2 Tage Dschungel-Trekk – auf Augenhöhe mit Orang-Utans, Makaken, Tukans und Waranen

18. – 19.02.2016

Am Donnerstag um 9h starteten wir auf unsere zweitägige Dschungel-Tour – inklusive einer Übernachtung im Dschungel. Einer meiner Wünsche für meine Reise war es, endlich einmal Orang-Utans in ihrer freien Wildbahn zu sehen. Tja wie lange das noch möglich sein wird angesichts der aktuellen Entwicklungen in Malaysia und Sumatra, den Rodungen der Urwälder, der Verdrängung der Orang-Utans aus Ihren Lebensräumen ist fraglich…

Wir waren insgesamt erst einmal zu viert: Myriam, ich und ein polnisches Pärchen, Jakob und Johanna. Unser Guide Eddy führte die Gruppe an. Er erklärte uns einfach wahnsinnig viel: Zu Beginn kamen wir durch eine Kautschukbaum-Plantage , die direkt an der Grenze zum Dschungel sthet, er erklärte uns eben auch, dass die Bäume früh morgens vor Sonnenaufgang angeritz werden mssen, da sonst der Kautschuk viel zu schnell eintrocknet und nicht richtig geerntet erden kann. So erden die Bäume angeritzt und an ihnen eine leere Kokosnuss schale befestigt die den herauslaufenden Kautschuk auffängt.
Ein paar Schritte weiter standen wir bereits im Gunug Leuser Nationalpark, einer der größten verbleibenden Nationalparks in Indonesien, der eine Vielfalt von Flora und Fauna beherbergt.
Nach ca. 15 min trafen wir auf eine weitere Gruppe , alle hatten ihre Köpfe nach oben gestreckt: Oben in den Bäumen saß eine Orang-Utan Mutter mit ihrem Baby. Das war so beeindruckend. Die beiden saßen auf ca. 10 m Höhe. So gut erkennen konnten wir sie leider nicht, aber diese erste Begegnung war schon sehr beeidnruckend.

Auf unserem Weg durch den Dschungel trafen wir noch Thomas Leaf monkeys – sie sehen aus wie kleine Punker. Auch hier war ein Wibchen mit ihrem Baby dabei. Dazu kamen dann noch etliche Makaken. Und auf einem Baum sehen wir zwei Gibbons liegen.
Auch gibt es unzählige Arten von Schmetterlingen und unzählige Riesen-Ameisen und Termiten.


Um 11h machten wir eine kurze Pause, es gab frisches Obst: Orangen, Ananas und Passionsfrucht. Die Früchte hier in Indonesien sind sowieso so toll, weil sie erst geerntet werden wenn sie reif sind. Und das schmeckt man.

Bananen, Orangen und Passionsfrucht

Bananen, Orangen und Passionsfrucht

Später machten wir Lunch-Break. Es gab Nasi Goreng und Früchte.
Danach ging es weiter. Wir stießen wieder auf eine größere GRuppe und alle schauten nach oben. Hier saß wieder eine Orang-Utan Mutter mit ihrem Baby. Als die anderen alle weg waren, geschah das tolle: Die Orang-Utan Mutter kam zu uns herunter und saß dann auf unserer Augenhöhe. Wahnsinn. Total schön.Aufregend. Bewegend. Bilder sagen mehr als 1000 Worte :

Auf unserem Weg konnten wir auch in der Ferne Tukans fliegen sehen. Sie sind übrigens unüberhörbar. Gegen 16:30h kamen wir im Camp an, wo wir auch schlafen würden. Das lag an einem Fluß mit einem kleinen Wasserfall. Myriam und ich zogen direkt die Badeanzüge an und gingen schwimmen. Das tat nach dem ganzen schweißtreibenden Trekking bei 30°C echt gut.

Um 18h gab es dann Abendessen, und es wurde aufgetischt: Es gab Gemüsecurry, gebratenen Tofu und Tempe, Hähnchen und scharfgewürzten Fisch und Reis.
Es war total lecker und wahnsinnig viel, also hungrig stand hier sicher niemand auf.

 

Danach saßen wir noch alle zusammen, spielten lustige Spiele – ich kann hier nicht ganz beschreiben, was wir gespielt haben, ich hätte es per Video aufzeichnen müssen, fest steht, wir haben sehr viel gelacht und hatten verdammt viel Spaß – und redeten über alles Mögliche. Um 22h gingen wir dann schlafen. Ich versuchte es zumindest. Als Untergrund hatten wir nur eine Matte, die nicht besonders dick war. Ich fand einfach keine Position, in der mir nicht irgendwas weh tat. Also wachte ich die ganze Nacht immer wieder auf und wirklich geschlafen habe ich gefühlsmäßig nicht. Um 6:30h bin ich wieder wachgeworden und dann auch aufgestanden. Ich saß dann draußen vor unserem Zelt und habe den Affen zugesehen, die kamen um eventuelle Essensreste aufzusammeln. Die Bande wurde immer größer und ließ sich auch von den zwei Waranen im Fluss nicht abschrecken.

