Bukit Lawang – ein Gefühl von Zuhause

17.2. –  08.03.2016

…und dann passiert das, womit man nicht unbedingt rechnet wenn man auf Reisen ist: Man ist an einem Ort und man möchte am liebsten nicht mehr weg. Die Menschen sind so herzlich, freundlich und hilfsbereit. Und immer mit einem Riesenlächeln im Gesicht. Und genau dieses „Ich-will-hier-nicht-mehr-weg-Gefühl“ hatte ich in Bukit Lawang. So wie hier erging es mir bis jetzt nur mit Gili Meno vor 2 Jahren.

Ja ich habe fast 3 Wochen in Bukit Lawang verbracht und hatte eine wunderbare Zeit. Eine kleine Unterbrechung gab es, ich habe 4 Tage am Toba-See verbracht (Blogpost hier).
Was ich in Bukit Lawang die ganze Zeit gemacht habe ? Nun ja, entspannt und meine Zeit mit lieben Menschen verbracht. Zum Schwimmen im Fluss, abends am Lagerfeuer mit Gitarrenmusik und gemeinsamem Singen, ich war in Batu Katak – ein Ort in der Nähe – auf einem Höhlen-Trekk, ich habe bei einem Englisch Camp vor Studenten der Universität von meinen Erfahrungen als Touristin und meinen Schock über das große Müllproblem gesprochen – also einiges. Und Bukit Lawang ist ein perfekter Ort zum Runterkommen.

Aber nun mal ausführlicher:
Am Samstag nach den 2 Tagen im Dschungel ging es erst mal auf eine Radtour mit Dodi, Nicco und Rian. Ich glaube es war nicht der richtige Zeitpunkt, ich stellte fest, dass ich vom Riesen und vom Dschungel doch ziemlich müde war. Nun mit Mountainbikes ging es Richtung Batu Kapal, ein Ort um die Ecke von Bukit Lawang. Der Ort grenzt an den Dschungel und dort hat man ab und an die Möglichkeit wilde Orang-Utans zu sehen. Leider war er als wir ankamen schon weg.

Über steinige und teils glitschige Wege ging es über Stock und Stein. Ich hatte Mühe, mein Mountainbike zu manövrieren, das war schon ziemlich tricky.
Mittags hielten wir dann an einem Warung an und machten Pause.
Danach ging es weiter durch das Dorf. Dort konnte ich mir ansehen, wie eine Frau braunen Palmzucker herstellt. Der Saft der Palmblüten wird geerntet und dann lange gekocht. Dann wird er in Formen gegossen und verkauft.
Dann  ging es weiter zu einem Bauern, der doch tatsächlich hier im Dschungel seine eigene Biogas-Anlage errichtet hatte und somit seinen Eigenbedarf mit Gas deckt – ich bin so beeindruckt. Er hält Rinder und aus dem Mist stellt er Gas her. Genial. Damit rechnet man hier einfach nicht. Auf meine Frage, wo er denn die Idee her hat meinte er, er hatte sich eben umgehört, im Internet geforscht und die Anlage gebaut. Ich hoffe er verbreitet das schnell und nachhaltig, das ist total toll Einheimische zu treffen, die sich über Umwelt und die damit zusammenhängenden Problematiken Gedanken machen und sich auch überlegen, wie sie davon profitieren können. Die Biogasanlage ist ja nichts anderes als wertvolles Recyceln und kommt dem Bauern selbst zu Gute. Das ist wohl der richtige Ansatz, den Menschen zu verdeutlichen, dass sie mit solchen Maßnahmen gewinnen.
Danach fuhren wir mit den Rädern zu Janines und Dodis Haus. Die beiden wohnen sehr schön an Riesfeldern und Tümpeln und haben Kokosnusspalmen, Ananas und Papaya- und Kakaobäume direkt vor der Haustür. Also gab es erst mal frische Kokosnuss und Ananas.
Janine erwartete ein Freundin um einen deutschen Streuselkuchen zu backen. Ich blieb einfach ein wenig.


