Kuala Lumpur Tag 2: KL Tower, Petrona Towers und das Pongal-Fest in Little India

30.01.2016

Am Samstag bin ich erst mal zum KL Tower gelaufen und dann bis zum Fuß des Turms gegangen. Von dort aus ging es weiter vorbei an Hochhäusern zum Wahrzeichen Kuala Lumpurs: Den Petrona Towers.
Von 1998 bis zur Fertigstellung des Taipei 101 im Jahr 2004 (508 Meter) galten die Türme mit der markanten Brücke in vielen Ranglisten wegen ihrer strukturellen Höhe als die höchsten Gebäude der Welt und sie sind wirklich beeindruckend, insbesondere wenn man unten direkt vor ihnen steht.


Hinter den Petrona Towers ist ein schöner Park, nachdem ich mir etwas zu Trinken besorgt hatte, hielt ich mich im Park auf. Auf einer Bank wäre ich auch fast eingeschlafen, hätte mich nicht eine Parkwächterin mit ihrer Pfeife und einem rauen „Miss, Miss sit up“ aufgeschreckt. Also merken: Man darf auf den Bänken sitzen aber nicht liegen.

Ich habe den Fehler gemacht, am ersten Tag komplett falsche Schuhe angezogen zu haben und ich hatte überall Blasen. Also machte ich mich von den Towers auf den Weg zurück zum Hostel um in meine Laufschuhe zu wechseln um mich danach auf den Weg zur Busstation zu machen um mein Ticket für die Cameron Highands zu kaufen.
Auf dem Weg machte ich noch einen Abstecher in ein echt tolles VEGETARISCHES Restaurant. Normalerweise folge ich selten Restaurant oder Hostel-Empfehlungen des Lonely Planets aber da das Blue Boy Vegetarian Foodcentre direkt bei mir um die Ecke lag, beschloss ich es mal zu testen. Und ich wurde nicht enttäuscht: Die Gerichte sind einfach aber nachdem ich die letzten Tage nur Reis mit Gemüse beziehungsweise Gemüse mit Reis gegessen hatte war ich überglücklich endlich mal wieder Tofu und gebratenes Soja zu bekommen – echt, ich habe extreme cravings nach Proteinen, das ist gar nicht so leicht hier, die bei einer Mahlzeit dabei zu haben wenn man weder Fisch noch Fleisch ist. Das Essen war dort ehrlich gesagt ein Glücksmoment. Es war sehr , sehr lecker und der Service total nett, ich kann es jedem Vegetarier / Veganer in KL nur empfehlen.

Bei der Busstation Plaza Rakyat suchte ich den Ticketschalter für die Cameron Highlands vergeblich: An einem anderen Schalter wurde ich sehr nett darauf hingewiesen, dass ich das Ticket für die Cameron Highlands nur an der Station Bindar Tasik Selatan kaufen kann. Eine andere Reisende hatte das gleiche Ziel und wir machten uns dann gemeinsam auf den Weg. Nach eine paar Worten stellte sich die Reisende als Vroni vor, aus der Nähe von Regensburg und die ebenfalls vorhatte in die Cameronron Highlands zu fahren.
Bei TBS fahren alle Busse ins Umland von Kalua Lumpur und in die größeren Städte ab. Zu den Cameron Highlands fahren jeden Tag alle 30 min Busse. Ich entschied mich für den Bus am 01.02. um 10:30h, das Ticket gibt es für 35 RM (das entspricht ca.

Als wir unsere Tickets hatten machten wir uns dann von China Town aus auf den Weg nach Little India. Also ein Spaziergang ist etwas anderes: Die Verkehrsführung für in KL hat mich jeden Tag wieder belustigt. Hohe Bordsteinkanten, keine Fußwege und man kommt stets in den Genuss eine 4-spurige Schnellstraße zu überqueren.