Zum Frühstück gab es Tee, Kaffee und Sandwiches aus Toast, mit Gurke, Tomate, Käse und Ei.
Um 10h starteten wir wieder. Es ging ziemlich steil wieder vom Flussbett hoch. Ich merkte, dass ich die Nacht wo gut wie nicht geschlafen hatte aber nach ca. 15 min war auch das wider ok, man gewohnt sich ja an alles.
An einer Waldlichtung sahen wir dann auf einem Baum ein Orang-Utan Männchen sitzen. Das war sehr viel größer als die Weibchen die wir bis jetzt gesehen haben. Eddy erzählte uns, dass er das Männchen seit 6 Monaten nicht mehr gesehen hatte und er freute sich über das Wiedersehen.

Wenig später kamen wir an eine andere Lichtung. Hier saß ein Orang-Utan Weibchen mit ihrem Baby. Sie kam tatsächlich zu uns runter. So waren wir in 1,50 m Entfernung von ihr und ihrem Baby. Da es ein halbwildes Weibchen war gab Eddy ihr unsere Obstreste, denn sonst wäre sie eventuell aggressiv geworden.
Das ist hier generell etwas problematisch: Früher wurden viele Orang-Utans von Menschen als Haustiere gehalten. 1973 eröffnete dann im Gunung Leuser Nationalpark eine Fütterstation da die an die Menschen gewöhnten Affen nicht direkt n den Dschungel ausgesetzt werden konnten, das hätten sie nicht überlebt. So wurde ihnen in der Station das Schwingen von Ast zu Ast und die Nahrungssuche beigebracht. Und die Orang Utans konnten dann erfolgreich ausgewildert werden. Die Station existiert in der Form der Fütterstation nicht mehr, sie ist mittlerweile lediglich eine Beobachtungsstation für Touristen. Es kostet Eintritt und für Fotoausrüstung muss man eben falls nochmals zaglen. Und es ist nicht mal sicher, ob überhaupt Orang-Utans kommen. Aber viele sind eben halbwild und an Menschen gewöhnt, viele haben auch Vornamen.
Und sie fordern dann von den Besuchern im Park ihr Futter und werden aggressiv und können dann sehr gefährlich werden.
Als das Weibchen ein wenig mit Wassermelonen ruhig gestellt war, konnte wir sie aus nächster Nähe beobachten. Diese Tiere sind einfach faszinierend und sie sind uns so ähnlich.

Ich kann nicht verstehen, dass Politik und Industrie das Aussterben unserer Vorfahren einfach so für Geld in Kauf nehmen. Und es macht mich wütend weil ich das Gefühl habe, nichts dagegen tun zu können als dem Ganzen zu zusehen.
Zum Glück gibt es immer mehr Projekte und Organisationen, die sich für die Orang-Utans einsetzten. Aber das reicht leider nicht. Hier muss politisch mal ein Umdenken passieren.

Die berühmte Mina  habe ich nicht getroffen – nachdem uns Eddy auch nur etwas verschreckende Geschichten erzählt hatte, war ich darüber ganz froh. Dieses bekannte Orang-Utan-Weibchen kann nämlich ganz schön unbequem und auch aggressiv wurden. Trotz unserem Abstecher in ihr Territorium und mehrmaligen Rufen unserer Guides tauchte sie nicht auf. Uuuh, Glück gehabt.
Gegen 12h kamen  wir zum Fluss von dem aus wir dann zurück raften. Ich war mal gespannt, ich habe sowas noch nie gemacht. Als Lunch gab es Nudelsuppe und Passionsfrucht.

Dann packten wir unsere Rucksäcke und Schuhe in große Plastiktüten, die dann an den Tubes festgeschnallt wurden. Und dann ging es auch schon los und es war super lustig, absoluter Fun.
Wir haben dann auch noch eine andere Gruppe überholt.

Um 13:30h waren wir wieder in Bukit Lawang. Ich habe mich schon lange nicht mehr so sehr auf eine Dusche gefreut.

Der Dschungel Trekk war für mich ein absolutes Highlight meiner Reise, es ist eine Life-Time-Experience. Orang-Utans aus nächster Nähe in freier Wildbahn zu sehen ist einfach unbeschreiblich.
Unsere Guides waren super, sie erklärten uns viel über den Dschungel und die Orang-Utans. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass Orang-Utans nicht von Baum zu Baum springen können, sie haben nämlich keinen Schwanz und können sich nur von Baum zu Baum hangeln oder schwingen.

Wenn auch Du einmal nach Sumatra kommst und einen Abstecher in den Dschungel machen möchtest, dann lass Dir einen Dschungel Trekk mit Bukit Lawang – Jungle Trekking nicht entgehen.

Kontakt:
Bukit Lawang – Jungle Trekking : Get ready for the jungle !
Dodi Peranginangin & Janine Peranginangin
info@bukitlawang-jungletrekking.com
Mobile:
+6285276155332 / +6285373860413

Als Unterkunft kann ich das Wisma Bukit Lawang Indah nur empfehlen, das kann direkt auch über Janines und Dodis Agentur gebucht werden

Weitere Infos zum Gunung Leuser Nationalpark:
Offizielle Website
http://www.gunungleuser.or.id/

Eintrag bei Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Gunung_Leuser

 

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