Später brachte mich Dodi dann mit dem Motorbike nach Bukit Lawang zurück.
Als ich dort die Brücke überquerte traf ich ein paar Jugendlich aus Medan. Es war dann eine Gruppe von ca. 20 Kids und jeder wollte ein Selfie mit mir machen – haha, sensation of fame 😀
Zum Glück hatten sie einen Betreuer dabei, der mich dann bat ein Gruppenfoto machen zu lassen. Puh zum Glück, ich weiß nicht wie lange es gedauert hätte bis alle ihr Selfie gemacht hätten. Tja ich falle hier einfach auf, groß, weiß und dazu noch blond. Manchmal würde ich hier einfach ganz gerne unsichtbar sein, um ehrlich zu sein. Das ist so gar nicht mein Ding so viel Aufmerksamkeit und Beachtung zu bekommen. Aber das ist hier nun mal so und irgendwie finde ich es noch ganz süß wenn ich hier angesprochen und um ein Foto gebittet werde. Was ich aber nicht leiden kann ist, wenn ich neben Leuten sitze und die dann ihr Handy so drehen, dass ich auf dem Sefie mit drauf bin. Da habe ich schon ganz plötzlich Grimassen gezogen. Sorry, aber man kann ja fragen:

Ich habe an dem Tag auch einfach nichts mehr gemacht weil ich so platt war und ich bin einfach nur früh ins Bett.

Wenn Dein Körper auf Reisen rebelliert ….

Am Sonntag habe ich lange geschlafen und einfach nichts getan. ich habe mich eigentlich nur von meinem Zimmer zum Guesthouse bewegt und entspannt. Ich hab einfach gespürt, dass ich eine Pause brauche. Wer mich kennt weiß, dass ich eher zu der Sorte Menschen der Überaktiven gehöre und eigentlich die ganze Zeit irgendetwas mache, sei es Sport, rumlaufen, spazieren gehen etc. – aber jetzt hat mein Körper einfach mal Stopp gesagt. ich war einfach nur unendlich müde und wollte weder die Gegend erkunden, noch auf die andere Seit vom Fluss gehen, einfach gar nichts tun. Das einzig produktive an diesem Tag war das Serviettenfalten mit Nicco und Belan fürs Restaurant, haha.

Abends hat mich Rian dann noch mit auf eine Hochzeitsfeier im Dorf mitgenommen. Ich habe mir ein wenig etwas erklären lassen: In der Region dauern die Festivitäten oft 3 Tage. Das ganze Dorf ist eingeladen zum Essen und Feiern. Als Geschenk überreicht man einen Briefumschlage mit Geld.
Wir kamen dort also an und bekamen erst einmal etwas zu essen. Es war der Letzte Tag der Feierlichkeiten, das Brautpaar haben wir leider nicht gesehen, es war wohl dabei sich umzuziehen.
Auf einer Bühne wechselten sich verschieden Sänger ab, rund ums uns herum saßen Leute und aßen, Kinder sprangen herum und ich mittendrin.
Als ich meine Kamera rausholte waren die Kids total aufgedreht und wollten unbedingt dass ich Fotos von ihnen machen, witzig.


Bin an dem Abend auch relativ früh ins Bett. Aber die Nacht war alles andere als erholsam. Mein Magen hat Terror gemacht. Ich habe keine Ahnung wieso aber ich verbrachte die halbe Nacht auf der Toilette und am nächsten Tag ging es mir absolut nicht gut. Ich denke mein Körper hat einfach mal die Notbremse gezogen : Die 3 Wochen in Malaysia und Singapur waren gut gefüllt, ich habe viel gemacht, bin viel herumgereist, habe viel erlebt und das war alles in allem ein echt intensives Programm wenn ich darauf zurückblicke. Das hat nun seinen Tribut gefordert.
Ich bin zwar an dem Tag mit Nicco zum Bat Cave – eine Fledermaushöhle – gegangen aber das war eigentlich keine gute Idee. Also habe ich am Nachmittag einfach geschlafen und nichts gemacht – das einzig richtige. Also besser mal auf den eigenen Körper hören – der weiß in der Regel, was gut für einen ist.


Später habe ich im Guesthouse Lu und Lena kennengelernt, zwei Mädels aus der Oberpfalz die gemeinsam auf Sumatra unterwegs waren. Die beiden hatten ebenfalls mit Magenproblemen zu kämpfen. Wir haben also Medikamente ausgetauscht und uns gegenseitig Mut zu gesprochen.
Aber ich wurde auch ganz lieb von Belan und Nicco mit lokaler Medizin – das war ein Mix aus verschiedenen getrockneten Gewürzen und Kräutern – und Ingwer Tee versorgt. Ingwer Tee ist jetzt hier mittlerweile eh mein absolutes Lieblingsheißgetränk.

