp bezahlt, mein Bungalow lag nicht direkt am Meer sondern etwas weiter im Inland. Die Bungalows sind mit Ventilator ausgestattet und verfügen über ein eigenes Bad- In der Nebensaison (der Zeitpunkt als ich dort war) kann man die Preise verhandeln (das haben auch wir getan).

Diveshops:
Rubiah Tirta Divers
Iboih Beach – Pulau Weh
Tel: +62 652 3324555
Email: info@rubiahdivers.com
http://rubiahdivers.com

Monster Divers
Gapang beach – Pulau Weh
EN/ES +62 812 69 60 68 57
ID/EN +62 812 65 76 87 55
http://www.monsterdivers.com

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