Little India ist wie der Name schon sagt der Stadtteil von KL wo überwiegend Inder leben. Dementsprechend gibt es überall indische Restaurants und Shops.
Wir hatten Glück denn am Samstag wurde dort „Pongal“ gefeiert. Das ist eines der indischen Erntedankfeste. Und das wird so gefeiert:
Pongal (Tamil: பொங்கல Poṅkal [ˈpoŋɡəl], wörtlich: „Überkochen“), auch Tai Pongal oder Thai Pongal (Tamil: தை பொங்கல Tai Poṅkal [ˈt̪ai̯ ˌpoŋɡəl]), ist ein tamilisches Erntedankfest. Es wird am Anfang des tamilischen Monats Tai (Mitte Januar) gefeiert und ist einer der wichtigsten tamilischen Feiertage. Pongal bezeichnet auch das Reisgericht, das während des Festes gekocht wird, aber auch zu anderen Gelegenheiten gegessen werden kann.
Die Festlichkeiten dauern insgesamt vier Tage. Am ersten Tag, Bhogi, verbrennt man, symbolisch für den Neuanfang, alte Kleidungsstücke sowie andere alte Dinge oder wirft sie fort. Vakisan Pongal, der eigentliche Pongal-Tag, fällt nach dem tamilischen Kalender auf den ersten Tag des tamilischen Monats Tai, meist der 14. oder 15. Januar. Früh am Morgen kocht man das typische Gericht, das ebenfalls Pongal genannt wird. Es besteht aus Reis mit frischer Milch und Sirup aus dem Palmzucker der neuen Ernte. Nach alter Tradition soll es möglichst im offenen Hof in einem neuen Topf an einer neuen Feuerstelle geschehen. Große Stangen von Zuckerrohr stehen neben dem Pongal-Topf. Vor allem ist an diesem Tag eines wichtig: Um Glück, Wohlstand und Überfluss anzuzeigen, muss das Essen unbedingt überkochen. Jeder wartet gespannt auf diesen Augenblick und ruft sich dann fröhlich zu: „Pongal! Pongal!“. Später besucht man Verwandte und Freunde, beschenkt sich gegenseitig mit verschiedenen Süßigkeiten und tauscht Festtagsgrüße aus. Dieser Tag ist der wichtigste des Pongal-Festes.
Und genau diesen Tag und das Kochen des Pongals konnten wir live miterleben. Alle waren in traditionellen indischen Gewändern gekleidet, die Frauen und Mädchen hatten einen Tontopf vor sich stehen und kochten den Reis. Es hat ca. 45 min gedauert bis der erste Pongal im Topf überkochte.
Natürlich können bei einem solchen Fest Kühe nicht fehlen, so führten zwei Männer zwei Kühe durch die Menge, die gestreichelt und geehrte wurden. Es war total interessant das mal zu erleben. Was mich beeindruckt hat war, dass ach so viele junge Inder daran teilgenommen haben.

Die weiteren Festtage laufen folgendermaßen ab: Am dritten Tag, Mattu Pongal, dankt man Kühen und Büffeln rituell für ihre Dienste. In manchen Gegenden von Tamil Nadu gibt es an diesem Tag einen blutigen Wettkampf, Jallikattu, auch bekannt als Manju Virattu – den Bullen jagen. Für die jungen Männer geht es darum, einen wilden, meist alkoholisierten Bullen mit bloßen Händen zu zähmen. Am letzten Feiertag, Kanum Pongal, versammelten sich in früheren Zeiten die unverheirateten Burschen und Mädchen an den Ufern der Flüsse, um sich ihre Zukünftige beziehungsweise ihren Zukünftigen auszusuchen und Kontakt aufzu­nehmen (das Wort kanum bedeutet ‚anschauen‘). Diesen Brauch gibt es heute nicht mehr. Jedoch besuchen die Menschen, vor allem Ladenbesitzer, an diesem Tag traditionell den Strand und Freizeitparks. Außerhalb Südindiens feiern die Menschen am selben Tag das Fest der Sonnenwende Makar Sankranti und im Punjab das Erntefest Lohri, wobei Bräuche und mythologische Hintergründe andere sind als beim tamilischen Pongal.

Vroni und ich schauten dem ganzen sicher über eine Stunde zu. Da es dann dämmerte und wir doch noch ein Stück zurück hatten, nahmen wir dann die Rapid KL zurück zu unseren Unterkünften. Nach einem kurzen Stopp im Hostel bin ich dann wider auf die Jalan Alor gelaufen um mir etwas zum Abendessen zu kaufen. Meine Wahl fiel diesmal auf ein grünes Thai-Gemüse-Curry mit Reis. Es war total lecker. Aber so langsam fragte ich mich: was ist eigentlich malaysisches Essen ? Man bekam überall indische, chinesisch aber malaysisch ?
Na ich denke spätestens in Penang wird sich die Frage vielleicht klären. Bis dahin werde ich mich weiter durchprobieren. Streetfood ist in Asien sowieso das Beste: Frisch, lecker und total günstig. Im Schnitt komme ich hier für eine richtige Mahlzeit und Getränk für weniger als 3,50€ weg.

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