Und wieder werden die Reisepläne über den Haufen geworfen

Na und wie schon so oft habe ich mal wieder meine Reisepläne geändert. Eigentlich wollte ich nach Bukit Lawang weiter nach Pulau Weh und dann zum Toba-See. Nun das hätte aber irgendwie nicht so Sinn gemacht, dachte ich mir als ich mal die Entfernungen auf der Karte ansah.
Also entschloss ich am kommenden Sonntag zum Toba-See zu fahren und von dort aus anschließend nach Pulau Weh. Zudem buchte ich meinen Flug von Banda Aceh nach Jakarta am 16.3., da ich am 18.3. bei Niha meiner Freundin für ihre Hochzeit auf Java sein wollte. Nun es kam im Endeffekt eh auch wieder ein bisschen anders aber dazu später…

Am Mittwoch bin ich mit Janine, Dodi und Nicco ins nahegelegene Batu Katak gefahren. Dort ist man direkt im Dschungel, es gibt zahlreiche Tropfsteinhöhlen, die wirklich sehenswert sind. Seit ca. 3 Jahren werden auch Touren für Touristen angeboten. Janine und Dodi möchten enger mit den dortigen Guides und Verantwortlichen zusammenarbeiten um Kunden in Bukit Lawang ein breiteres Angebot neben den Dschungel-Trekks anbieten zu können. In Batu Katak ist der Tourismus erst noch im Kommen. Auch gibt es hier eine NGO, die sich mit dem Schutz des Dschungel und der Tiger beschäftig. Ziel ist es, hier den Eco-Tourismus voran zu bringen.
Hierfür muss noch einiges getan werden: Die Guides müssen geschult werden und sie brauchen Englischunterricht.
Janine und Dodi trafen wich mit dem Tourismusverantwortlichen um über gemeinsame zu Projekte und die Art der Kooperation zu sprechen. Spontan entschied ich mich dafür am kommenden Samstag einen Trekk zu einer der Tropfsteinhöhlen zu machen.

Abends zurück im Guesthouse machte ich eine ziemlich unangenehme Entdeckung: Mein ganzer Oberköper von rotem, juckenden Ausschlag übersät – ich dachte erst, es wären Moskito-Stiche weil ich ja den ganzen Tag im Dschungel war aber so viele ? Und in der Art ?
Nach dem Duschen zog ich ein Longsleeve an und ging ins Restaurant. Nun und dann fing es an, überall zu jucken. Plötzlich hatte ich den Aussachlag auch auf meinen Armen. Da kam ich endlich auf den Zusammenhang: Ich hatte vor einigen Tagen meine Wäsche zum Waschen weggeben. Aber leider wurde die Sachen nicht per Maschine sondern von Hand gewaschen – und sämtliche Rückstände und Chemikalien waren noch in den Fasern und meine Haut lief am ganzen Körper Amok. Das war einfach eine heftige allergische Reaktion auf ich weiß nicht was.
Ich ging in mein Zimmer und duschte zwei Mal, das half aber auch nicht viel. Ich hatte das Zeug wohl nun auch unter den Fingernägeln und sonst überall. Auch die Tatsache, dass ich Kleidung die nicht bei der frischgewaschenen Wäsche dabei war anzog half nichts. Die Quaddeln verbreiteten sich in über meinen ganzen Körper. Ich bemühte mich nicht zu kratzen. Ja und zum selben Zeitpunkt fing mein Magen auch wieder an verrückt zu spielen. Die Details der Nacht spare ich hier aus , kurz: Sowas wünsche ich niemandem.
Am nächsten Tag war ich entsprechend fertig und hatte da einen kurzen Breakdown und war komplett fertig mit den Nerven. Nun ja, ich raffte die gewaschene Wäsche zusammen und ging ins Dorf um einen Laundry-Service mit Maschine zu finden. Bei Yen, im Musli Mucky Bungalow, gab ich sie ab in der Hoffnung, dass diesmal alles ausgespült wurde.

Am Donnerstag ging ich am Nachmittag mit Janine in die Englischschule, einfach um mir das mal anzusehen. Die indonesische Kinder sind total wissbegierig und sehr motiviert. Ich bin immer total beeindruckt wenn ich hier spazieren gehe und auf Kinder treffe die mich direkt fragen: Hey Miss, How are you ? What’s your name ? Where do you go ?

Die Abende verbrachte ich meistens im Bukit Lawang Indah mit den Jungs die dort Gitarre spielen und singen. Übrigens: Das ist Teil vom Gesamtpaket. Es gibt viele Jungs, die hier als Guides arbeiten und mit den Touristen in den Dschungel gehen. Nun ja und viele sind eben darauf aus, eine weiße Touristin als Freundin zu haben. Also wird dann abends – insbesondere wenn viele neue Mädels angekommen sind – die Gitarre ausgepackt, gesungen und Smalltalk betrieben – natürlich in der jeweiligen Landessprache der Ausgewählten – und Annäherungsversuche gestartet. Ich für meinen Teil finde es ziemlich amüsant zu beobachten und von meinen Erfahrungen lässt sich das Dekor austauschen gegen Bali, die Gili Inseln etc. – das Verhalten vieler indonesischer Männer an touristischen Orten – ich sage nicht alle da ich auch andere Erfahrungen  gemacht habe und absolut nicht alles generalisieren und alle über einen Kamm scheren möchte – sehr, sehr ähnlich.
Über die sogenannten Beachboys aus Kuta, Bali gibt es sogar einen sehr informativen Dokumentarfilm : Cowboys in Paradise . Kann ich sehr empfehlen.

Am Samstag brachte mich Nicco frühmorgens nach Batut Katak. Dort starte ich dann zu einem halbtägigen Trekk zum River-Cave. Über Wege und  durch Flüsse führte mich mein Guide – ich war die einzige Teilnehmerin – zur Höhle. Ich hätte gerne im Vorfeld gewusst, dass ich so oft durchs Wasser waten musste, ich hatte keinen Drybag für meine Kamera dabei und war etwas leicht genervt.
Bevor wir den Eingang der Höhle erreichten hatte ich noch das Glück, einen sogenannten Titanenwurz – Amorphophallus titanum – zu sehen.
Die Titanenwurz oder Titanwurz (Amorphophallus titanum) ist eine auf Sumatra heimische Pflanzenart, die zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) gehört. Sie bringt den größten unverzweigten Blütenstandim Pflanzenreich hervor. Die bis 3 Meter hohe Blume sondert einen an den Urwald angepassten Aasgeruch ab und lockt damit Kurzflügler und Aaskäfer an, die für ihre Bestäubung sorgen. Die Blume blüht nur ca. eine Woche und dann dauert es wieder ca. 15 Monate bis eine neue wächst und blüht. Hier gibt es mehr Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Titanenwurz

Nun gut nach ca. 1 Stunde erreichten wir die Höhle und los ging’s. Hier gab es nicht nur schöne Tropfsteinformationen sondern auch einiges an Getier zu sehen: Frösche in zahlreichen Grau-Braun – und Erdtönen, Spinnen, Fledermäuse und unzählige Grillen.
Insgesamt 1,5 Stunden waren wir in der Höhle. Gegen Ende stand ich bis zur Hüfte im Wasser :-O Darauf war ich mal gar nicht vorbereitet. Und gegen Ende bekam ich leichte Platzangst denn die Höhle war wirklich stockfinster, nur die Taschenlampen ermöglichten es, etwas zu sehen.
Ich hatte vorher noch nie eine so lange Tropfsteinhöhle besichtigt und es war eine tolle Erfahrung. Aber ich glaube nochmal muss ich das nicht machen.

Vor der Höhle bereitete mir mein Guide (ich kann mich leider nicht er an seinen Namen erinnern) ein total leckeres Lunch zu. Es gab Omelette, Gemüsecurry, Reis und Tempe und als Nachttisch frische Ananas. Es war so lecker und echt reichlich.


Dann machten wir uns auf den Rückweg und waren gegen 14h wider im Dorf. Mein Guide war beeindruckt, er meinte ich wäre so stark .Er hätte die gleiche Tour schon mit anderen Touristen gemacht aber mit den wäre er immer erst gegen 16:30h wieder zurück gekommen. Nun, ich muss sagen, ich hatte eine Woche volle Entspannung und Erholung und war körperlich wieder voll fit und in Form.
Nach dem Trekk bat er mich, mich ins Gästebuch einzutragen. Ich kann nun mit Stolz sagen, dass ich die erste deutsche Touristin bin, die eine Tour in Batu Katak gemacht hat. Ich wünsche dem Ort, dass noch viele folgen denn es gibt sehenswerte Höhlen und tolle Landschaften zu entdecken.

Am Sonntag heiß es Abschied nehmen und ich fuhr zum Lake Toba (Blogpost folgt)
Nun was soll ich sagen: Ich habe es dort nur 3 Tage ausgehalten, am Donnerstag, den 03.03. bin ich wieder den ganzen Weg zurück – 9 Stunden im Mini-Bus – nach Bukit Lawang gefahren. Und das war die richtige Entscheidung, vom Herzen hat es sich genau richtig angefühlt.
Ich hatte niemandem Bescheid gesagt dass ich zurückkommen und war somit eine kleine Überraschung. Und alle haben sich gefreut. Das war echt schön. Natürlich blieb ich wieder im Indah.

Hier habe ich dann Sarah kennengelernt, eine Schweizerin die bereits schon mal in Bukit Lawang als Volunteer war. Sie nahm mich mit zum Schwimmen im Fluss – das hatte ich bis jetzt noch nicht gemacht und zeigte mir ein paar lokale Warung (Restaurants der Einheimischen).
Am Samstag fuhr ich mit Bobi – er ist ein Bekannter von Janine und baut zurzeit ein Eco-Resort und ein eigenes Projekt um den Eco-Tourismus in Bukit Lawang und Umgebung voranzureiben – nach Batu Kapal gefahren. Dort fand ein English Camp der Universität Medan statt. Dort kam dann auch Vicki hinzu, ein Tscheche der seit Jahren für die NGO Green Life gearbeitet hatte, Dschungel-Patrouillen unternimmt um den Urwald und die Tiere zu schützten (Verfolgung von illegalen Wilderern, Einkauf von Wildtieren auf dem Schwarzmarkt etc.). Dann kam auch noch Joaquin hinzu. Er kommt aus Puerto Rico, ist Biologe und hat es sich zur Aufgabe gemacht, ebenfalls im Bereich Umweltschutz mit einer eigenen Organisation in Batu Katak und Umgebung tätig zu werden.
Der Veranstalter des Camps bat uns einfach, über unseren Cause – also Umwelt und Problematiken mit den Studenten zu sprechen.
Bobi, Vicki und ich setzten uns zu einer Gruppe. Vicki erzählte von seinen Aufgaben und Tätigkeiten, die er hier in Indonesien durchführt. Bobi sprach ebenfalls darüber und betonte immer wieder, wie wichtig es ist, dass die junge Generation für die Zukunft unseres Planeten alle Faden in der Hand hält. Ich  berichtete über meine Erfahrungen als Touristin in Indonesien, die kommt, um die wunderschöne Natur zu entdecken und die leider feststellen muss, dass Mount Rinjnai zu gemüllt ist und nicht mal im Toba See schwimmen möchte da dort über all Plastikflaschen und weiterer Plastikmüll im See schwimmt. Und wie traurig und bestürzt mich das macht da Indonesien so reich an wundervoller Natur ist die Indonesier sich aber darum nicht scheren und langsam aber sicher alles zerstört wird, wenn nichts geschieht.

Ich hoffe die Studenten haben etwas mitgenommen und ich hoffe wir konnten ihr Bewusstsein ein wenig für die genannten Problematiken sensibilisieren.
Ich denke genau solche Kampagnen sind hier wichtig – Bildung ist so wichtig. Die Menschen gehen nicht absichtlich mit der Umwelt so um, die meisten wissen es einfach nicht besser. Daher ist es so wichtig, dass Bildungsinitiativen unternommen werden, das Aufklärung betrieben wird und das bereits ab Schulalter. Es ist unwahrscheinlich, das Verhalten der älteren Generationen zu ändern daher sind besonders Aktionen wie diese vor Studenten und jungen Leuten wichtig.
Ein anderer wichtiger Punkt ist es auch, in den Regionen wo viele Menschen vom Palmöl leben, eine Alternative anzubieten. Das kann zum Beispiel im Bereich Eco-Tourism sein, dass die Leute zu Guides ausgebildet werden denn sie kennen die Gegend und den Dschungel und haben somit nicht nur ein Einkommen sondern auch einen positiven Impact auf die lokale Gemeinschaft und den Tourismus.

Ein paar Eindrücke von dem English-Camp gibt es hier auf Bukitlawang.asia:
http://www.bukitlawang.asia/ecoproject/05-03-2016.html

Eigentlich hatte ich vor am Sonntag bereits von Bukit Lawang nach Banda Aceh und dann nach Pulau Weh zu fahren. Nun aber irgendwie konnte ich mich noch nicht so ganz trennen und wollte mich auch noch nicht verabschieden. Alle machten schon ihre Witze über mich und meinten, jaja in einem Monat bist Du immer noch hier 😉

Nun aber innerlich kribbelte es, ich konnte in Malaysia aufgrund der Monsun-Zeit nicht tauchen und Pulau Weh ist einer schönsten Tauchspots in Indonesien und ich konnte es langsam nicht mehr abwarten endlich wieder Unterwasserwelten zu erkunden.
Am Dienstag den 8.3. machte ich mich nachmittags mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Weg nach Binjai um von dort den Nachtbus nach Banda Aceh zu nehmen.
Aber in meinem Hinterkopf hielt ich bereits fest, dass ich gerne nochmal wiederkommen möchte, wahrscheinlich im August bevor ich – soweit der Plan – nach Neuseeland aufbreche. Dann möchte ich mich auch in einem Projekt einsetzen und Volunteering machen. Sampai jumpa Bukit Lawang !

 

 

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